MANILA: Hunderte Journalisten und Menschenrechtsaktivisten haben auf den Philippinen gegen die schleppende Aufklärung eines der schlimmsten Blutbäder in dem südostasiatischen Land protestiert - das sogenannte Massaker von Maguindanao.
Am 23. November 2009 hatten Bewaffnete eine Fahrzeugkolonne gestoppt, in der politische Konkurrenten des damaligen Gouverneurs der Provinz sowie zahlreiche Journalisten unterwegs zu einer Kandidatenregistrierung waren. Die Angreifer ermordeten 58 Menschen, darunter 32 Journalisten.
Die Demonstranten zündeten am Montag in der Hauptstadt Manila Kerzen an und verbrannten einen nachgebauten Bagger mit der Figur des philippinischen Präsidenten Benigno Aquino III. Damit sollte ein Bagger symbolisiert werden, mit dem die Täter versucht hatten, die Opfer auf einem entlegenen Hügel zu begraben. Die Menschen forderten von Aquino Gerechtigkeit für die Opfer und prangerten an, dass die Verantwortlichen bereits sechs Jahre straffrei davongekommen seien.
Der Prozess, in dem über 100 Verdächtige angeklagt sind, stockt seit Jahren. Der Hauptverdächtige Andal Ampatuan senior, der für das Massaker verantwortlich gewesen sein soll, war im Juli gestorben. Sein Sohn ist auf Kaution frei und will sich bei Kommunalwahlen im kommenden Jahr um das Amt des Bürgermeisters bewerben.