MANILA (dpa) - Bewaffnete Rebellen haben im Süden der Philippinen bei einem Angriff etwa ein Dutzend Menschen als Geiseln genommen. Darunter sollen auch mehrere Schüler sein. Welches Ziel verfolgen die Rebellen?
Islamistische Rebellen haben im Süden der Philippinen fast 40 Menschen als Geiseln genommen, darunter auch mehrere Schüler. Nach Angaben der Polizei griffen etwa 200 Kämpfer am Mittwoch Posten von paramilitärischen Sicherheitskräften um die Stadt Pigcawayan auf der Insel Mindanao an und stürmten auch Dorfschulen. 31 Gefangene seien bis zum Abend freigelassen worden, hätten sich selbst befreit oder seien durch Soldaten gerettet worden.
Pigcawayan liegt rund 900 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Bei den Angreifern handelt es sich um Mitglieder der islamistischen Freiheitskämpfer Bangsamoro, einer Splittergruppe der Moro Islamischen Befreiungsfront (Milf). Nach 17 Jahren Verhandlungen hatten die Regierung und die Milf-Rebellen im März 2014 Frieden geschlossen. Die Splittergruppe, die der Terrormiliz «Islamischer Staat» die Treue geschworen hat, bekannte sich zu dem Angriff.
Wie die Polizei mitteilte, wurden zunächst keine verletzten Zivilisten gemeldet. «Wir vermuten, dass die Bewaffneten Angst schüren wollen, um die Öffentlichkeit auf ihre Präsenz in der Region aufmerksam zu machen», sagte Polizeichef Reylan Mamon dem Radiosender DZMM. Etwa 900 Bewohner der Ortschaften flohen nach Informationen der Polizei vor den Extremisten.
Die Gruppe wird für eine Reihe von Bombenanschlägen und Entführungen im Süden Mindanaos verantwortlich gemacht. Seit über einem Monat gibt es Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Terrorgruppe Abu Sayyaf in der etwa 80 Kilometer entfernten Stadt Marawi. Bisher starben bei dem Konflikt mehr als 370 Menschen. Die Attacke in Pigcawayan stehe damit nicht im Zusammenhang sagte Edgard Arevalo, ein Militärsprecher.
Präsident Rodrigo Duterte hatte im Mai das Kriegsrecht über die Insel mit mehr als 20 Millionen Einwohnern verhängt.