Frohe „Krach-Nachten“: Samuis Verkehrsirrsinn

Das Jahr 2015 brach traurigen Rekord – Mehr als 400 offizielle Verkehrstote

Ein Thai weint am 14. Oktober um seinen Freund. Er war wie viele auf dem Roller unterwegs, in der linken Hand der Vogelkäfig. Ein Pickup holte ihn von der Straße. Rechts: Tägliche Szene, ein Rollerfahrer wurde schwerverletzt.
Ein Thai weint am 14. Oktober um seinen Freund. Er war wie viele auf dem Roller unterwegs, in der linken Hand der Vogelkäfig. Ein Pickup holte ihn von der Straße. Rechts: Tägliche Szene, ein Rollerfahrer wurde schwerverletzt.

KOH SAMUI: Koh Samuis Straßenverkehr unterscheidet sich nicht wesentlich von der chaotischen Realität in Urlaubs­orten wie Phuket oder Pattaya.

Weshalb Thailands drittgrösste Ferieninsel dennoch als Spitzenreiter bei tödlichen Unfällen gilt, liegt darin begründet, dass sich auf den 228 Quadratkilometern Gesamtfläche proportional-statistisch gerechnet mehr ereignet als in Vergleichsorten.

7. November am Ibis-Hotel Bophut: Das Schicksal des Urlaubers ist unbekannt. - Rechts: Der Fahrer dieses Sammeltaxis starb am 27. August bei Bang Por – er wollte im Gebirge überholen, vier schwer verletzte Touristen.
7. November am Ibis-Hotel Bophut: Das Schicksal des Urlaubers ist unbekannt. - Rechts: Der Fahrer dieses Sammeltaxis starb am 27. August bei Bang Por – er wollte im Gebirge überholen, vier schwer verletzte Touristen.

Über die Weihnachtsfeiertage und zum Jahreswechsel krachte es wieder an allen Ecken und die wenigen vernünftigen Mahner warnen unerfahrene Touristen dringendst, die Finger von Mopeds oder Motorrädern zu lassen.

„Glimpflicher Unfall“ mit Ausländer. Selten erhalten Touristen Recht. – Horror (rechts) für einen Israeli (43). Er wollte in Bophut einen Pudel retten und wurde von einem Thai-Autofahrer überrollt. Der Mann überlebte.
„Glimpflicher Unfall“ mit Ausländer. Selten erhalten Touristen Recht. – Horror (rechts) für einen Israeli (43). Er wollte in Bophut einen Pudel retten und wurde von einem Thai-Autofahrer überrollt. Der Mann überlebte.

Die Diskrepanz von Koh Samui als sicherer Urlaubsinsel für die Mehrheit von Strandurlaubern bricht seit Jahren durch den Verkehrsirrsinn in die Gegenrichtung aus. Sicher, die meisten Urlauber aus China, Russland, Europa und den Kontinenten Australien oder Amerika bleiben bei eingeschaltetem Verstand und kalkuliertem Risiko unbeschadet.

Dennoch tragen das Ignorieren realer Zustände und die Beschwichtigung „zum Schutz“ sprudelnder Tourismuseinnahmen zur blutigen Bilanz bei. Mehr als 400 offizielle Verkehrstote gab es im Jahr 2015, nicht eingerechnet die Opfer, die noch lebendig in Krankenhäusern ankamen und erst dort starben.

Die FARANG-Redaktion will keinem den Urlaub madig machen – dennoch richten wir mit dieser Bilddokumentation von Unfällen der letzten Wochen den Appell an alle, im Zweifelsfall kein Fahrzeug anzumieten und besser auf Transportangebote der Hotels umzusteigen. Das ist auf Koh Samui kein billiges Vergnügen: Dennoch, am Ende zählt und zahlt sich die unbeschadete Heimreise aus – fürs ganze Leben.

Allen ein gesundes Neues Jahr und bleiben Sie unversehrt auf unserer Insel!

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Mike Dong 12.06.17 20:16
wahnsinn
Das ist Wahnsinn. Die Zahlen erschrecken. Als ich die Wahl hatte mit meinen 3 Kindern nach Samui zu ziehen, war der Strassenverkehr der Hauptgrund es nicht zu tun. Man bräuchte schon einen Panzer um sicher sein. Aber dann hätte ja der ein oder sndere auch einen, und der Vorteil wäre wieder weg ...
Mike Dong 12.06.17 20:16
@sitting bull / Panzer
Ich meinte einen Upgrade meines MU-X auf einen Panzer zu MEINER EIGENEN Sicherheit.
Jürgen Franke 15.01.16 17:44
Ein Hinweis zu meinem Kommentar, sofern die Redaktion
das erlaubt: Die albernen Hinweise mit dem Stinkefinger und dem Weghupen, tragen sicherlich nicht zu mehr Disziplin im Straßenverkehr in Thailand bei.
Jürgen Franke 15.01.16 17:43
Der schreckliche Bericht
von Sam Gruber wird von Ihnen schon gar nicht mehr kommentiert, da er nicht in Ihr Konzept der heilen Welt Thailands passt, Herr Ern. Dafür beklatschen Sie, als Nichtautofahrer, den Beitrag eines Lesers, der die Unfallzahlen offensichtlich nicht realisiert hat, wenn er sie mit Europa vergleicht.
Jürgen Franke 15.01.16 14:59
Das ist völlig richtig Franz
trotzdem sind eben die Unfallzahlen im Vergleich hier deutlich höher. Nur darum geht es. Und hier macht auch keiner das Maul auf, denn wir können die Situation sowieso nicht ändern. Uns wird lediglich berichtet, was sich auf den Straßen abspielt, und das nehmen wir zur Kenntnis.
Jürgen Franke 13.01.16 19:48
Herr Schär
heute habe ich genügend Verkehrsteilnehmer gesehen, die wie Verbrecher gefahren sind und das waren keine Thais. Bitte also um etwas Mäßigung. Einige sind lediglich auch bei rot über die Ampel gefahren und den Thais hinterher, weil sie der Meinung waren, das sei erlaubt.
Jürgen Franke 12.01.16 13:40
Offensichtlich
konnte bisher nicht genau ermittelt werden, wie hoch der Anteil der Touristen an den Unfallopfern war. Sicherlich ist es gewöhnungsbedürftig sich auf die andere linke -Seite- Fahrweise einzustellen. Da in Patong auf die Hinweisschilder "Einbahnstraße" verzichtet wird, muss eben rechtzeitig erkannt werden, wie die Anderen fahren.
Heinz Schär 11.01.16 13:52
Nehme immer meinen eigenen Integral Helm von zu Hause mit
Ich fahre seit Jahren mindestens drei mal nach Samui, so auch diese Weihnachtszeit. Was ich da von völlig unerfahrenen Touristen beobachten musste, grenzt an Wahnsinn und ist an Dummheit nicht zu überbieten. Was muss in den Köpfen einer Europäischen Familie vorgehen, die zu dritt - Papi fährt, Mutti hinten und das Kleine steht vorne auf dem Roller, mit dem Roller ohne Helm versteht sich, auf der Insel rum kurven?? Ich bin ein erfahrener Motorradfahrer, miete mir immer von der selben Vermietung einen Honda CB300F. Die hat anständige Bremsen mit ABS und man sitzt auf einem richtigen Motorrad. Darüber hinaus nehme ich immer meinen eigenen Integral Helm von zu Hause mit. Zudem kenne ich die Insel und deren "Verkehrsregeln", schaue weit voraus und passe stehts mein Tempo an. So komme ich seit Jahren unbeschadet wieder nach Hause. Aber leider lassen zu viele Touris ihr Hirn zu Hause, und kommen oft nicht mehr lebendig aus dem Urlaub heim!
Dracomir Pires 11.01.16 10:39
Thailand ist das zweitgefährlichste Land weltweit ...
... im Strassenverkehr, und daran wird sich nichts ändern. Ich beobachte in Patong täglich himmelschreiende Situationen. Die Thais scheinen sich überhaupt nicht bewusst zu sein, dass Motorradfahren gefährlich ist. SMS schreiben in einer Kreuzung, Bebe unter dem Arm beim Abbiegen und Einbiegen in eine Hauptstrasse ohne zu schauen sind nur drei Beispiele. Und die Polizei macht Helmkontrollen, selbstverständlich nur bei Farangs ...
Jürgen Franke 11.01.16 09:36
In anderen Ländern
kann auf öffentliche Verkehrsmittel ausgewichen werden. Leider wird das in Thailand zu wenig angeboten. Möglichweise ist da die Moped Lobby zu stark. In Amerika wurden auch lieber Autos verkauft und Straßen gebaut, statt öffentliche Verkehrsmittel anzubieten.
Sitting Bull 10.01.16 19:55
400 : 52 Km Ringstrasse
7.6 Tote PRO KM im Jahr. DAs duerfte einsamer Weltrekord sein. Nach meinem Ausflug heute um die Insel wundert mich das nicht. Das ist echt IRRE und neuerdings sind die(Thai) Kleinkinder auf den Motorraedern wieder vermehrt dabei, oft zu viert oder noch mehr. Eine Weile sah es so aus als waehre diese Phase ueberwunden. Da habe ich mich wohl geirrt.
Sitting Bull 10.01.16 19:55
@Mike Dong
Die Panzer gibt es schon , die heissen Pick up oder Hummer. Der Effekt fuer Motorraeder ist der selbe wie bei Panzern. Wobei ein Hummerfahrer wohl nicht mal bemerkt, wenn er ein Motorrad zerlegt. Zudem , wie schon von Herrn Gruber erwaehnt sind die 400 Toten nur DIE, die sofort tot waren oder an der Unfallstelle verstarben. Dazu kommen noch ungezaehlte die an den Folgen das Zeitliche segneten. Ich wuerde die Zahl glatt verdoppeln. Da die Zahl der Verletzten in der Regel Faktor 10 ist, kann sich Jeder ausrechenen was hier tatsaechlich vorgeht. 800 Tote und 8000 Verletzte im Jahr sind sicher nicht uebertrieben. Das waehre sicher Weltrekord.
dodojero 10.01.16 18:11
Sonntagsfahrer
Was in unserer Heimat der "Sonntagsfahrer" ist, das ist in Thailand der "Urlaubsfahrer". Als Faustregel gilt: Wer nur im Jahresurlaub mal zwischendurch hier in Thailand auf den Eierhobel steigt -weil man ja damit so schoen schnell und billig von A nach B kommt- der sollte lieber die Finger davon lassen. Ohne ausreichende Fahrpraxis und dann noch bei (ungewohntem) Linksverkehr, wird die Fahrt auf dem Moped unkontrollierbar lebensgefährlich. Dazu kommen noch unvorhergesehene Ereignisse wie Sand in der Kurve, tiefe Schlagloecher (die man nachts nicht sieht) und Hunde die gerne nachts auf dem warmen Asphalt liegen, bzw. ploetzlich und pfeilschnell über die Strasse rennen. Nicht zu vergessen diejenigen, die, anstatt zum nächsten U-Turn zu fahren, lieber die Strecke abkürzen und einem ploetzlich (nachts oft auch unbeleuchtet) als Geisterfahrer entgegen kommen. Dabei habe ich auch schon des oefteren Farangs beobachtet, die sich diese Thai-Unart angenommen haben. Was ich bisher nicht wusste und mir erst kürzlich von einem Jugendlichen Thai habe sagen lassen, ist, dass es unter Teenagern und Motorrad Gang-Mitgliedern besonders COOL ist, wenn man nachts mit AUSGESCHALTETEM Licht fährt.
Haben die sie noch alle?

Unzählige Gefahren lauern auf Thailands Strassen, mehr als wir es von Zuhause gewohnt sind. Wer hier keine Fahrpraxis hat, spielt mit seinem Leben.
Sitting Bull 10.01.16 14:25
Danke, Herr Gruber
Vielleicht rettet der Artikel ja das eine oder andere Leben. Die Dummheit , Selbstueberschaetzung und Ignoranz ist dadurch leider kaum einzudaemmen.
Sitting Bull 10.01.16 14:22
Ich habe mir seit Jahren.......
in verschiedenen Publikationen in Thailand und Deutschland die Finger zu diesem Thema wund geschrieben. Fazit: Der Ignoranz Vieler ist nicht beizukommen. Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Fahruntaugkichen, Ungeuebten und betrunkenen Raser . Bekloppte auf 8 PS , die zuvor kaum je Fahrrad gefahren sind in ihrem Leben und nun noch zu Dritt und zu Viert auf den Mietmotorraedern das Leben ihrer Kleinkinder als Airbag riskieren. Hetze hier niemand mehr ueber die verantwortungslosen Thais! Die Farangs sind in der Regel keinesfalls besser. Als Expat traue ich mich in der Peak Season nur noch im Auto auf die Strasse. Da keine wie auch geartete Besserung in Sicht ist, wird das taegliche Sterben wohl unvermindert weitergehen und noch zunehmen. Keiner soll sagen koennen er/sie waehre nicht gewarnt.

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