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Forscher entwickeln ein künstliches Herz

Foto: dpa/Stefanie Paul
Foto: dpa/Stefanie Paul

AACHEN (dpa) - «Das, was wir hier machen, kann man in etwa mit dem Flug zum Mond vergleichen», sagt Ulrich Steinseifer lächelnd. Dann nimmt er einen kleinen Schlüssel in die Hand. Damit schließt er einen Glasschrank auf und nimmt ein rundliches Ding heraus.

Das rundliche Ding ist ein künstliches Herz, das der Forscher und seine Kollegen an einer Universität in der Stadt Aachen gerade entwickeln. Es besteht aus einem speziellen Kunststoff. «Ein künstliches Herz zu entwickeln, ist eine irre Herausforderung», erklärt Ulrich Steinseifer - so schwierig wie eine Reise zum Mond.

Unser Herz hat nämlich ganz schön was drauf. Ständig pumpt es Blut durch unseren Körper. So sorgt es dafür, dass zu allen Organen lebenswichtige Stoffe gelangen, wie etwa Sauerstoff. «Unser Herz passt sich ständig an, ganz automatisch. Mal pumpt es schwächer, mal pumpt es stärker. Je nachdem, was wir gerade tun», erklärt der Fachmann. Ein Kunstherz soll auch so reagieren können.

Manche Menschen erkranken so schwer am Herzen, dass es irgendwann ersetzt werden muss. Am besten wäre dann ein Spenderherz von einem verstorbenen Menschen. Doch in Deutschland gibt es mehr Menschen, die ein Herz benötigen als Spenderorgane. Darum entwickeln Forscher wie Ulrich Steinseifer künstliche Herzen. Diese sollen über viele Jahre hinweg im Körper eines Menschen die Arbeit des Herzens übernehmen.

Der Experte erzählt von Menschen, denen bereits ein künstliches Herz eingesetzt wurde. Viele der bisherigen Geräte hätten Nachteile, sagt er. Sie werden etwa mit Druckluft angetrieben. Um diese zu erzeugen, braucht es wiederum spezielle Geräte: Kompressoren.

Die bisherigen Geräte haben Schläuche, die das Herz mit dem Kompressor verbinden, erklärt der Forscher. Sie treten am Bauch aus dem Körper aus. Dort können sich kleine Wunden bilden, die sich leicht entzünden.

All das soll mit dem neuen Herzen anders werden, sagt Ulrich Steinseifer. Sein Kunstherz braucht keinen Kompressor und auch keine Schläuche. Es soll mit einem eingebauten Motor angetrieben werden. Der Strom dafür soll ganz ohne Kabel übertragen werden.

Außerdem gibt es einen eingebauten Mini-Computer. Er sorgt dafür, dass auch das Kunstherz mal schneller und mal langsamer schlägt - je nachdem, wie es der Patient gerade braucht. Bis das Herz von Ulrich Steinseifer fertig ist, dauert es aber noch. In ein paar Jahren könnte es zum ersten Mal einem Menschen eingesetzt werden.

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