Drogenfahnder standen vor verschlossenen Lokalen

Drogenfahnder standen vor verschlossenen Lokalen

THAILAND: Wer hat die Polizei ‚verpfiffen‘? Mit dieser peinlichen Frage setzt sich seit dem Wochenende eine Untersuchungskommission auseinander, die das klägliche Scheitern zweier großangelegter Drogenrazzias in der nördlichen Provinz Phitsanulok sowie im Raum Bangkok erklären soll.

Das ‚Office of the Narcotics Control Board‘, auf Deutsch Büro für Drogenkontrolle, musste nach den personalintensiven Einsätzen eingestehen, dass das Milieu offensichtlich bestens über die Polizeiaktion informiert gewesen war.

Am Samstag waren Soldaten, Polizeispezialeinheiten und Funktionäre mit der Presse im Schlepptau in Phitsanulok ausgerückt und nahmen gegen 1.30 Uhr morgens Vergnügungslokale und Karaoke-Bars unter die Lupe. Ihr Pech: Fast alle waren geschlossen und hatten ihre Etablissements in dieser Nacht erst gar nicht geöffnet. Die Überraschung und der Gesichtsverlust der Kontrolleure blieben den begleitenden Presse-Vertretern nicht verborgen – in der Tageszeitung Bangkok Post mussten sie tags darauf kritische Kommentare zur löchrigen Verschwiegenheitspflicht innerhalb der Polizei lesen.

Nicht besser war es einen Tag zuvor einem 400 Mann starken Sonderkommando im Großraum Bangkok ergangen. Als sie um 5 Uhr früh in den Distrikten Prawet, Suan Luang, Bang Na, Phra Khanong und Klong Toey ihre Drogenfahnder und –Hunde ins Rennen schickten, fanden sie immerhin noch geöffnete Lokale vor. Mit 13 Methamphetamin Tabletten, eineinhalb Gramm Ice und vier kleinen Päckchen Marihuana sowie Kleinstmengen von Ecstasy und Ketamin stand der Drogenfund allerdings in keinem Verhältnis zur aufgebotenen Staatsgewalt. Auch hier hatten sich offensichtlich die großen Fische vorsorglich in Sicherheit gebracht. Der Erfolg der Aktion wurde selbst von Thailands Drogenfahndern als sehr mäßig eingestuft.

Wo der oder die Singvögel innerhalb der Drogenfahndung sitzen oder ob möglicherweise auch aus eingeweihten Funktionärskreisen streng vertrauliche Informationen in falsche Ohren gelangten, das will der Nationale Rat für Frieden und Ordnung (NCPO) schnellstens klären lassen. Der Kampf gegen Drogenhandel im Königreich war als eine massiv angelegte Kampagne angekündigt worden. Nun könnte ein weiteres wichtiges Kapitel hinzukommen: Der Kampf für absolute Verschwiegenheit im Vorfeld weiterer Polizeirazzias. (Foto: epa)

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