Deutsch-Test für Schulanfänger

Eigene Förderklassen

Bildungsminister Heinz Faßmann. Foto: epa/Christian Bruna
Bildungsminister Heinz Faßmann. Foto: epa/Christian Bruna

WIEN (dpa) - In Österreich müssen Schulanfänger künftig in einem Test beweisen, ob sie ausreichend Deutsch können.

Wenn das nicht der Fall ist, kommen sie in Förderklassen mit eigenem Lehrplan. Das hat das österreichische Parlament mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ am Donnerstag beschlossen. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) erklärte, es gehe darum, Startnachteile auszugleichen und langfristig für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen. Die Schüler sollten so schnell wie möglich in den Regelunterricht wechseln. Anlass des Gesetzes ist die Erfahrung, dass nicht zuletzt durch die gestiegene Zuwanderung Kinder weder bei der Einschulung noch beim Verlassen der Schule ausreichend gut Deutsch sprechen. Für das Programm werden knapp 450 neue Lehrerstellen geschaffen.

Die Opposition kritisierte das Gesetz. Die ehemalige Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) sprach von «fahrlässiger Politik auf dem Rücken der Schüler und vor allem auch der Pädagogen». Ab dem kommenden Schuljahr werden Schüler, die den Test nicht bestehen, einer Deutschförderklasse zugewiesen. In der Grundschule erhalten sie 15 Stunden Sprachunterricht pro Woche, später 20 Stunden. Gemeinsamer Unterricht mit den Schülern aus der Regelklasse ist in Fächern wie Musik, Sport und Werken möglich. Ab acht Schülern kann eine Förderklasse gebildet werden. Österreich nehme sich bei dem Schritt deutsche Bundesländer zum Vorbild, hieß es.

Das Gesetz sieht auch höhere Strafen beim Schwänzen der Schule vor. Ab dem vierten Fehltag droht eine Verwaltungsstrafe von mindestens 110 Euro.

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