Anzeige gegen Ex-Präsidenten Aquino

 Benigno Aquino. Foto: epa/Mark R. Cristino
Benigno Aquino. Foto: epa/Mark R. Cristino

MANILA (dpa) - Die philippinische Bürgerbeauftragte hat gegen den ehemaligen Präsidenten Benigno Aquino wegen einer gescheiterten Anti-Terror-Operation Anzeige erstattet. Bei der blutigen Kommandoaktion zur Festnahme eines verdächtigen islamistischen Terroristen in der Stadt Mamasapano im Januar 2015 kamen 44 Polizisten ums Leben.

Die am Mittwoch veröffentlichte Strafanzeige umfasst den Vorwurf der Bestechung und Vereinnahmung offizieller Funktionäre. Mit der Aktion habe Aquino seine Amtspflichten kriminell vernachlässigt. Als Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales nimmt die Rechte der Bürger gegenüber den Behörden wahr.

Im Falle einer Verurteilung drohen Aquino bis zu zehn Jahre Haft und der Ausschluss aus allen politischen Ämtern. Der 57-Jährige bestritt alle Vorwürfe und betonte, dass er seine Pflicht getan habe, um alle Ressourcen der Regierung einzusetzen und die Operation zum Erfolg zu bringen.

Aquino war als Vorgänger des heutigen Präsidenten Rodrigo Duterte zwischen 2010 und 2016 Staatschef der Philippinen. An der Aktion in der südphilippinischen Stadt Mamasapano waren annähernd 400 Sonder-Einsatzkräfte beteiligt. Die Polizisten wurden von muslimischen Rebellen mit schwerem Gewehrfeuer angegriffen. Insgesamt soll es mehr als 60 Tote gegeben haben, darunter auch der gesuchte Verdächtige Zulkifli bin Hir («Marwan»), ein Mann aus Malaysia. Der philippinische Senat war in einer Untersuchung bereits zu dem Urteil gekommen, dass die Aktion mangelhaft koordiniert gewesen sei.

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