MANILA (dpa) - In dem vom Präsidenten verordneten kompromisslosen Kampf gegen den Rauschgifthandel haben Polizisten auf den Philippinen sechs Männer erschossen. Es waren Anhänger eines Bürgermeisters und dessen Sohnes, die Präsident Rodrigo Duterte des Drogenhandels bezichtigt hatte. Als die Polizei am Mittwoch zum Haus des Bürgermeisters in Albuera kam, sei das Feuer auf sie eröffnet worden, berichtete ein Polizeisprecher. Bei der anschließenden Schießerei seien sechs Anhänger des Bürgermeisters erschossen worden.
Duterte hatte dem Bürgermeister und seinem Sohn ein Ultimatum gestellt, sich zu ergeben und andernfalls mit Erschießung gedroht. Der Vater stellte sich am Dienstag, aber der Sohn war flüchtig. Der Vater beteuerte seine Unschuld, räumte aber ein, dass sein Sohn ein Drogendealer sei. Polizeichef Ronald Dela Rosa drängte den Sohn, sich zu stellen. «Ansonsten wirst Du sterben», sagte er.
Duterte ist mit dem Versprechen, die Drogenkriminalität auszurotten, im Mai mit großer Mehrheit gewählt worden. In seiner Heimatstadt Davao wurden in seiner langjährigen Amtszeit als Bürgermeister Hunderte mutmaßliche Dealer getötet. Menschenrechtler werfen Duterte vor, Todesschwadronen geduldet zu haben. Seit seinem Amtsantritt sind nach Polizeiangaben mindestens 400 mutmaßliche Drogendealer getötet worden.