Versorgung mit Lithium auf Jahre gesichert

Arbeiter beim Fertigen von Autobatterien. Foto: epa/Filip Singer
Arbeiter beim Fertigen von Autobatterien. Foto: epa/Filip Singer

BERLIN (dpa) - Die Auto- und die Computerindustrie müssen nach Einschätzung von Experten der Bundesregierung in den nächsten Jahren nicht um eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Rohstoff Lithium bangen.

Das für viele Elektroauto-Batterien oder Smartphone-Akkus unerlässliche Leichtmetall dürfte bis 2025 ohne größere Probleme verfügbar sein - jedenfalls bei Annahme eines optimistischen Szenarios, wie die Deutsche Rohstoffagentur (Dera) am Montag mitteilte. Die Förderländer weiteten ihr Angebot an Lithium aus, was zu einem Überschuss des Elements führen könne. «Es wird langfristig genug Lithium für den Ausbau der Elektromobilität geben.»

Vorübergehend seien Situationen möglich, in denen zu wenig Lithium auf den Markt kommt - etwa wenn die E-Mobilität «besonders dynamisch» anlaufen und Förderkapazitäten weniger als erwartet ausgebaut werden sollten. Grundsätzlich nimmt die Dera - sie gehört zur Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unter der Aufsicht des Wirtschaftsministeriums - aber an, «dass die Versorgung des Lithium-Marktes gesichert ist». Auch wegen der zuletzt stark gestiegenen Preise sollten Unternehmen, deren Produkte Lithium enthalten, den Markt sehr genau beobachten.

Lithium ist ein sogenanntes Alkalimetall. In Akkus und Batterien ist es in geladener (ionisierter) Form wichtig für die Speicherung von Elektrizität. Die Dera schätzt, dass sich der weltweite Bedarf an dem Rohstoff von derzeit etwa 33 000 Tonnen bis zu Jahr 2025 mindestens verdoppelt. Die Agentur berät unter anderem die Wirtschaft dabei, wie sich die Beschaffung strategisch wichtiger Rohstoffe absichern lässt.

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Leserkommentare

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Khun Wilfried Stevens 22.11.17 09:01
Export...Versuch war es wert... 555
Es wird sicher noch interessant, wer und wo immer wieder neue Innovationen uns Batterien mit längerer Laufzeit und kürzere Ladezeit beglücken...so, mein Handy-Akku wieder leer ; (
Hansruedi Bütler 21.11.17 21:46
Die besagte Batterie ist eine CHer Erfindung
Ich habe natürlich nicht im Traum daran gedacht, dass Khun Wilfried unsere Erfindung nach China exportiert. :-) Natrium (Na, als NaCl) und Magnesium ist ebenso billig als auch weltweit verfügbar. Zur Erfindung: Natrium und Magnesium statt Lithium für Akkus. Der schweizerische Nationalfond (SNF) fördert die Technologie, mit dem Ziel eine Alternative zur Lithiumionen-Batterie entwickeln. Magnesium (Mg) ist im Gegensatz zu Lithium zweimal positiv geladen, erzeugt also bei gleichem Gewicht die doppelte Lademenge. Für die von den Schweizer Wissenschaftlern konzipierten Speicherzellen werden so genannte Festelektrolyte (nicht die bekannten Flüssigelektrolyte) eingesetzt. Dies ist äußerst anspruchsvoll, denn die Ionen - ob Lithium, Natrium oder Magnesium müssen sich in diesem festen Umfeld bewegen können. Indem die (positiv geladenen) Ionen im Akku von einem Pol zum anderen wandern, ermöglichen sie die Bewegung der (negativ geladenen) Elektronen und erzeugen somit Strom. Um die Mobilität der Ionen zu gewährleisten, entwickelten die Forschenden feste Elektrolyten, die eine kristalline chemische Struktur aufweisen. Als das Team um Arndt Remhof Lithium durch die Metalle Natrium bzw. Magnesium ersetzte, musste es diese Kristallstruktur komplett überarbeiten sowie auf neue Verbindungen und Herstellungsverfahren zurückgreifen. Na-Ionen sind bei 20°C, Mg-Ionen aber ab 400° mobil. Die CHer schafften es die Mobilität bei 70°C zu erreichen. Es ist noch was zu tun - aber wir schaffen das! :-
Khun Wilfried Stevens 21.11.17 20:08
@Gut erläutert HansruediBütler
Seien wir gespannt, welche Leistungssteigerungen und schnellere Ladungsmöglichkeiten entwickelt werden. In China soll es Tests mit Natrium-Magnesium geben, aber davon verstehe ich nuchts. Vielen Dank!
Hansruedi Bütler 21.11.17 18:48
Alternativen schon in Entwicklung
Ja, das ist korrekt Khun Wilfried. Gemeint ist vermutlich der Nickel-Zink-Akku. Was aber hier anzumerken ist, dass diese Technologie noch nicht den ganz großen Praxistest bestanden hat, obwohl das Problem der Dendrit-Bildung an den Elektroden gelöst werden konnte. Beiden Akku-Typen (Li-Ionen und Ni-Zn-Akku) ist aber gemeinsam, dass jeweils zwei "sehr unangenehme" Metalle, mit hohem Allergie-Potential, zum Einsatz kommen. Bei Li-Ionen Kobalt und bei Zn ist es Nickel. Bestechend, bei gleicher Stromdichte ist, das weitaus geringere Gewicht des Ni-Zn-Akkus. Für beide Batterietypen stehen die entsprechenden Recycling-Maßnahmen noch nicht - werden aber hoffentlich noch kommen. Zu erwähnen ist auch, dass der Li-Ionen Akku stark verbilligt werden kann. Siehe: "Wissenschaftler der University of California in Riverside haben hierfür nun einen neuen Ansatz gefunden: Mit Hilfe eines chemischen Prozesses ist es ihnen gelungen, aus Altglas nanoskaliges Silizium zu gewinnen, dass für Elektroden in Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden kann. Diese Nanosilizium-Anoden können bis zu vier Mal so viel Energie speichern wie konventionelle Batterien mit Graphit-Anoden und das bei niedrigen Material- und Herstellungskosten". Die "Gefährlichkeit" von Li-Ionen Akkus ist oft auch auf falsche Handhabung zurückzuführen und wird sicherlich auch "ausgemerzt".
Khun Wilfried Stevens 21.11.17 15:12
Alternativen schon in Entwicklung
China hat ja u.a. die gesamte Nissan-Batteriesparte übernommen, und erprobt schon Alternativen ... das Rennen hat begonnen...