BANGKOK: Das Ende der buddhistischen Fastenzeit, von Thailändern „Wan Ok Phansa“ genannt – „Endtag der Regenzeit“ – findet in Thailand und Laos jedes Jahr zum Ende der Monsunzeit statt. Der Termin für diesen wichtigen buddhistischen Feiertag fällt dieses Jahr auf Sonntag, 29. Oktober.
Ok Phansa markiert sowohl das Ende der Regenzeit als auch das Ende der dreimonatigen Mönchsklausur, den Beginn der Kathin-Zeit und – für die Tourismusindustrie des Landes besonders wichtig – den Beginn der Hochsaison. Im ganzen Land wird dieses besondere Ereignis mit stimmungsvollen Festivals fröhlich zelebriert, zu Land und zu Wasser.
Ok Phansa: Ende der Fastenzeit
Am Ok-Phansa-Tag dürfen die Mönche wieder ihre Klöster verlassen und in das alltägliche Leben zurückkehren. Viele Thais besuchen an diesem Tag ihre Familienangehörigen, Freunde oder Verwandten im Tempel, die dort Mönche auf Zeit sind und beten mit ihnen zusammen.

Doch bis es so weit ist, müssen sich die Mönche in den drei Phansa-Monaten in ihren jeweiligen Tempel (Wat) zurückziehen und sich intensiv der Meditation widmen. Ziel ist die Suche nach spiritueller Erleuchtung. Bis zum Ok-Phansa-Tag dürfen sich die Mönche maximal für fünf Tage pro Monat von ihrem Wat entfernen.
Traditionell steckt hinter dieser Klausurzeit hingegen die pragmatische Einsicht, dass die Mönche für drei Monate auf das Umherwandern verzichten sollten, da in diesem Zeitraum auf den Feldern die junge Saat sprießt. Damit die Schösslinge nicht zertreten werden, hatte Buddha selbst bestimmt, dass sich die Mönche während der Regenzeit – von Ausnahmefällen abgesehen – in ein und demselben Tempel aufhalten sollten.

Der erste Tag dieser dreimonatigen Regenzeitklausur ist Khao Phansa (fiel dieses Jahr auf den 2. August). Für viele junge männliche Thailänder gerät er zugleich zu einem besonderen Tag, da mit ihm ihr dreimonatiges Mönchsein beginnt. Er wird deshalb auch mit besonderen Ordinationsfeierlichkeiten begangen. Die darauffolgenden drei Monate verbringen sie mit dem Dharma-Studium, im Rahmen dessen sie sich mit dem Gesetz, dem Recht und der Sitte sowie den ethischen und religiösen Verpflichtungen des Mönchseins befassen.
Neue Roben an Thod Khatin
Auf Ok Phansa folgt Thod Kathin, auch Kathina genannt. Einmal im Jahr, an einem Vollmondtag zwischen Oktober und November, suchen die Gläubigen ihr Wat auf und überreichen den Mönchen Almosen, u.a. Speisen und Spenden, nach dem Tam-Bun-Prinzip (Erwerb religiöser Verdienste). Im Rahmen einer traditionellen Zeremonie werden den Mönchen außerdem neue Roben dargebracht – der Höhepunkt von Thod Kathin.
Die Tod-Kathin-Zeremonie umfasst vielerorts einen festlichen Umzug durch die Stadt, auf dem die Gläubigen die neuen Roben zum Tempel tragen, wo sie den Mönchen feierlich übergeben werden. Touristen, die dieses ganz besondere buddhistische Ereignis erleben möchten, müssen beachten, dass es kein spezifisches Datum für die Durchführung der Zeremonie gibt, der Termin ist stets abhängig von den Arrangements in den einzelnen Tempeln. Doch im Allgemeinen finden die Tod-Kathin-Zeremonien innerhalb eines Monats ab dem Ende der buddhistischen Fastenzeit statt. Die genauen Termine erfahren Buddhisten in ihrem Tempel.