Schmerzhafte Nierensteine

Acht wichtige Fakten, die Sie kennen müssen

In zahlreichen Industrieländern hat sich die Anzahl der Nierensteinfälle in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Foto: Getty Images
In zahlreichen Industrieländern hat sich die Anzahl der Nierensteinfälle in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Foto: Getty Images

BANGKOK: Laut Patientenstudien verursachen Nierensteine und Schusswunden ähnlich starke qualvolle Schmerzen. In Studien, die Gesundheitsprobleme nach der Stärke der dabei entstehenden Schmerzen ordnen, stehen Nierensteine und Schusswunden normalerweise ganz weit oben auf der Liste. Aber Schmerzen sind nur ein Aspekt dieses verbreiteten Gesundheitsproblems. Nachstehend acht wichtige Fakten über Nierensteine, die Sie kennen müssen.

1. Die Anzahl der Nierensteinfälle ist erheblich gestiegen. Insbesondere in Industrieländern kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer Verdoppelung. der Nierensteinfälle. Das Vorkommen von Nierensteinen in der Familie erhöht zudem das Risiko, sie selbst ebenfalls zu bekommen. Männer leiden etwa doppelt so oft an Nierensteinen wie Frauen. Auch bei Babys und Kleinkindern können sich bereits Nierensteine bilden. Als Hauptgründe gelten Ernährungs- und Lebensstiländerungen. Beispielsweise durch den Konsum industriell verarbeiteter Schnellgerichte („Junk-Food“), mehr Konservierungsmittel und mehr Natrium. Der Anstieg der Nierensteinfälle entspricht ähnlichen Tendenzen bei so genannten Zivilisationskrankheiten, wie z.B. erhöhter Blutdruck, Diabetes und Fettleibigkeit, von denen jede einzelne ein Risikofaktor für Nierensteine ist.

2. Flüssigkeitsmangel fördert die Nierenstein-Bildung. Nierensteine sind harte Gegenstände aus konzentrierten Salz-, Kalzium- und Mineralienansammlungen, die im Urin kris­tallisieren. Ohne ausreichende Flüssigkeit zur Ausscheidung von Salz, Kalzium und Mineralien wachsen die Nierensteine. Sie können entweder in der Niere verbleiben, wo sie keine Schmerzen verursachen, oder aber die Niere verlassen und die Harnwege hinunter in den Harnleiter wandern.

3. Der Schmerz wandert mit dem Nierenstein. Schmerzen entstehen dann, wenn der Stein zu einer Blockade oder Urinstauung in der Niere führt, die daraufhin versucht, den gestauten Urin abzugeben. Die von der Niere stammenden Schmerzen sind im oberen Rücken spürbar, und während sich der Stein die Harnwege entlang bewegt, so wandert auch der Ort der Schmerzen – erst nach unten und dann nach vorne in Richtung Bauchgegend. Die Bewegung des Nierensteins kann unterwegs auch Verletzungen und Blutungen verursachen, was zu Blut im Urin führt.

4. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr als Prävention und Behandlung. Gemeinsam mit gesunder Ernährung, Bewegung und Gewichtskontrolle hilft eine gute Flüssigkeitszufuhr durch ausreichende Wasseraufnahme, um die Bildung von Nierensteinen zu verhindern. Wasser zu trinken, ist oft auch die wirkungsvollste Methode, dem Körper bei der Ausscheidung bereits gebildeter Nierensteine zu helfen.

5. Achten Sie auf folgende Symptome:

• Starke Schmerzen, die wellenartig von einer oder beiden Seiten des unteren Rückens kommen

• Magenschmerzen, die nicht von selbst verschwinden

• Blut im Urin

• Häufiger Harndrang, jedoch sehr geringe Harnmengen

• Übelkeit, Erbrechen

• Fieber, Schüttelfrost

• Übelriechender und/ oder trüber Urin

6. Ohne eine Behandlung kann es zu ernsthaften Problemen kommen. Für den Fall, dass das Problem nicht behandelt wird, kann es zu Komplikationen kommen, wie Blut im Urin und verschiedene Arten von Harnwegsinfektionen (HWIs). Das Ausbleiben einer geeigneten Behandlung erhöht auch das Risiko für ein späteres Auftreten schwerer Gesundheitsprobleme wie Nierenversagen oder chronischer Nierenkrankheiten.

7. Nierensteine neigen zur Wiederkehr. Sobald Sie bereits einmal einen Nierenstein hatten, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall erheblich.

8. Es gibt zahlreiche wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Solange der Stein den Urinabfluss nicht blockiert, keine Schmerzen verursacht und noch klein ist, sollte man warten, bis er von selbst aus dem Körper ausgeschieden wird. Falls er während dieses Vorgangs jedoch Schmerzen verursacht und eine Größe aufweist, die kleiner als fünf Millimeter ist, würde eine konservative medizinische Vorgehensweise die Schmerzlinderung, die Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr und ggf. auch die Verschreibung von Medikamenten beinhalten. Weitere Optionen sind Behandlungen, bei denen der Stein in kleinere Stücke zerbrochen wird, sowie minimalinvasive Endoskopietechniken. Hierzu gehören:

• Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), eine nichtinvasive Behandlung, bei der Stoßwellen durch die Haut gesendet werden, die den Stein in winzige Fragmente und Staub zerkleinern, die letztendlich mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden werden.

• Zystoskopie, ein minimalinvasives Verfahren zur Entfernung eines Nierensteins, der so groß ist, dass er vermutlich nicht von allein aus dem Körper ausgeschieden werden kann, jedoch nicht so groß ist, dass eine chirurgische Entfernung notwendig wäre. Hierbei wird ein Zystoskopgerät in die Harnröhre eingeführt. Es ist mit einer winzigen Kamera und einem korbähnlichen Instrument ausgestattet, das den Stein erfassen und in diesem Korb halten kann, bis das Gerät entfernt wird.

Nierensteine haben nicht auf alle Personen die gleichen Auswirkungen. Man sollte sich an zwei einfache Richtlinien halten: 1. Wenn Sie Blut im Urin haben, lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen. 2. Wenn Sie starke Schmerzen haben, lassen Sie sich ebenfalls von einem Arzt untersuchen.

Die vorliegende Gesundheitskolumne wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Tatpong Chit-ua-aree, Experte für Nierenheilkunde (Nephrologie) im Bumrungrad International Hospital in Bangkok, geschrieben. Deutschsprachige Auskunft, Tel.: +66 (0)2-011.2222, E-Mail: info
german@bumrungrad.com. Infos: www.bumrungrad.com.

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