Reisen für Erntehelfern ins Ausland erlaubt

Foto: epa/Patrick Seeger
Foto: epa/Patrick Seeger

BUKAREST: Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise ausnahmsweise die Ausreise mit dem Flugzeug ins Ausland. Das teilte Rumäniens Innenminister Marcel Vela am Samstag mit. Dies dürfte insbesondere die Situation deutscher Landwirte, vor allem von Spargelbauern, erleichtern, die dringend Erntehelfer benötigen. Diese kamen bisher zum großen Teil aus Rumänien.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am Donnerstag geeinigt, 80 000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40 000 Menschen kommen. Zuvor hatte das Innenministerium weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt.

Die rumänische Sondergenehmigung bezieht sich aber nicht auf Personal im Bereich der Medizin und Pflege, wie der Minister betonte. Insbesondere Österreich hatte zuletzt darauf gedrängt, dass Rumänien die Ausreise von Pflegepersonal ermöglichen solle. Allerdings herrscht auch in Rumänien akuter Mangel an Ärzten und Pflegern. Dort weigern sich etliche Fachkräfte zu arbeiten, weil sie in Ermangelung von Schutzausrüstung um ihre eigene Gesundheit bangen und befürchten, ihre Familien und weitere Patienten zu infizieren.

Eigentlich sind Flugverbindungen zwischen Rumänien und Corona-Risikoländern verboten. Auf dem Landweg sind Reisen Richtung Westen nicht möglich, weil Ungarn die Grenzen geschlossen hat.

In Rumänien sind bisher 140 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg bis Samstag auf 3616, 430 mehr als am Vortag.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.