Python überrascht Paar im dritten Stock

Schlange versteckte sich neben dem Bett des Ehepaars

Retter entfernen die fast zwei Meter lange Python aus einem Schlafzimmer im dritten Stock eines Wohnheims in Ayutthaya. Foto: Khaosod
Retter entfernen die fast zwei Meter lange Python aus einem Schlafzimmer im dritten Stock eines Wohnheims in Ayutthaya. Foto: Khaosod

AYUTTHAYA: Mitten in der Nacht erlebte ein Ehepaar aus Ayutthaya einen Schock, als es eine Python in seinem Schlafzimmer entdeckte. Die fast zwei Meter lange Schlange hatte sich unbemerkt bis in den dritten Stock geschlichen. Einsatzkräfte rückten aus, um das Tier einzufangen und sicher in die Natur zurückzubringen.

Ein ungewöhnlicher nächtlicher Zwischenfall in der thailändischen Provinz Phra Nakhon Si Ayutthaya sorgte am frühen Morgen des 13. Mai für Aufsehen: Laut der Zeitung KhaoSod wurde gegen 3 Uhr ein Rettungsteam alarmiert, nachdem ein Ehepaar eine große Schlange in seinem Schlafzimmer entdeckt hatte. Die Python, etwa 1,5 bis 2 Meter lang, hatte es sich im dritten Stock eines Wohnhauses im Bezirk Uthai gemütlich gemacht.

Das betroffene Paar, der 45-jährige Don und seine 40-jährige Frau Muay, hatte zuvor die Tür ihres Zimmers offen gelassen, um in der heißen Nacht für Abkühlung zu sorgen. Als sich das Klima später abkühlte, wollte Don die Tür schließen – und entdeckte dabei die unerwartete Mitbewohnerin, die sich neben ihrem Bett zusammengerollt hatte.

Einsatz in luftiger Höhe

Die Rettungskräfte der Ayutthaya Rescue Unit trafen kurz nach dem Notruf im Wohnheim in der Khan-Ham-Gemeinde ein. Mit professionellem Equipment zur Schlangenbekämpfung ausgerüstet, verschafften sie sich vorsichtig Zugang zu dem Raum mit der Nummer 331.

Das Paar hatte sich inzwischen in das Badezimmer zurückgezogen und wartete nervös auf Hilfe. Die Einsatzkräfte fanden die Python schließlich nicht mehr auf dem Boden, sondern eingerollt auf einem Regal in unmittelbarer Nähe eines buddhistischen Altars. Die erfahrenen Retter fingen das Tier behutsam ein und ließen es in seinem natürlichen Lebensraum wieder frei.

Tarnung im Schlafzimmer

Don schilderte, dass er zunächst glaubte, die Schlange sei wieder verschwunden, nachdem er die Tür geschlossen hatte. Die beiden Eheleute kehrten daher ins Bett zurück. Erst später bemerkten sie erneut Bewegungen – diesmal in der Nähe eines Arzneibeutels unterhalb des Altars. Die Python hatte sich dort erneut zusammengerollt, was die Eheleute veranlasste, endgültig die Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen.

Der Vorfall ging glücklicherweise ohne Verletzungen aus. Dennoch war der Schreck groß: „Ich hätte nie gedacht, dass eine Schlange bis in den dritten Stock gelangen kann“, sagte Don gegenüber den Einsatzkräften laut KhaoSod.

Unwillkommene Mitbewohner nehmen zu

Fälle wie dieser sind in Thailand nicht selten. Gerade in den heißen Monaten suchen Schlangen häufig kühlere Orte auf – oft in der Nähe von Menschen. Besonders Pythons sind bekannt dafür, dass sie auch höhere Stockwerke erreichen können, etwa über Regenrohre oder Lüftungsschächte.

Die thailändischen Rettungsdienste sind für solche Einsätze gut vorbereitet. Sie verfügen über spezielle Werkzeuge und geschulte Teams, die Tiere wie Schlangen, Warane oder sogar Krokodile einfangen können. Meistens werden diese Tiere anschließend in nahegelegenen Wäldern oder Naturschutzgebieten wieder ausgesetzt.

Gefährliche Nähe – und ein bisschen Aberglaube

Das Paar war trotz der beunruhigenden Begegnung glimpflich davongekommen. Don kündigte an, künftig nicht mehr bei offener Tür zu schlafen. Zudem scherzte er, er wolle vielleicht die Zimmernummer 331 als Lotteriezahl verwenden – eine verbreitete Praxis in Thailand, wo ungewöhnliche Ereignisse oft mit Glückszahlen assoziiert werden.

Auch wenn die Python für Menschen in der Regel ungefährlich ist und selten angreift, wenn sie sich nicht bedroht fühlt, kann ihre bloße Anwesenheit große Panik auslösen. Vor allem bei nächtlicher Entdeckung und in engen Wohnräumen stellen solche Vorfälle eine enorme psychische Belastung dar.

Schlangenalarm in der Regenzeit

Mit Beginn der Regenzeit steigt in Thailand die Zahl der gemeldeten Schlangenfunde deutlich an. Feuchte Böden, überflutete Felder und sinkende Temperaturen treiben viele Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum in bewohnte Gebiete. Besonders häufig werden Schlangen in Toiletten, Küchen oder Lagerräumen gesichtet.

Laut Angaben des thailändischen Innenministeriums verzeichnet Bangkok jährlich mehrere Tausend Einsätze wegen Schlangen. In manchen Stadtteilen rücken die Helfer bis zu zehnmal täglich aus. Pythons, Kobras und Grubenottern zählen dabei zu den am häufigsten gesichteten Arten.

Ein häufiger Fehler vieler Bewohner ist es, Türen und Fenster offen zu lassen oder Essensreste offen stehen zu lassen – ein Magnet für Nagetiere, die wiederum Schlangen anziehen. Experten raten daher zur regelmäßigen Kontrolle von Eingängen, Abflüssen und Spalten im Mauerwerk sowie zur sofortigen Alarmierung von Fachkräften bei Sichtung eines Reptils.

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