Katholiken beten für Rückkehr der Touristen

Die Weihnachtssternparade in Tha Rae ist thailandweit einzigartig

Am 23. und 24. Dezember wird in Tha Rae wieder die traditionelle Weihnachtssternparade veranstaltet. Fotos: TAT
Am 23. und 24. Dezember wird in Tha Rae wieder die traditionelle Weihnachtssternparade veranstaltet. Fotos: TAT

SAKHON NAKHON: Mit fast 13.000 Anhängern ist die Gemeinde Tha Rae in der Nordostprovinz die größte katholische Gemeinde Thailands. Sie befindet sich ca. 30 Minuten von der Provinzhauptstadt Sakhon Nakhon entfernt und liegt nördlich des Nong-Han-Sees, dem mit einer Fläche von 125,2 Quadratkilometern größten natürlichen See im Isaan. Die thailändisch-vietnamesische Gemeinde wurde vor 136 Jahren gegründet und zieht Besucher an, die die Gemeinde erkunden und die St.-Michael-Kathedrale sowie die alten Gebäude und Häuser im französisch-vietnamesischen Stil der Gegend besichtigen möchten.

Doch seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und der Schließung thailändischer Grenzen für ausländische Besucher ist es deutlich ruhiger geworden in Tha Rae. Da am 23. und 24. Dezember wieder die jährliche Weihnachtssternparade als Höhepunkt des Veranstaltungskalenders der Gemeinde stattfindet, die in Vor-Corona-Zeiten Jahr für Jahr viele ausländische Besucher anzog, hoffen die Einwohner, in diesem Jahr Inlandstouristen für einen Besuch in Tha Rae begeistern zu können, die an ihrem traditionellen Weihnachtsfest teilnehmen möchten.

Leuchtende Sterne und Krippenspiel

Neben der stimmungsvollen Parade werden die Einwohner von Tha Rae auch in diesem Jahr wieder ihre Häuser mit unzähligen sternförmigen Laternen dekorieren, weshalb das Festival thailandweit einzigartig ist. Am 1. Weihnachtsfeiertag findet darüber hinaus eine weitere Parade in der Stadtmitte von Sakhon Nakhon statt. „Es lohnt sich, die Gemeinde zu besuchen, die Straßenparade ist brillant und viele Anwohner werden daran teilnehmen“, schwärmt Adul Trakulma, der als Gemeindevorsteher mit der Tourismusförderung beauftragt ist. „Die Besucher werden in der Walking Street so viel erleben können, und es wird ein traditionelles Weihnachtskrippenspiel stattfinden.“

Khun Adul folgend werden viele Häuser kunstvoll mit sternförmigen Laternen und glitzernden Weihnachtsbäumen geschmückt sein, weshalb sich die Besucher auf ein unverwechselbares sternenbeleuchtetes Spektakel freuen dürfen: „Wir heißen alle Menschen jeden Glaubens herzlich willkommen. Kommen Sie uns besuchen und lernen Sie unsere Kultur und Lebensweise kennen. Sie können sicher sein, mit einem guten Eindruck und glücklichen Erinnerungen nach Hause zurückzukehren.“

Die Einwohner der katholischen Gemeinde schmücken ihre Häuser mit unzähligen leuchtenden Lampions.
Die Einwohner der katholischen Gemeinde schmücken ihre Häuser mit unzähligen leuchtenden Lampions.

Gemäß dem Gemeindevorsteher wurde die Kathedrale 1884 von einer Gruppe von 150 Vietnamesen gegründet, die nach Sakon Nakhon übersiedelten und sich in Tha Rae niederließen. Sie wurde von einer kleinen Kirche mit Strohdach in ihre heutige Betonstruktur umgewandelt und kann bis zu 1.000 Menschen aufnehmen. Darüber hinaus gibt es in Tha Rae auch vier kleinere Kirchen, die Besucher besichtigen können.

Gelebte Vielfältigkeit

Tha Rae ist eine Vorzeige-Gemeinschaft für ein breites Spektrum an Ethnizität, Nationalität und Religion. In Vor-Corona-Zeiten genoss es den Ruf als erfolgreiches Beispiel für gemeindebasierten und kulturellen Tourismus. Da seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie im März dieses Jahres die Besucherzahlen jedoch massiv geschrumpft sind, leiden Khun Adul folgend große Bevölkerungsteile unter steigender Armut. Viele Betreiber von Restaurants, Coffeeshops und Homestays in der Gemeinde sind inzwischen bankrott, da sie kein Einkommen mehr aus dem Tourismus und dem Verkauf von OTOP-Produkten („One Tambon One Product“) erzielen können.

Vietnamesische Küche trifft auf Isaan-Food

Derzeit gibt es in Tha Rae immer noch 25 Homestays, Boutique-Resorts sowie zahlreiche Cafés und Restaurants, die vietnamesische und lokale Spezialitäten anbieten. Neben der katholischen Kathedrale dient vor allem der Nong-Han-See als Besuchermagnet, auf dem Touristen Tagesausflüge mit Booten unternehmen und in romantischen Restaurants am Seeufer die Köstlichkeiten der Region probieren können. Bei Hobbyfotografen und Geschichtsinte­ressierten erfreuen sich zudem die unverwechselbaren französischen Kolonialbauten großer Beliebtheit.

„Unsere Tha-Rae-Gemeinschaft ist immer ein perfektes Urlaubsziel für alle diejenigen, die für einige Tage aus ihren geschäftigen Städten entfliehen möchten, um eine ruhige und entspannte Auszeit auf dem Land zu genießen“, wirbt Khun Adul für einen Besuch in seiner Gemeinde.

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