Kandidatur von Prinzessin vor dem Aus

Prinzessin Ubolratanas Kandidatur steht vor dem Aus. Foto: epa/Jorge Zapata
Prinzessin Ubolratanas Kandidatur steht vor dem Aus. Foto: epa/Jorge Zapata

BANGKOK (dpa) - Prinzessin Ubolratana ist mit ihrer Kandidatur als Premierministerin praktisch gescheitert. Die Partei Thai Raksa Charta (TRC) kündigte am Samstag an, ein Machtwort von Seiner Majestät König Maha Vajiralongkorn zu akzeptieren. Der Monarch hatte die Bewerbung seiner Schwester wenige Stunden zuvor als «extrem unangemessen» und verfassungswidrig bezeichnet. Offiziell beendet ist die Kandidatur aber noch nicht.

Von der Prinzessin selbst gab es zunächst keine klare Stellungnahme. Auf Instagram bedankte sie sich bei ihren Anhängern für «Liebe und Unterstützung». Beobachter werteten dies als Zeichen für einen baldigen Verzicht. Die 67-Jährige hatte am Freitag überraschend angekündigt, sich bei der Parlamentswahl am 24. März als Premierministerin zu bewerben. So etwas gab es in Thailands Geschichte noch nie. Am Abend sprach ihr dann jedoch Seine Majestät öffentlich das Recht ab, zu kandidieren. In einer Erklärung, die in allen Fernsehsendern verlesen wurde, erklärte der König, die Einmischung eines hochrangigen Mitglieds des Königshauses in die Politik sei ein «Akt im Widerspruch zu Thailands Traditionen, Sitten und Kultur». Eine solche Erklärung ist äußerst ungewöhnlich.

Nach mehrstündigen Beratungen gab die TRC bekannt, den «Befehl des Königs einzuhalten». Dies geschehe auch im Respekt vor Tradition und Sitten des Königshauses. Getragen wird die Partei von Anhängern der schwer reichen Shinawatra-Familie, die in den vergangenen Jahren zwei Mal den Premierminister stellte: Familienoberhaupt Thaksin und dessen Schwester Yingluck Shinawatra. Beide wurden vom Militär gestürzt und leben nun im Ausland. Die Prinzessin ist mit den Shinawatras befreundet.

Die letzte Entscheidung über die Zulässigkeit von Kandidaturen liegt bei einem staatlichen Wahl-Komitee. Das Komitee hat bis Freitag nächster Woche Zeit, darüber zu beraten. Es gilt als unwahrscheinlich, dass es sich über den Willen des Königs hinwegsetzt. Von einem Rückzug der Prinzessin würde nach Meinung von Experten der amtierende Regierungschef Prayut Chan-o-Cha (64) profitieren. Der Putsch-General ist seit Freitag offiziell Spitzenkandidat einer Partei, die der Armee nahesteht.

Wenn es bei der Wahl bleibt, wäre dies für das 68-Millionen-Einwohner-Land in Südostasien ein wichtiger Schritt zurück in Richtung Demokratie. Der Termin war von den Militärs immer wieder verschoben worden. Verlässliche Umfragen gibt es bislang nicht. Durch eine Änderung der Verfassung ist jedoch schon garantiert, dass das Militär großen Einfluss behält.

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