Anti-Korruptionsprotest in Manila

Präsident Ferdinand Marcos Jr. informiert im Malacañang-Palast über Ermittlungen zu Korruption in staatlichen Infrastrukturprojekten. Foto: epa/Rolex Dela Pena
Präsident Ferdinand Marcos Jr. informiert im Malacañang-Palast über Ermittlungen zu Korruption in staatlichen Infrastrukturprojekten. Foto: epa/Rolex Dela Pena

MANILA: Die Philippinen werden immer wieder von Taifunen heimgesucht. Nun kommt es in dem südostasiatischen Land zu Massenprotesten gegen Korruption bei staatlich finanzierten Projekten gegen Hochwasser.

Hunderttausende Menschen haben auf den Philippinen gegen einen Fall von Korruption protestiert, in den auch Verbündete von Präsident Ferdinand Marcos Jr. verwickelt sein sollen. Bei einer Kundgebung im Rizal-Park im Herzen der Hauptstadt Manila versammelten sich laut Behörden rund 550.000 Demonstranten. Auf Plakaten forderten sie unter anderem «Gerechtigkeit!» und «Transparenz statt Verschwörung», wie auf Bildern zu sehen war.

Grund für den Protest ist ein Korruptionsskandal um staatlich finanzierte Hochwasserschutzprojekte im Wert von über 500 Milliarden Pesos (7,3 Milliarden Euro). Die Philippinen sind besonders stark von Überschwemmungen, Taifunen und extremen Wetterereignissen bedroht. Im Schnitt ziehen rund 20 tropische Wirbelstürme pro Jahr über den südostasiatischen Inselstaat.

Weitere Proteste für Montag und Dienstag geplant

Laut Veranstaltern handelte es sich am Sonntag um die bislang größte Demonstration aufgrund des Korruptionsskandals. Noch bis Dienstag wollen Menschen auf die Straße gehen, hieß es weiter. Im September war es bei einem Protest zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. Damals sprachen die Veranstalter von rund 130.000 Teilnehmern.

Um diese Anschuldigungen geht es

Den Vorwürfen zufolge sollen einige Hochwasserschutzprojekte nur Scheinaufträge gewesen sein oder mangelhaft ausgeführt worden sein. Außerdem hieß es, Gelder seien in die privaten Taschen der Auftragnehmer gewandert. Hinweise von Whistleblowern legen zudem nahe, dass Politiker und Beamte in Unregelmäßigkeiten verwickelt sind und Schmiergelder kassiert haben.

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