Ex-Präsident Bolsonaro erhält Hausarrest

Jair Bolsonaro verlässt ein Krankenhaus in Brasília. Nach einer Operation kehrt der Ex-Präsident in den Hausarrest zurück. Foto: epa/Andre Borges
Jair Bolsonaro verlässt ein Krankenhaus in Brasília. Nach einer Operation kehrt der Ex-Präsident in den Hausarrest zurück. Foto: epa/Andre Borges

BRASÍLIA: Nach mehreren gescheiterten Anträgen lenkt Brasiliens Justiz ein: Der erkrankte Ex-Präsident darf vorerst in Hausarrest - eine befristete Entscheidung.

Brasiliens inhaftierter Ex-Präsident Jair Bolsonaro wird wegen seines schlechten Gesundheitszustands für 90 Tage in den Hausarrest verlegt. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte sich zuvor in einer Einschätzung für eine Lockerung der Haftbedingungen ausgesprochen, der der zuständige Richter Alexandre de Moraes nun folgte, wie mehrere brasilianische Medien berichteten.

Die Maßnahme gilt zunächst befristet und soll Bolsonaro die Erholung von einer Bronchopneumonie - eine Form der Lungenentzündung - ermöglichen. Die Entscheidung markiert zugleich eine Wende in dem Fall, da entsprechende Anträge der Verteidigung zuvor wiederholt abgelehnt worden waren.

Bolsonaro wegen Lungenentzündung im Krankenhaus

Der frühere Präsident befindet sich seit Mitte März wegen der Lungenentzündung in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Brasília und wird dort auf der Intensivstation behandelt. Nach Angaben der Ärzte zeigte er zuletzt eine «günstige Entwicklung», eine Verlegung von der Intensivstation wird innerhalb der nächsten 24 Stunden erwartet. Eine Entlassung werde in Aussicht gestellt, sofern sich sein Zustand stabil weiter verbessere, hieß es.

Die Frist für den Hausarrest beginnt mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Nach Ablauf der 90 Tage will der Richter prüfen, ob die Bedingungen weiter bestehen. Bolsonaro verbüßt eine Haftstrafe von mehr als 27 Jahren wegen eines versuchten Staatsstreichs und war zuletzt im Gefängniskomplex Papuda in Brasília inhaftiert.

Der frühere Staatschef hat seit Jahren wiederholt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Diese stehen auch im Zusammenhang mit einer Messerattacke im Jahr 2018 während des Wahlkampfs, bei der er schwer verletzt wurde.

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