Amtsenthebung von Vizepräsidentin eingeleitet

Der Präsident Ferdinand 'Bongbong' Marcos Junior (R) in Quezon City. Foto: epa/Francis R. Malasig
Der Präsident Ferdinand 'Bongbong' Marcos Junior (R) in Quezon City. Foto: epa/Francis R. Malasig

MANILA: Sara Duterte hatte gedroht, den philippinischen Präsident Marcos Jr. umbringen zu lassen, falls sie selbst ermordet wird. Dafür könnte sie nun ihr Amt als Vizepräsidentin verlieren.

Das philippinische Repräsentantenhaus hat für eine Amtsenthebung von Vizepräsidentin Sara Duterte wegen Vorwürfen der Korruption und Verletzung des öffentlichen Vertrauens gestimmt. 215 der 306 Mitglieder unterstützten eine von insgesamt vier Klagen gegen die 46-Jährige, wie der Vorsitzende des Repräsentantenhauses mitteilte.

Das ist mehr als die erforderliche Mehrheit von einem Drittel, um die Klage an den Senat weiterzuleiten. Dort muss dieser eine finale Entscheidung über die Amtsenthebung Dutertes treffen. Die Vizepräsidentin bleibt so lange im Amt.

Morddrohung gegen den Präsidenten

Die 46-Jährige ist die Tochter des wegen seines brutalen Anti-Drogen-Krieges umstrittenen Ex-Präsidenten Rodrigo Duterte, der von 2016 bis 2022 an der Macht war. Im November hatte sie gesagt, sie werde den amtierenden Präsidenten Marcos Jr. umbringen lassen, sollte sie selbst ermordet werden. Daraufhin beantragte eine Gruppe politischer Gegner ein Amtsenthebungsverfahren.

Die Drohungen äußerte Duterte im Rahmen einer Untersuchung über die mutmaßliche Veruntreuung von Geldern des Bildungsministeriums im Wert von knapp zehn Millionen Euro, dem sie zu dieser Zeit vorstand.

Risse im politischen Bündnis

Sowohl der Präsident als auch seine Vizepräsidentin sind Sprösslinge der zwei einflussreichsten Politiker-Familien des Inselstaates. Ein politisches Bündnis hatte beiden bei der Wahl 2022 zum Sieg verholfen. Vor den Halbzeitwahlen im Mai 2025, bei denen die Philippiner unter anderem neue Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen, kam es jedoch zum Bruch. Mittlerweile ist die Feindseligkeit in der politischen Spitze des Landes offenkundig.

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