Tschad: Ärzte ohne Grenzen kündigt Personal nach Übergriffen

Foto: Pixabay/106863
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PARIS: Als Hilfsorganisation soll Ärzte ohne Grenzen diejenigen unterstützen, die besonders viel Schutz brauchen. Doch im Tschad berichten Flüchtlinge von Missbrauch. Die Organisation zieht Konsequenzen.

Wegen sexueller Belästigung und Übergriffen auf sudanesische Flüchtlinge hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mehrere Mitarbeiter entlassen. 18 ehemals Beschäftigte dürften nicht mehr mit der Organisation zusammenarbeiten, teilte eine Sprecherin der in Paris ansässigen Hilfsgruppe mit. Die Taten hatten sich demnach im Osten des Tschads ereignet.

Wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) mitteilte, hatten mehrere aus dem Sudan geflüchtete Frauen und Minderjährige Vorwürfe gegen Personal der Hilfsorganisation vorgebracht. Während einer internen Untersuchung dazu Ende 2024 seien insgesamt 59 Vorwürfe gegen Angestellte, Tagelöhner, externe Dienstleister und Lieferanten aufgekommen. MSF zufolge konnten nicht alle Vorwürfe bestätigt werden - etwa weil weder das potenzielle Opfer noch der mutmaßliche Täter identifiziert werden konnten. In den Fällen, in denen schwere Fehler festgestellt worden seien, habe es Disziplinarmaßnahmen gegeben.

«Schwere Missachtung der Werte»

«Dieses Verhalten stellt eine schwere Missachtung der Werte und der Verantwortlichkeiten von MSF dar und wir bedauern die schweren Schäden, die verursacht wurden, aufrichtig», hieß es von der Hilfsorganisation. Man arbeite daran, sowohl bei der Vorbeugung als auch beim Erkennen von und beim Reagieren auf Übergriffe besser zu werden. Die Organisation gestand Lücken in ihrem Anstellungsprozess ein. So seien Menschen nicht ausreichend überprüft worden, bevor sie einen Job erhalten haben. Gleichzeitig verwies MSF darauf, dass auch die Rahmenbedingungen bei der Notarbeit mit Geflüchteten das Risiko für Ausbeutung erhöhten. So seien die Ressourcen begrenzt, die Bevölkerung schutzbedürftig und das Machtgefälle besonders groß.

Seit mehr als drei Jahren herrscht im Sudan ein blutiger Bürgerkrieg, mehr als elf Millionen Menschen sind innerhalb des Landes und in den Nachbarstaaten wie dem Tschad auf der Flucht.

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