Auf der Insel Luzon liegt Manila, die Hauptstadt der Philippinen. Als die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt ist die Metropole eine lebendige Mischung aus Kultur, Moderne und Geschichte. In diesem Reiseführer geben wir Ihnen einen Einblick in alle diese drei Bereiche und stellen Ihnen die philippinische Gastronomie vor, die jederzeit einen Versuch wert ist.
Die Kolonialgeschichte
Bis zum 16. Jahrhundert war Manila eine muslimisch-hinduistische Siedlung. Wenn wir jedoch über die Geschichte der Stadt sprechen, müssen wir die spanische Eroberung unter Miguel López de Legazpi Ende des 16. Jahrhunderts erwähnen. Die spanischen Konquistadoren bauten eine Festungsstadt namens Intramuros und machten sie zur Hauptstadt der Philippinen. Die Stadt diente während der mehr als 300 Jahre währenden spanischen Besatzung als politisches und militärisches Zentrum. Der Aufstieg der „Umfriedeten Stadt”, wie sie genannt wird, markierte den Beginn des modernen Manila.
Die Kopfsteinpflasterstraßen und Steinmauern verleihen diesem Viertel eine ganz spezielle Atmosphäre als dem Rest der Hauptstadt. Hier können Sie Pferdekutschen beobachten, die langsam an historischen Denkmälern wie dem Fort Santiago, einer Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert, der San-Agustin-Kirche, der ältesten Steinkirche des Landes und UNESCO-Weltkulturerbe, oder der Casa Manila, einem Museum für Architektur aus der Kolonialzeit, vorbeifahren.

Das moderne Manila:
die Stadt der Unterhaltung
Manila ist keine Stadt, die man nur nach einem einzigen Tag verstehen kann. Wenn man durch die Straßen schlendert, steht man in einem Moment vor einer alten Kathedrale und im nächsten in einem modernen Casino-Resort. Wenn man die Altstadt hinter sich lässt und sich in Richtung der Stadtteile Makati, Bonifacio Global City (BGC) oder Pasay begibt, ist man von Modernität umgeben.
Manila wird oft als „Stadt der Unterhaltung“ bezeichnet und ist bekannt für seine wachsende Glücksspielbranche, großzügigen Casino-Resorts, Luxushotels und sein lebhaftes Nachtleben. Die Stadt hat sich auch zu einem Zentrum für Online-Glücksspiele entwickelt, was man leicht an den Straßen voller Werbetafeln für neue Online Casinos erkennen kann. Bislang hat sich das chinesische Macau seinen Ruf als Las Vegas des Fernen Ostens bewahrt, doch nun scheint die Region einen philippinischen Konkurrenten zu haben.
Neben dem Luxus bietet Manila ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Entdecken Sie das Kulturzentrum der Philippinen und besuchen Sie unterschiedliche Veranstaltungen wie beispielsweise Cinemalaya, das philippinische Indie-Filmfestival, aber auch Konzerte, Tanzshows, Theateraufführungen und vieles mehr.
Nachts erwecken Bars, Karaoke-Lounges, Dachterrassen-Pubs und Live-Musiklokale die Stadt zum Leben. Wenn Sie einen Drink mit Aussicht genießen möchten, sind das Sky Deck im The Bayleaf Intramuros oder das The Peak im Grand Hyatt BGC großartige Orte, um den Tag ausklingen zu lassen.
Zu guter Letzt sollten Sie unbedingt einen Spaziergang über den Divisoria-Markt machen, dem größten und zugleich auch chaotischsten Markt der Philippinen. Dort finden Sie Waren aller Art – von Kleidung über Spielzeug bis hin zu Lebensmitteln.

Essen: die Seele der Stadt
Apropos Essen: Die philippinische Küche ist eine köstliche Mischung aus philippinischen, spanischen, malaiischen, chinesischen und amerikanischen Einflüssen, und Sie sollten Manila nicht verlassen, ohne etwas davon probiert zu haben.
Hier sind einige Gerichte und Streetfood-Snacks, die Sie unbedingt einmal ausprobiert haben sollten:
- Adobo – Ein langsam gekochter Eintopf mit Sojasauce, Essig, Knoblauch und Lorbeerblättern. Jeder Haushalt hat sein eigenes und geheimes Rezept.
- Sinigang – Eine würzige Tamarindensuppe, die normalerweise mit Schweinefleisch oder Garnelen und Gemüse zubereitet wird.
- Lechon – Ganzes gebratenes Schwein, außen knusprig und innen saftig. Wird oft bei Festen serviert, ist aber auch in Restaurants erhältlich.
- Kare-Kare – Ein Eintopf aus Ochsenschwanz auf Erdnussbasis, serviert mit Bagoong (fermentierte Garnelenpaste).
- Halo-Halo – Ein farbenfrohes Dessert aus geraspeltem Eis mit süßen Bohnen, Früchten, Gelee und Leche Flan, garniert mit lila Ube-Eiscreme.
- Balut – Ein in Fachkreisen umstrittener Snack, der aus einem teilweise entwickelten Entenei besteht, das etwa 20 Tage lang bebrütet und anschließend gekocht wird.
- Taho – Ein süßer Snack aus frischem, weichem Seidentofu, karamellisiertem braunem Zuckersirup namens Arnibal und zähen Sagoperlen.
- Tanduay rhum – Ein typischer Rum, den die Filipinos lieben.
Essen gehen ist in Manila auch ein gesellschaftliches Erlebnis. Die Filipinos lieben es, gemeinsam zu essen und teilen sich oft Speisen von großen Platten, was als „Boodle Fight“ bezeichnet wird. Dabei werden die Gerichte auf Bananenblättern angerichtet und mit den Händen gegessen. Wenn Sie das ausprobieren möchten, sollte das kein Problem sein. Die Einheimischen gelten als eines der freundlichsten Völker der Welt – vielleicht müssen Sie gar nicht erst fragen, ob Sie mitmachen dürfen.
Manila ist eine Stadt der Kontraste. Auf der einen Seite schützen jahrhundertealte Mauern das Erbe der spanischen Konquistadoren und den katholischen Einfluss, auf der anderen Seite besticht das moderne Manila mit Wolkenkratzern, Kasinos und luxuriösen Resorts. Kombinieren Sie diese beiden Realitäten, fügen Sie einige spektakuläre Gerichte und freundliche Menschen hinzu, und Sie erhalten eine faszinierende Mischung, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.