G7-Gipfel startet ohne gemeinsame Linie

Abschlusserklärung laut Gastgeber nicht geplant

Foto generiert von OpenAI's DALL·E
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BANFF: Der G7-Gipfel im kanadischen Banff hat begonnen – doch eine gemeinsame Abschlusserklärung aller Staaten ist offenbar nicht vorgesehen. Stattdessen kündigt Gastgeber Kanada nur thematische Einzelpapiere an. Streitpunkte bleiben der Ukraine-Krieg, der Gazastreifen und der Klimawandel. US-Präsident Trump blockiert zentrale Einigungen.

In Banff, im Westen Kanadas, hat am Donnerstag das Gipfeltreffen der G7-Staaten begonnen. Schon vor Beginn wurde aus deutschen Regierungskreisen bekannt, dass es bei diesem Gipfel voraussichtlich keine einheitliche Abschlusserklärung geben werde. Stattdessen plant Gastgeber Kanada eine Reihe von Einzelerklärungen zu spezifischen Themen.

Als Gründe für den Verzicht auf ein gemeinsames Dokument werden tiefe Differenzen mit den USA genannt. Präsident Donald Trump signalisiert erneut Widerstand gegen Formulierungen zu globalen Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine, dem Nahost-Konflikt oder zum Klimaschutz. Auch bei den Themen Welthandel und Entwicklungshilfe fehlt der politische Konsens.

Wie bereits 2018, ebenfalls in Kanada, scheint Trump zentrale diplomatische Formate der G7 zu blockieren. Damals zog er seine Zustimmung zur Erklärung nachträglich via Twitter zurück. Eine Wiederholung dieses Szenarios will Kanada offenbar vermeiden – und verzichtet deshalb von Anfang an auf ein Gesamtdokument.

Themen wie Migration und KI im Fokus

Stattdessen werden beim diesjährigen Gipfel gezielte Erklärungen zu weniger kontroversen Themen angestrebt: Migration, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Waldbrände sowie der Zugang zu kritischen Rohstoffen stehen im Mittelpunkt. Premierminister Mark Carney möchte damit den Fokus auf Zusammenarbeit lenken, ohne die politischen Bruchlinien zu sehr offenzulegen.

Die G7-Staaten – Kanada, USA, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Japan – sehen sich als Wertegemeinschaft demokratischer Industrienationen. Doch unter Trump geraten diese Grundsätze erneut unter Druck. Beobachter sprechen von einer Belastungsprobe für die Einigkeit der Gruppe.

Viele Gäste – wenig Verbindlichkeit

Zum Gipfel eingeladen sind auch zahlreiche Staaten außerhalb der G7, darunter Indien, Südkorea, Australien, Mexiko, Südafrika sowie die Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj erhofft sich weitere Unterstützung im Krieg gegen Russland. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman sagte seine Teilnahme hingegen ab.

Ob es am Ende doch noch ein gemeinsames Signal der G7 geben wird, bleibt abzuwarten. Der Gipfelendet am Sonntag. Bis dahin dürften die diplomatischen Gespräche hinter den Kulissen weitergehen – mit ungewissem Ausgang.

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