Mit 2:0 über Ingolstadt ins Achtelfinale

​Hazard erlöst den BVB 

DFB-Pokal, Borussia Dortmund - FC Ingolstadt 04, 2. Runde, Signal Iduna Park. Dortmunds Marius Wolf (l-r), Dortmunds Thorgan Hazard und Dortmunds Jesus Reinier jubeln nach dem Tor zum 1:0 durch Hazard. Foto: David Inderlied/dpa
DFB-Pokal, Borussia Dortmund - FC Ingolstadt 04, 2. Runde, Signal Iduna Park. Dortmunds Marius Wolf (l-r), Dortmunds Thorgan Hazard und Dortmunds Jesus Reinier jubeln nach dem Tor zum 1:0 durch Hazard. Foto: David Inderlied/dpa

DORTMUND: Das hatte sich Borussia Dortmund leichter vorgestellt. Der Titelverteidiger zieht mit 2:0 gegen den Zweitliga-Letzten FC Ingolstadt ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Die Entscheidung bringt ein Spieler, der eigentlich geschont werden sollte.

Zwischen Erleichterung über den Arbeitssieg und Anerkennung für den Gegner gingen die Spieler von Borussia Dortmund über den Platz: Zuvor hatte Thorgan Hazard den Titelverteidiger nach langer Tristesse den Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals beschert. Der in der 71. Minute eingewechselte belgische Nationalspieler ebnete mit seinen zwei Treffern (72./81.) den Weg zum mühevollen 2:0-Erfolg über das harmlose Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt. «Wir haben es seriös gemacht. Das war eine reife Leistung», sagte BVB-Trainer Marco Rose bei Sport1.

Vor der für Dortmunder Verhältnisse Mini-Kulisse von 25.813 Zuschauern im Signal Iduna Park, in den 67.000 Fans gedurft hätten, hatte sich der Bundesliga-Zweite lange Zeit schwer getan, wurde aber durch Hazard erlöst. «Es war schwierig. Sie haben ihren Strafraum gut verteidigt», meinte der Doppel-Torschütze. «Wir hätten früher treffen können. Manchmal ist es einfacher, später ins Spiel zu kommen.» Ingolstadt sei ziemlich müde gewesen. «Ich hatte ein bisschen Glück, beim zweiten Tor war ich wohl im Abseits», gestand er.

Der Ende September verpflichtete Ingolstädter Trainer Andre Schubert wartet indes weiter auf seinen ersten Sieg. Dennoch durfte Schubert mit der disziplinierten Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden sein. «Wenn wir sehen, wie sich die Fans von Dortmund gefreut haben, heißt das, dass wir einen guten Job gemacht haben», sagte er im TV-Sender Sky. «Wir haben es taktisch klug mit viel Geduld gemacht und Dortmund eine ganze Menge Ärger bereitet.» Dennoch räumte Schubert auch ein: «Borussia hat es sich verdient, weiterzukommen.»

BVB-Trainer Marco Rose ließ Kapitän Marco Reus und Abwehrspieler Manuel Akanji zunächst auf der Bank, um die beiden Stammkräfte der anhaltenden Terminhatz zu verzichten. Ganz verzichten mussten die Gastgeber auf Neuzugang Donyell Malen wegen eines Magen-Darm-Infekts. Insgesamt fehlten den Dortmundern gleich zehn Spieler.

Die vielen Umstellungen in der Startelf und der große Personalnotstand machten dem BVB gegen den Zweitliga-Letzten zu schaffen. Zwar übernahm er von Beginn an die Regie, erspielte sich bei aller Dominanz jedoch keine Torchancen. Gegen die sehr defensiv ausgerichteten Zweitligisten mangelte es dem Aufbauspiel an Tempo, Ideen und Tiefe. So musste Gäste-Keeper Fabijan Buntic in den ersten 25 Minuten nur selten eingreifen.

Erstmals Torgefahr erkennbar war in der 27. Minute als Marius Wolf den FC-Schlussmann mit einem Fernschuss von der Strafraumgrenze prüfte und Jude Bellingham nur wenige Sekunden später aus ähnlicher Entfernung die Latte traf. Ein Tor von Mats Hummels (32.) wurde wegen Foulspiels seines Teamkollegen Emre Can nicht anerkannt.

Ingolstadt setzte bei Dortmunder Ballbesitz auf zwei Fünferketten, um den Spielfluss zu unterbinden - und hatte damit lange Erfolg. So blieb die Partie in der 1. Halbzeit über weite Strecken unansehnlich.

Der BVB erhöht nach der Pause etwas das Tempo. Steffen Tigges (52.) sorgt per Kopf für den zweiten Lattentreffer der Borussia. Danach fiel den Dortmundern gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Ingolstädter schon wieder nichts mehr ein. In wachsender Not wechselte Trainer Rose in der 71. Minute in Reus und Hazard zwei Profis ein, denen er eigentlich lieber eine Pause gegönnt hätte.

Die Maßnahme machte sich schon eine Minute später bezahlt, als Hazard zur ersehnten Führung traf. Neun Minuten später war erneut der Belgier zur Stelle und sorgte endgültig für die Entscheidung - wenn auch aus abseitsverdächtiger Position. Ein Videoschiedsrichter ist erst im Achtelfinale des DFB-Pokals vorgesehen.

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