Hier macht sogar die Holzklasse Spaß!

Auslieferung des sechsten Airbus A350 XWB an Thai Airways

Flieger, grüß mir die Sonne! Fotos: Airbus S.A.S
Flieger, grüß mir die Sonne! Fotos: Airbus S.A.S

BANGKOK: „Phu Pha Man“ lautet der majestätisch klingende Name des neuesten Zuwachses der Thai Airways International (THAI): die staatliche Fluggesellschaft hat ihren sechsten Airbus A350 XWB in Betrieb genommen und verspricht sich von dem hochmodernen Fluggerät einen Imagewandel. So trumpft das extrem leichte, leise und sparsame Langstre­cken-Großraumflugzeug mit so einigen Innovationen auf, die das Flugerlebnis für die Passagiere auf ein neues Level katapultieren. DER FARANG war bei der Auslieferung des A350 XWB in Toulouse live dabei.

Flugangst? Nein! Ich bin auch kein Plane-Spotter, aber manchmal mag ich gerne große Worte wie Propeller, Flugwerk, Rumpf und Fly-by-wire. Aus Holz, Draht und Leinen bauten die Gebrüder Wright ihre klapprige Flugmaschine namens Flyer. An einem kalten Dezembertag im Jahr 1903 hob das erste Motorflugzeug der Welt in Kitty Hawk, North Carolina, ab und legte in 12 Sekunden eine Distanz von 67 Metern zurück (ein wenig kürzer als die Tragflächen des neuen Airbus A350).

V.l.n.r.: Jirawut Vinaipanich (THAI-Vizepräsident, General Administration), Griangsak Sakruangngam (THAI-Geschäftsführer, Ground Equipment Services), Vachara Tuntariyanond (Mitglied des THAI Board of Directors), Jean-Michel Roy (Airbus-Chefpilot), Pranee Chandracherd (THAI-Vizepräsidentin, Business Development and Corporate Strategy),  Dumrongchai Sawangchareon (THAI-Geschäftsführer, Cargo & Mail Commercial).
V.l.n.r.: Jirawut Vinaipanich (THAI-Vizepräsident, General Administration), Griangsak Sakruangngam (THAI-Geschäftsführer, Ground Equipment Services), Vachara Tuntariyanond (Mitglied des THAI Board of Directors), Jean-Michel Roy (Airbus-Chefpilot), Pranee Chandracherd (THAI-Vizepräsidentin, Business Development and Corporate Strategy), Dumrongchai Sawangchareon (THAI-Geschäftsführer, Cargo & Mail Commercial).

Vollgas bis 2017. Luftfahrt-Enthusiast und Schriftsteller John K. Lindgren, Mitglied der Thai Media Group, ist in Toulouse im Südwesten Frankreichs gelandet. Nach einem unvergesslichen Flug von Bangkok nach Frankfurt/ Main im Thai Airways Superjumbo A380 in der Royal Silk Class, der Business-Class von THAI, die dem Slogan „Smooth as Silk“ (so weich wie Seide) mit makellosem Service, In-flight Entertainment, köstlicher Küche, hervorragender Weinauswahl und einem großzügigen Privatbereich mit Flachbettsitz in jeder Hinsicht gerecht wird.

Die A380-Flotte der Thai Airways besteht aus insgesamt sechs der Tiefdecker-Maschinen. Sie werden auf den rentablen Strecken von Bangkok nach Tokio, Osaka, Hongkong, London, Paris und Frankfurt eingesetzt. Unser nächstes Ziel ist Toulouse. Lufthansa-Flug in einer Stunde und 20 Minuten an Bord eines Airbus-A320-Schmalrumpfflugzeugs. Ein wahrer Goldesel. Alle zwei Sekunden landet auf irgendeinem Flughafen unseres Planeten ein A320.

Start zum 11-stündigen Überführungsflug von Frankreich nach Thailand. Es ist der sechste A350 der THAI.
Start zum 11-stündigen Überführungsflug von Frankreich nach Thailand. Es ist der sechste A350 der THAI.

Kurz, nachdem wir auf dem Aéroport de Toulouse–Blagnac (TLS) aufgesetzt haben, entdecke ich auf der Steuerbordseite ein riesiges weißes, lustig ausschauendes, guppyähnliches Flugzeug. Es ist der Beluga, der walförmige Supertransporter, der speziell für die Fracht der überdimensionalen A380-Teile aus den Airbus-Werken in Großbritannien, Spanien und Deutschland für die Endmontage in Toulouse, Frankreich, gebaut wurde.

Landung in der Luftfahrt-Hauptstadt

Toulouse liegt am Ufer des Flusses La Garonne und ist Frankreichs Luftfahrt-Hauptstadt, bedeutendes Telekommunikations-Forschungszentrum sowie Universitätsstadt und wird wegen der vielen rosa Backsteinbauten auch „la ville rose“ – die „rosarote Stadt“ – genannt. Frankreichs viertgrößte Metropole sprüht vor Innovationen und Lebensfreude. Prunkvolle Plätze voller Cafés und Restaurants, gotische Kirchen, eine lebhafte Studentenszene und Fine-Dining-Lokale, in denen alles serviert wird, von Foie Gras über Trüffeln bis hin zu köstlichen Weinen.

Wir sind auf Stippvisite. Doch nach dem Stadtrundgang haben wir etwas Freizeit, sehr geschätzt von den thailändischen Journalistinnen, die in Windeseile zu Hermès, Louis Vuitton und dem Einkaufszentrum Galeries Lafayette flitzen. Das obligatorische „Le Shopping“!

Cheeeeese! Das thailändische Journalisten-Team beim Selfie-Schnappschuss in der Airbus-Endmontagelinie in Toulouse.
Cheeeeese! Das thailändische Journalisten-Team beim Selfie-Schnappschuss in der Airbus-Endmontagelinie in Toulouse.

Nächster Tag unter einem kobaltblauen Himmel am Airbus-Hauptquartier. Die Firma, früher Sud Aviation und Aérospatiale genannt, wurde 1970 gegründet. Heute ist es ein europäisches, multinationales Unternehmen, das weltweit zivile und militärische Luftfahrtprodukte baut, produziert und vertreibt. Mitarbeiter: 55.000 rund um den Globus. Zulieferer: 7.700. Die umfangreiche Produktpalette von Airbus umfasst sehr erfolgreiche Flugzeugfamilien mit 100 bis zu über 600 Sitzplätzen, von dem kleinsten A300 bis hin zum größten A380, einschließlich des neuen, technologisch fortgeschrittenen, zweistrahligen Langstrecken-Großraumflugzeugs A350 XWB.

Vanessa Gerencseri, A350-Marketing-Managerin informiert: „Der A350 wird die Zukunft der Flugreisen prägen. Wir haben derzeit 848 Bestellungen von Fluggesellschaften in Amerika, Europa, Asien und Pazifik sowie Afrika und Mittlerer Osten. 84 Maschinen werden bereits von 12 Airlines eingesetzt, über 46.000 Flüge wurden bis heute absolviert und 11 Millionen Passagiere sind mit der Maschine schon geflogen.“ Sie fügt hinzu: „Der A350 XWB wird von zwei starken und hochmodernen Rolls-Royce-Trent-XWB-Motoren angetrieben. Der weltweit effizienteste Großraumflugzeugmotor derzeit.“

Leichter, leiser und spritsparender

Hier einige schnelle Fakten über den neuen 350 XWB: Zuerst, XWB steht für „Extra Wide Body“, also besonders breiter Rumpf. Das Kabinenkonzept Airspace by Airbus besticht durch mehr Platz, einer höheren Decke und die größten Handgepäckablagen. Sowohl in der Business- als auch in der Economy-Class sorgt eine neue Innovation für mehr Komfort: LED-Stimmungsbeleuchtung, die dem Jetlag vorbeugen soll. Darüber hinaus verfügt der A350 über 25 Prozent geringerem Treibstoffverbrauch und die leisesten Triebwerksmuster seiner Klasse. Und die weltweit größten Tragflächen aus 53 Prozent Kohlefaser-Verbundwerkstoffen (CFK), wodurch das Flugzeug extra leicht ist. Nicht zu vergessen die coolen A350-Winglets, die Kerosin durch die Reduzierung des Luftwiederstandes einsparen und gleichzeitig die Geräusch- und Kohlendioxid-Emissionen senken. Aerodynamik, inspiriert durch die Natur oder dem Flug des Adlers.

Vom Marketing zur Montage

Joaquin Toro-Prieto, Leiter Marktanalytik & Messaging, prophezeit: „Durch das steigende Passagieraufkommen werden bis 2036 bis zu 35.000 neue Flugzeuge benötigt. Ein Marktwert von 5,3 Billionen US-Dollar.“ Er fügt hinzu: „Wir haben eine langjährige Partnerschaft mit THAI. Der erste Auftrag war 1977 für den original Airbus A300 B4. Im Jahr 2004 erfolgte die Bestellung für sechs A380-Doppeldecker. Derzeit verfügt THAI über eine Airbus-Flotte von 48 Flugzeugen: 20 A320 (THAI Smile), 17 A330, sechs A380 und fünf neue A350 XWB.“

Der A350 XWB mit dem Namen Phu Pha Man setzt neue Standards bei Flugreisen, was den Passagieren zugutekommt.
Der A350 XWB mit dem Namen Phu Pha Man setzt neue Standards bei Flugreisen, was den Passagieren zugutekommt.

Die neueste Airbus-Endmontagelinie (FAL) befindet sich auf dem Gelände des Flughafens Toulouse. In den hoch aufragenden, höhlenartigen Hangars, die einer Größe von 300 Tennisplätzen entsprechen, erfolgt der Zusammenbau der riesigen Maschinen, einschließlich der „Hochzeit“ von Rumpf und Flügeln. Ich bemerke, dass hier alles XXL, super groß, super sauber und sehr ruhig ist. Hier hat Sicherheit Vorrang. Ich sehe helle gelbe Warnzeichen „FOD!“ – „Foreign Object Damage“ (engl.: Beschädigung durch Fremdkörper) oder „Do Not Drop Stuff on the Factory Floor!“ (engl.: Lassen Sie kein Material auf den Fabrikboden fallen!). Mit Ökoeffizienz konzipiert, ermöglicht der stromlinienförmige Flugzeug-Montageprozess den A350-Teams parallel zu arbeiten, wodurch die Zeit vom Beginn der Endmontage bis zur Flugzeugauslieferung um 30 Prozent gesenkt wird.

Das Finale: der Überführungsflug

Das Airbus-Auslieferungszentrum ähnelt einer protzigen First-Class-Lounge mit Catering und Aussichtsplattform. Draußen auf der Rollbahn, erhält THAIs sechster Airbus A350 XWB mit dem königlichen Namen Phu Pha Man das Flugzeugkennzeichen: HS-THB („Hotel Sierra“ – „Tango, Hotel, Bravo“) ist nun bereit für die Überführung zum Suvarnabhumi Airport in Bangkok (BKK). Für den 11-Stunden-Flug nach Thailand ist Khun Itt Sirisawat, THAIs technischer Chefpilot für die A330/350-Flotte, der befehlshabende Offizier. „Die meisten Piloten, die den A350 fliegen, lieben ihn. Das Cockpit ist breiter und bietet viel Platz. Dies ist das schöns­te Cockpit der Welt im Vergleich zu anderen Flugzeugen“, schwärmt Kapitän Sirisawat.

Blick auf den Heckflügel mit dem THAI-Emblem.
Blick auf den Heckflügel mit dem THAI-Emblem.

THAIs A350 XWB bietet einen hervorragenden Zwei-Klassen-Service. Die Royal Silk Class, die Business-Class der THAI, verfügt über 32 Flachbettsitze mit einer Breite von 21 Zoll und einem Neigungswinkel von 180 Grad, die in einer 1-2-1-Konfiguration nebeneinander angeordnet sind, wodurch jeder Platz direkten Zugang zum Gang aufweist. Jeder Sitz ist zudem mit einem 16-Zoll-Touchscreen mit Wi-Fi und dem neuesten In-Flight-Entertainment-System ausgestattet. Die Thai-Airways- Economy-Class-Kabine im A350 XWB besteht aus 289 Sitzen (Breite 18 Zoll) mit einer großzügigen Beinfreiheit von 32-Zoll. Es gibt zudem eine ausklappbare Fußablage. Jeder Sitz ist mit einem 11-Zoll-Touchscreen ausgestattet, der mit Wi-Fi, Kommunikationsgeräten und elektrischen Ste­ckern verbunden werden kann. Sowohl in der Business- als auch in der Economy-Class genießen die Passagiere breitere und bequemere Sitze mit mehr Beinfreiheit. Apropos: Airbus hat sie, Boeing nicht: Außenkameras, mit denen man die Welt von oben in Echtzeit beobachten kann. In High Definition! Wer braucht da noch ein In-Flight-Entertainment-System?

Derzeit wird der Airbus A350 auf den Routen Bangkok-Chiang Mai, Bangkok-Frankfurt, Bangkok-Mailand, Bangkok-Rom, Bangkok-Singapur, Bangkok-Brisbane und Bangkok-Phuket-Frankfurt eingesetzt.

Auch, wenn Sie kein Luftfahrt-Liebhaber oder Plane-Spotter sind: wenn sie das nächste Mal ein großes, langes und schlankes Flugzeug auf dem Rollfeld sehen, das eine augenbindenähnliche „Waschbär“-Maske („Racoon“) an den Cockpitfenstern und die einzigartigen, adlerinspirierten Flügelspitzen aufweist – ja, das ist der neue Airbus A350 XWB-900.

Infos: www.thaiairways.com und www.airbus.com.

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