Zusammenstöße bei Protesten

Bei einem Protest gegen das Omnibus-Gesetz der Regierung in Jakarta feuern Polizisten Tränengas auf die Demonstranten ab. Foto: epa/Adi Weda
Bei einem Protest gegen das Omnibus-Gesetz der Regierung in Jakarta feuern Polizisten Tränengas auf die Demonstranten ab. Foto: epa/Adi Weda

JAKARTA: In Indonesien wächst der Ärger über eine Reform des Arbeitsrechts. Das Parlament hatte das umstrittene «Gesetz zur Schaffung von Arbeitsplätzen» am Montag auf den Weg gebracht. Seither kommt es in vielen Teilen des südostasiatischen Inselstaats zu teils gewalttätigen Protesten. Am Donnerstag ging die Polizei auf der Hauptinsel Java und auf Sumatra mit Tränengas und Wasserwerfern gegen junge Demonstranten vor, die Steine geworden hatten. Mehrere Sicherheitskräfte seien verletzt worden, sagte Polizeisprecher Tatan Dirsan Atmaja. Auch Demonstranten wurden verwundet.

In der Hauptstadt Jakarta versuchten Hunderte Studenten und Arbeiter, zum Amtssitz von Präsident Joko Widodo durchzukommen, zunächst aber ohne Erfolg. «Wir kämpfen für unsere Zukunft», sagte der Student Ilham Abadi. «Das Gesetz dient nur oligarchischen Interessen und nicht dem Volk.» Die Demonstranten fordern, dass die Gesetzesvorlage fallen gelassen wird. Am Mittwoch hatte es nach Medienberichten mehr als 400 Festnahmen gegeben.

Nach Angaben der Regierung soll die Reform Investitionen anlocken und Bürokratie abbauen. Aus Sicht von Kritikern werden jedoch Entlassungen, Kurzzeitverträge, geringere Abfindungen und die Auslagerung von Arbeitsplätzen erleichtert. Auch Umweltschützer sind alarmiert: Durch das Gesetz wird die Verpflichtung von Unternehmen gelockert, eine Analyse von Umweltrisiken zu erstellen. Indonesien ist mit mehr als 260 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat in Südostasien. Das Land gehört auch zur Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20).

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