Peter Zwegats Härtefälle

ein «Raus aus den Schulden»-Spezial

Foto: Jörg Carstensen/Dpa
Foto: Jörg Carstensen/Dpa

KÖLN/BERLIN (dpa) - Peter Zwegat hilft Menschen, die finanziell weder ein noch aus wissen. Und das vor laufender Kamera. RTL widmet Deutschlands bekanntestem Schuldnerberater nun eine Spezial-Ausgabe. Dafür guckt er nach, was aus einigen seiner alten Fälle geworden ist.

Peter Zwegat ist Schuldnerberater. Und zwar einer, der im Fernsehen Karriere gemacht hat. Das kommt nicht oft vor. Schon gar nicht, wenn jemand bei einem Privatsender wie RTL schlicht das tun soll, was er sonst auch macht: Menschen helfen, die in der Klemme stecken. Die einen, weil sie mit Geld nicht umgehen können - die anderen vielleicht nur, weil sie einfach nicht so viel davon haben, wie sie bräuchten.

Zwegat, der im Februar 69 geworden ist, hat mal Sozialpädagogik studiert. In der Schuldnerberatung arbeitet der gebürtige Berliner schon seit mehr als drei Jahrzehnten. Und auch bei RTL ist er schon lange. Jetzt gönnt der Sender ihm eine «Spezial»-Ausgabe mit besonderem Konzept. Zu sehen ist sie am Mittwoch (19. Juni) um 20.15 Uhr.

Seinen ersten Auftritt in «Raus aus den Schulden» hatte Zwegat schon 2007. Längst ist er zum prominenten Gesicht der RTL-Serie geworden, in der er verschuldeten Menschen hilft, ihre Probleme nicht länger zu verstecken.

Darunter waren Familien, denen der Strom abgestellt wurde, weil sie die Rechnung nicht bezahlt hatten, oder alleinerziehende Mütter, die am Monatsende nicht wussten, wie sie das Essen für sich und ihre Kinder bezahlen sollten. In «Raus aus den Schulden» erzählen sie von ihren Erfahrungen. Zwegat hat für RTL auch schon Prominente mit Finanzproblemen beraten, zum Beispiel die frühere Moderatorin und Sängerin Nadja «Naddel» Abd el Farrag.

Der Schuldnerberater, üblicherweise im Anzug, mit Hemd und Krawatte unterwegs, könnte optisch auch als Leiter einer Bankfiliale durchgehen. In «Raus aus der Schuldenfalle» ist er im Gespräch mit denjenigen zu sehen, die seine Hilfe brauchen. Aber er hat auch mit sturen Schuldnern zu tun, die sich nicht immer auf seine Lösungsvorschläge einlassen. Dreien seiner Fälle aus der Vergangenheit geht Zwegat in «10 Jahre Raus aus den Schulden – Spezial» noch einmal nach.

Wieso eigentlich «10 Jahre Raus aus den Schulden» - die Serie ist doch schon zwölf Jahre alt? Stimmt, RTL kündigt aber ein Wiedersehen «mit den lustigsten, spannendsten und ausgefallensten Situationen aus den ersten 10 Jahren» der Sendung an. Also: «Peter Zwegats härteste Fälle, seine härtesten Sprüche, und Peter Zwegat skurril – wie ihn nur die wenigsten Zuschauer kennen.»

Nicht immer erfährt er, wie es weitergegangen ist, oft nur durch Zufallsbegegnungen oder von Angehörigen derjenigen, die er beraten hat, wie Zwegat sagt. «Hin und wieder gibt es Menschen, die sich bei mir für die Beratung und Begleitung aus den Schulden bedanken.» Die Arbeit als Schuldnerberater sei über die Jahre teilweise schwieriger geworden. Und es habe auch Fälle gegeben, bei denen er den Eindruck hatte, es habe alles keinen Zweck, weil der Betreffende seinen Pflichten nicht nachkommen würde. «Wenn sich der Eindruck bestätigte, habe ich die Beratung dann auch eingestellt.»

Zu den Beratungsfällen, an die Zwegat nun anknüpft, gehört eine Mutter von zwei Kindern aus Hettenshausen in der Nähe von München. Er hat sie vor zehn Jahren kennengelernt. Damals steckte sie in Schwierigkeiten, nachdem ihr Mann an Krebs gestorben war - inzwischen sind ihre Kinder erwachsen. Und auch sonst hat sich einiges für sie verändert.

Das gilt auch für die Frau aus Braunschweig, die der Schuldnerberater vor sechs Jahren das erste Mal getroffen hat. Sie hatte als Kind einen Haufen Schulden geerbt - zusammen mit einer Immobilie, die trotz dreier Zwangsversteigerungstermine keinen Käufer fand.

Der Fall Nummer drei ist eine Familie aus Schleswig-Holstein, die er vor fünf Jahren traf. Sie war nach dem Kauf eines Holzhauses in Finanznöte geraten, das durch Schimmelbefall zum Sanierungsfall geworden war. Zwegat hat ihnen damals helfen können. Aber seine Möglichkeiten haben Grenzen: Die Ehepartner trennten sich bald darauf.

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