WM-Comeback der Wasserballer «halb geglückt»

Springer Zehnte

Foto: epa/Patrick B. Kraemer
Foto: epa/Patrick B. Kraemer

GWANGJU (dpa) - Eine Verletzung überschattet am Ende das Comeback der Wasserballer auf der WM-Bühne. Bis zum Schluss liefert sich das Team von Bundestrainer Hagen Stamm einen packenden Kampf mit Japan. Bei den Wasserspringern setzt sich eine beeindruckende Serie fort.

Die deutschen Wasserballer haben sich bei ihrem ersten «Endspiel» der WM-Rückkehr mit einem Last-Minute-Treffer zu einem Remis gerettet, bei den Wasserspringern waren die Medaillen erwartungsgemäß außer Reichweite. In der ersten Partie bei einer Weltmeisterschaft seit 2013 setzte Julian Real am Montag beim 9:9 (3:2, 4:3, 1:3, 1:1) gegen Japan vier Sekunden vor Schluss mit seinem Tor den Schlusspunkt hinter ein packendes Duell. Im Synchronspringen vom Turm belegten Timo Barthel und Lou Massenberg in ihrem ersten gemeinsamen WM-Wettkampf Rang zehn.

Als «halb geglückt» bezeichneten Kapitän Real sowie Bundestrainer und Wasserball-Ikone Hagen Stamm das Comeback auf der WM-Bühne, das in der Schlussphase noch ein besonders unschönes Kapitel für die deutsche Auswahl bereithielt: Der Trainersohn und mit drei Treffern beste deutsche Torschütze, Marko Stamm, knickte mit dem Fuß um und verletzte sich. «Es könnte das Ende des Turniers sein. Das wäre für uns eine Katastrophe», sagte sein Vater und attestierte dem Junior, ein «Riesenspiel». Nach kurz darauf folgenden Angaben des Deutschen Schwimm-Verbandes erlitt Stamm einen Bänderriss.

Vor der Partie hatte Hagen Stamm das Kräftemessen mit den Asiaten und die zweite Turnierbegegnung gegen Brasilien am Mittwoch als «Endspiele» auf dem Weg zur erhofften «sensationellen Rückkehr unter die Top-8» bezeichnet. «Wir müssen gegen Brasilien gewinnen, aber es wird noch mal genauso schwer», sagte der Bundestrainer nun. Gegen Japan hatte er sein Nationalteam engagiert gecoacht, doch auch eine 5:2-Führung reichte am Ende nicht zum Sieg. «Wir müssen das jetzt abhaken», forderte Real.

Für die junge deutsche Mannschaft soll die WM eine wichtige Zwischenetappe sein, das große Ziel ist die Qualifikation für Olympia in Tokio 2020. «Einmal mit den Jungs bei Olympia ins Stadion einzumarschieren: Das ist eine Erfahrung, die man nie im Leben vergisst», sagte Hagen Stamm, der als Spieler 1984 in Los Angeles Bronze gewann.

Nur hundert Meter Luftlinie von den Wasserballern entfernt blieben Barthel und Massenberg auf dem Universitätsgelände von Gwangju in ihrem Sprung-Wettkampf mit 368,25 Punkten und Rang zehn hinter ihrem Vorkampfergebnis - 378,96 Punkte und Rang sechs - zurück. Am Ende fehlten dem Duo aus Dresden und Berlin rund 57 Zähler zu Großbritannien und Bronze. Gold sicherten sich Cao Yuan und Chen Aisen, die damit die chinesische Dominanz in ihrer Sportart untermauerten: Siebenmal Gold in sieben Entscheidungen lautet die beeindruckende Bilanz.

Beim Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett waren Tina Punzel und Lena Hentschel zuvor bereits im Vorkampf ausschieden. Im Synchronschwimm- Becken belegte Marlene Bojer im Vorkampf des Freien Solos den 15. Platz. Das Finale findet am Mittwoch ohne deutsche Beteiligung statt.

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