WHO: Haben Stärke mancher Gesundheitssysteme überschätzt

Foto: Pixabay/Miguel Á. Padriñán
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GENF: Die Gesundheitssysteme bestimmter Länder haben in der Corona-Krise aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlechter funktioniert als erwartet. «Vielleicht haben wir manche Annahmen über die Leistung in manchen Ländern gemacht, die sich nicht als zutreffend herausgestellt haben», sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Donnerstag in Genf. Konkrete Staaten nannte er nicht.

Die Organisation hatte die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor sechs Monaten, am 30. Januar, zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Unter den 20 Staaten mit den weltweit höchsten Infektionszahlen sind neben dem Spitzenreiter USA auch Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland.

Die WHO habe sich zu Beginn der Pandemie auf Hilfestellung für Länder konzentriert, von denen sie Hilfsbedarf erwartet habe, sagte Ryan. Das seien klassischerweise Staaten niedrigen und mittleren Einkommens, die Schwachpunkte in ihren Systemen haben. «Wenn ich rückwirkend etwas ändern könnte, denke ich, es hätte mehr gebracht, die Hilfestellung Ländern anzubieten, von denen wir bestimmte Annahmen über Kapazitäten hatten», so der Krisenkoordinator.


WHO: Rekord bei Neuinfektionen - 292.000 Fälle binnen 24 Stunden

GENF: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172.000. In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69.000). Danach folgen die USA (65.000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25.000 neue Infektionen registriert. Viele davon in Spanien mit 2800.

Ein halbes Jahr nach dem Ausrufen einer Notlage von internationaler Tragweite hatte am Freitag auch ein Fach-Komitee der WHO getagt. Die rund 30 unabhängigen Experten, die den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ausrufung der Notlage beraten hatten, treffen sich turnusmäßig zu einer neuen Betrachtung der Corona-Lage. Etwaige Ergebnisse ihrer Sitzung wurden zunächst nicht bekannt.

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