User sollen Luftbilder verorten

Foto: onb.ac.at/Screenshot
Foto: onb.ac.at/Screenshot

WIEN (dpa) - Die Österreichische Nationalbibliothek will 10.000 historische Luftaufnahmen der Alpenrepublik mit Hilfe vieler Nutzer möglichst detailreich verorten und beschreiben lassen.

«Wir haben viele Experten im Haus, aber es gibt Aufnahmen, wo man nicht genau weiß, wo das war», sagte die Generaldirektorin der Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, am Montag zum Start der ersten Crowdsourcing-Kampagne des Hauses. Die Aufnahmen stammen aus den 1920er und 1930er Jahren. Sie zeigen das Land noch ohne Kriegsschäden, ohne Gewerbeparks, ohne große Straßen als oft ungetrübte ländliche Idylle. So ist aus den wenigen Häusern des Ortes Hochfilzen in Tirol bei Kitzbühel inzwischen eine Gemeinde mit Langlauf- und Biathlonzentrum sowie knapp 1.200 Einwohnern entstanden.

Die Bilder von Berggipfeln, Städten und Landschaften wurden zu kartographischen Zwecken, aber auch für die Zweitverwertung als Postkartenmotive aufgenommen. Die Hälfte der Fotos kommt aus dem Nachlass des Inhabers eines Postkartenverlags. Die besonders bedienerfreundlich konzipierte Kampagne «Österreich aus der Luft» soll laut Rachinger der Start für weitere Projekte sein, bei denen man eine «Wissens-Allianz» mit Nutzern schmieden will. Ähnlich wie bei Wikipedia würden die Einträge mehrere Kontroll-Schleifen auf ihre Richtigkeit hin durchlaufen. Auf einem der Luftbilder ist auch die Wiener Rotunde, das Wahrzeichen der Weltausstellung von 1873, zu sehen. Ihre Kuppel galt mit 108 Metern als damals größte der Welt. Der Bau im Wiener Prater wurde 1937 durch ein Feuer zerstört.

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