Tesco zieht Rückzug aus Thailand in Betracht

Tesco zieht in Betracht, sich von seinen Filialen inj Thailand und Malaysia zu trennen. Foto: epa/Barbara Walton
Tesco zieht in Betracht, sich von seinen Filialen inj Thailand und Malaysia zu trennen. Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK/LONDON: Großbritanniens größte Handelskette Tesco zieht in Betracht, sich aus dem Einzelhandelsgeschäft in Südostasien zurückzuziehen, was konkret den Verkauf der Filialen in Thailand und Malaysia zur Folge haben könnte.

Ein Buchhaltungsskandal sorgte ausgerechnet zum 100-jährigen Bestehen des Unternehmens nicht nur für jede Menge unerfreuliche Schlagzeilen im Vereinigten Königreich, sondern wirkte sich ebenfalls negativ auf die Geschäftszahlen aus, weshalb Tesco-Chef Dave Lewis schließlich bekanntgab, im Sommer seinen Posten zu räumen und darüber hinaus das Auslandsgeschäft auf den Prüfstand zu stellen. 

Gegenüber Reuters bestätigte Tesco am Sonntag, dass eine strategische Überprüfung der Filialen in Thailand und Malaysia eingeleitet wurde, von deren Ergebnis abhängig gemacht werden soll, ob sich das Unternehmen von seinen Geschäften in den beiden südostasiatischen Ländern trennt. Tesco betreibt in Thailand 1.967 Filialen und 74 in Malaysia. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erzielten die südostasiatischen Filialen insgesamt einen Umsatz von 2,6 Milliarden Pfund (+ 1 Prozent) und bescherten dem Unternehmen einen Gewinn von 171 Millionen Pfund (+ 42,3).

Noch im Juni dieses Jahres hatte Tesco bekanntgegeben, dass das Unternehmen in Asien, insbesondere in Thailand, gut aufgestellt sei und planen würde, mittelfristig 750 neue Convenience-Stores zu eröffnen.

Bereits im Jahr 2015 hatte Tesco seine südkoreanischen Filialen für 6,1 Milliarden US-Dollar an eine Gesellschaft der Gruppe MBK Partners verkauft, ein Jahr später trennte sich der britische Einzelhändler von seinen Geschäften in der Türkei, die von der Supermarktkette Migros übernommen wurden. Weitere kostspielige Exits folgten in Japan, den USA und in China.

Falls sich Tesco tatsächlich aus Thailand und Malaysia zurückziehen sollte, dann wird das Unternehmen außerhalb Großbritanniens nur noch Filialen in der Tschechischen Republik, in Ungarn, Polen und in der Slowakei betreiben.

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Peter Lung 10/12/2019 10:18
Was jetzt ?
Alle paar Monate anderslautende Meldungen bezüglich Lotus. Zuerst wollen sie tausende Mitarbeiter entlassen, kurz darauf wird die Expansion verlautbart und jetzt denkt man unter Umständen über einen Verkauf nach. Wenn sie es nicht können, dann sollen sie die Filialen an SPAR International verkaufen. Die sind gerade auf Expansionskurs. Dann würde es auch in Thailand vielleicht einmal richtigen Räucherspeck, Käse und Brot geben.
Tom Tom 09/12/2019 21:13
@Thomas Thoenes
Natürlich kann auch ein größeres Unternehmen ohne weiteres verkauft werden. Carrefour hat es vor ein paar Jahren vorgemacht und sich aus Thailand komplett zurück gezogen.
Wilfried Stevens 09/12/2019 21:10
Gibt ja noch andere...
... Tesco ist eh im Streubesitz, also fehlt nur ein Investor, dem sicherlich einige Filialen zu viel sind.
Thomas Thoenes 09/12/2019 15:33
@Ingo Kerp
So einfach wird das nicht werden ein Unternehmen in der Größe zu verkaufen. Da müssen erstmal Zahlen geprüft werden bis der Arzt kommt und dann gehen solche Übernahmen immer mit einer Neustrukturierung und jeder menge Entlassungen und Filialschließungen Hand in Hand. Wenn es wirklich soweit kommt dürfte das ein weiterer Nadelstich in Thailands Wirtschaft werden.
Ingo Kerp 09/12/2019 14:43
Das wird wohl ein dicker Buchhaltungsskandal sein, wenn sich Tesco aus den beiden lukrativen Märkten Thailand und Malaysia zurückzieht. Andererseits, bei guten Umsatz- und Profitzahlen, dürfte es leichter sein, einen Käufer zu finden.