Tansanias Präsident verteidigt Bau vom umstrittenen Staudamm

Foto: Twitter/@capitaltvtz
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DARESSALAM (dpa) - Tansanias Präsident John Magufuli hat den Bau eines umstrittenen Wasserkraftwerks mitten in einem Wildreservat verteidigt.

Tansania habe viel Land unter Schutz gestellt, daher solle weltweit keiner versuchen, den Staat in Sachen Umweltschutz zu belehren, sagte Magufuli am Freitag bei der Grundsteinlegung des Staudamms im Selous-Park, der als Unesco-Weltnaturerbe geschützt ist. Zudem würden weniger als drei Prozent des Reservats für das Wasserkraftwerk genutzt. «Diejenigen, die glauben, dass das Projekt den Selous beeinträchtigen wird, liegen falsch», sagte er in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Der Bau des Wasserkraftwerks wird international scharf kritisiert, unter anderem von der Weltnaturschutzunion (IUCN) und dem Bundestag. Dieser hatte Tansania Anfang des Jahres aufgefordert, vom Bau des Staudamms und der damit verbundenen weiträumigen Waldrodung abzusehen. Naturschützern zufolge wären die Folgen des Staudamms verheerend für die Umwelt. Der Selous-Park ist mit einer Fläche von rund 50.000 Quadratkilometern größer als die Schweiz und gilt als eines der letzten großen und ungestörten Wildnisgebiete Afrikas. Er wird unter anderem von der staatlichen Förderbank KfW unterstützt.

Der Regierung des armen ostafrikanischen Landes zufolge ist das Projekt jedoch entscheidend für den Ausbau der Stromversorgung. Das geplante Wasserkraftwerk mit einer Leistung von bis zu 2,1 Gigawatt soll Tansanias Kapazität der Stromproduktion mehr als verdoppeln. Das Projekt über der Stiegler-Schlucht soll rund 3,9 Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro) kosten und bis Juni 2022 abgeschlossen sein.

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Wolfgang Krichel 28/07/2019 20:13
Der Präsident weiss was er macht
Ich finde es geht und garnichts an wenn der Präsident von Tansania John Magafuli eine solche Entscheidung trifft. Er hat sich mit Sicherheit beraten und beraten lassen. Zudem haben die Einwohner von Tansania in der Regel 2-3 Stunden am Tag keinen Strom und ich lobe denPräsident das er dies abstellen will
Siam Fan 27/07/2019 15:57
Womit der Präsident vollkommen richtig liegt!!
Auch die ärmeren Länder haben ein Recht auf die wirtschaftliche Wasserkraft. Hilft auch noch gegen Hochwasser und gegen Trockenheit. Die Seen liefern Unmengen von Fisch und haben einen großen Freizeitstellenwert. Man darf sie nur nicht als Pumpspeicherwerk missbrauchen!