Südostasien fürchtet Afrikanische Schweinepest

Foto: epa/David Chang
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HANOI/BANGKOK (dpa) - In Südostasien wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Nach dem Ausbruch in China fürchten Nachbarstaaten wie Vietnam und Myanmar, dass die hoch ansteckende Virus-Infektion auch bei ihnen schwere Schäden anrichtet. Auf Anweisung von Vietnams kommunistischer Regierung wurden seit den ersten Fällen im Februar mehr als zwei Millionen Tiere notgeschlachtet. Ministerpräsident Nguyen Xuan Phuc mahnte die staatlichen Stellen: «Der Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest ist wie der Kampf gegen Invasoren.»

Die Virusinfektion ist für Menschen ungefährlich, aber meist tödlich für Schweine. Eine Impfung dagegen ist nicht möglich. In China grassiert der Erreger bereits seit August vergangenen Jahres. Dort wurden mehr als eine Million Tiere geschlachtet. Experten schätzen, dass die Krankheit die Population in China von 440 Millionen Schweinen bis Jahresende um 30 Prozent reduzieren könnte. Geschätzt wird, dass in der Volksrepublik die Hälfte aller Schweine zuhause sind, die es auf der Welt gibt. In vielen Ländern sind die Preise für Schweinefleisch in den vergangenen Monaten gestiegen.

Groß ist die Sorge in Myanmar (ehemals Birma), das eine lange Landgrenze zu China hat. Offiziell wurden dort bislang aber keine Fälle registriert. Das Handelsministerium hatte zwischenzeitlich bereits den Import von Schweinen und Schweinefleisch gestoppt. Zudem wurden Grenzkontrollen verstärkt, um den Schmuggel von Tieren zu unterbinden. Auch Thailand, nach China der zweitgrößten Schweinefleisch-Produzent der Region, beobachtet die Entwicklung sehr aufmerksam.

Kambodscha meldete seit März bislang 500 Todesfälle durch die Afrikanische Schweinepest. Knapp 600 Schweine wurden notgeschlachtet. Die dortigen Behörden fürchten, dass der Erreger aus dem Nachbarland Vietnam herüberkommt. «Meine Sorge ist, wie schnell sich der Virus in Vietnam verbreitet», sagte der Generaldirektor im Landwirtschaftsministerium, Tan Phannara. Mit China hat Kambodscha keine gemeinsame Grenze.

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Hansruedi Bütler 11.06.19 13:56
Impfung der ASP nicht möglich?!
Versuche mit Impfstoff ergaben, dass geimpfte Schweine im Blut fast keinerlei Antikörper aufweisen und bei erneuter Infektion wieder erkranken. Das heißt im Klartext: Die Immunantwort ist nicht genügend spezifisch angegangen worden. Das Asfivirus (Akronym: African swine fever and related viruses) ASFV ist der einziger und typischer Vertreter dieses Virenstammes. Es zählt zu den "behüllten" Viren wie z.B. HIV, HBV, und HCV . Die Letzteren sind für die zum Teil tödlich verlaufende Leberentzündung (Hepatitis) verantwortlich. Impfseren gegen behüllte Viren (HIV) weisen oft grosse Problematiken für die Herstellung AKTIV-wirkender Antikörper auf. Der "Ort" der Hülle vom Virus, die als Erkennung gewählt wurde, schlägt oft ins Leere. Gosse Investitionen so wie beim HIV Impfstoff sind notwendig, um eine aktive Schutzwirkung zu erhalten. Es drängt sich die Frage auf: Ist der Gewinn bei einer Impfung zu klein - oder und sind die "Schweine" zu billig!!!