Sprachenstreit in Südtirol

Aufregung um Europagesetz

Foto: Twitter/@sfigacatrame
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ROM/BOZEN (dpa) - Ein kleines Gesetz zur Übernahme von EU-Normen in Südtirol hat in Italien riesige Aufregung ausgelöst.

In dem Entwurf, den der Landtag der mehrheitlich deutschsprachigen Provinz Ende voriger Woche verabschiedete, fehlt nämlich der italienische Name für Südtirol. Dieser lautet «Alto Adige» («Obere Etsch»), nach dem dortigen Alpenfluss. Der italienische Regionalminister Francesco Boccia forderte die Südtiroler auf, den Entwurf zu ändern. Sonst werde das Gesetz nach Veröffentlichung angefochten.

Die Sprachenfrage hat in der nördlichsten Provinz Italiens politische Brisanz. Österreich hatte diese nach dem Ersten Weltkrieg an Italien abtreten müssen. Danach wurden die Deutschsprachigen dort jahrzehntelang diskriminiert. Heute genießt Südtirol, dessen Bewohner noch zu knapp 70 Prozent deutschsprachig sind, ein Autonomiestatut.

Die amtliche Bezeichnung des Gebiets ist Autonome Provinz Bozen - Südtirol. In der italienischen Fassung des Gesetzentwurf ist nun nur von «Provincia di Bolzano» die Rede, während in der deutschen Version «Südtirol» steht. Die italienische Rechtsaußen-Partei Fratelli d'Italia nannte das «skandalös». Dagegen forderte die separatistische Partei Süd-Tiroler Freiheit, den «unsäglichen» Begriff «Alto Adige» ganz abzuschaffen.

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Benno Schönholzer 15/10/2019 16:18
Frueher mal war das Suedtirol ein Armenhaus! Das hat sich komplett geaendert!! Das Suedtiroler Wirtschaft blüht, die Touristen kommen scharenweise!! Weiter so!!