Spannender Streifzug durch den Isaan

Thailands Nordosten ist gespickt mit Sehenswürdigkeiten und Sensationen

Märchenhafter Nordosten.
Märchenhafter Nordosten.

UDON THANI: Thailands Urlauber zieht es vor allem an die Küsten, doch wer hätte gedacht, dass es auch mitten im Landesinneren ein Meer gibt? Es erstreckt sich rund 40 Kilometer südöstlich von Udon Thani und nennt sich „Nong Han Kamphawapi“ – auf Deutsch: das „Meer der rosaroten Seerosen“. Erst vor kurzem vom Tourismus entdeckt, fasziniert es als nur eines von vielen Naturwundern und etlichen weiteren Attraktionen, die im Nordosten des Königreiches locken.

Der nur wenig bereiste Nordosten des Königreichs steckt voller Überraschungen, Legenden und Sensationen. Erstaunlicherweise erst vor kurzem vom Tourismus entdeckt wurde der Nong Han Kumphawapi (Talae Bua Daeng) als „Meer der rosaroten Seerosen“ und allein schon Grund genug, im Isaan auf Erkundungstour zu gehen.

Kein Besucher kann sich der Faszination des Nong Han Kumphawapi entziehen, wenn das „Meer der Seerosen“ alljährlich zwischen November und Februar seine Pracht von Horizont zu Horizont entfaltet. Foto: nip
Kein Besucher kann sich der Faszination des Nong Han Kumphawapi entziehen, wenn das „Meer der Seerosen“ alljährlich zwischen November und Februar seine Pracht von Horizont zu Horizont entfaltet. Foto: nip

Alljährlich von November bis Februar bzw. am meisten zwischen 6 und 10 Uhr morgens fasziniert der bei Udon Thani liegende, nur rund 1,5 m tiefe See quasi flächende­ckend mit seiner pinkfarbenen Blütenpracht. Im Dorf Ban Diam lassen sich für 300 bis 500 Baht Boote chartern, die mit ihren Passagieren rund 1,5 Std. lang mitten durch das rund 7x3 km weite Naturwunder pflügen…

An der Peripherie

Thailands ältester Nationalpark Khao Yai indes erstreckt sich mit 2.170 qkm an der südlichen Peripherie des Isaan. Gegründet wurde er bereits vor 55 Jahren und 2005 sogar zum Naturerbe der UNESCO erklärt. In immergrünen Regenwäldern und grasbewachsenen Steppen tummeln sich insgesamt 123 Säugetier- und 200 verschiedene Reptilien- sowie 392 Vogelarten – inkl. der landesweit größten Population von Nashornvögeln. Regelmäßig für spektakuläre Schlagzeilen und Schnappschüsse sorgen die rund 400 Elefanten des Naturschutzgebiets, weil sie immer wieder den Verkehr der Durchgangsstraße auf den Rüssel nehmen bzw. Motorradfahrer in Bedrängnis bringen oder Pick-ups um ihre Frucht-Fracht erleichtern wollen. Im Januar letzten Jahres allerdings bekamen sie Konkurrenz von einem Siamesischen Krokodil: Es hatte sich in das Bein einer Französin verbissen, die ein Selfie mit dem selten gewordenen Reptil schießen wollte...

Wo einst der Highway der legendären Gottkönige endete: Die Ruinen von Phimai gelten als bedeutendstes Überbleibsel der Khmer-Hochkultur im heutigen Thailand.
Wo einst der Highway der legendären Gottkönige endete: Die Ruinen von Phimai gelten als bedeutendstes Überbleibsel der Khmer-Hochkultur im heutigen Thailand.

Eher erfreuliche Neuigkeiten gibt es aus Pak Chong, das als Tor nach Khao Yai fungiert. Trotz des mitten durch die Stadt asphaltierten, sechsspurigen Highway 2 (H2) hat der Ort nun etwas an Attraktivität und Akzeptanz gewonnen. Vor allem durch Übernachtungsmöglichkeiten – wie zeitgemäße, schicke Hostels mit Dormitory-Schlafplätzen zu 250 bis 300 Baht oder kleinen, ebenfalls gut bezahlbaren Privatzimmern. Das faszinierend wie farbenfroh durchgestylte, von allerlei Ziegel-, Kork- und Bambus-Elementen verzierte At Home Hostel (www.athomehostel.com) zum Beispiel zeugt vom Credo des weltgereisten, liebenswürdigen Besitzer-Ehepaars Mr. Cho und Mrs. Nice. Weil sie zudem eine Mango-Plantage betreiben, darf zum Frühstück mit eigenproduzierter Marmelade gerechnet werden.

Am Highway

Von Pak Chong führt der H2 – als Friendship Highway die landesweit wohl wichtigste Hinterlassenschaft der Amerikaner aus Zeiten des Vietnamkriegs – weiter nach Nakhon Ratchasima. Die meist nur als Korat bezeichnete Metropole fungiert nicht nur als Tor zum Isaan sondern nun auch als bedeutendstes Shopping-Mekka des Nordostens: Die bereits 2000 eröffnete, mit bis zu 2 m langen Zierfischen bestückte und jüngst umfassend renovierte Einkaufs- und Unterhaltungsmeile The Mall hat Ende 2016 signifikante Konkurrenz bekommen durch das avantgardistische Terminal 21 – und dieses wiederum seit Anfang November durch das 10 Milliarden Baht teure Central Plaza. Ein weiteres Wahrzeichen mit Weltklasse-Format – als drittgrößtes Einkaufszentrum des Königreichs konzipiert mit dem Credo „Harmony of Life“. Etwas unharmonisch wirkt allerdings, dass hier keinerlei Alkohol verkauft oder ausgeschenkt werden darf, weil die 300m-Bannmeile zu Lehr- und Lernanstalten unterschritten wird. Immerhin ist aber im Dezember nach zweijähriger Pause der 30 km vom Zentrum entfernte Flughafen reanimiert worden – zunächst mit täglichen „New Gen Airways“-Flügen nach Phuket. Und bis 2021 soll die Stadt sogar per Hochgeschwindigkeitszug an Bangkok angebunden werden – mit 4 Zwischenstationen und einer Fahrtzeit von 77 Minuten bzw. zum bereits taxierten Ti­cketpreis von 535 Baht.

Über weite Strecken fungieren die trüben Fluten des Mekong als Grenze zum benachbarten Laos, in das immer mehr Brücken und Übergänge führen.
Über weite Strecken fungieren die trüben Fluten des Mekong als Grenze zum benachbarten Laos, in das immer mehr Brücken und Übergänge führen.

Auch aus dem 200 km nördlich liegenden Khon Kaen – vor allem zu empfehlen für die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung – gibt es jede Menge Neuigkeiten, vor allem aus Gastronomie und Nachtleben. Wie in mehreren Großstädten des Nordostens gibt es hier ein Tawandaeng und eine U-Bar, aber zum Beispiel auch das gut wie günstige Restaurant Vintage mit Hot Pot-Brutzelei für sagenhafte 159 Baht und ganzen Fischen zu 229 Baht. Doch im Endeffekt markiert es nur den Zugang zur verborgenen, überraschend großen Diskothek Vintage 99 – mit Livemusik, guten DJs und Shows ab 22 Uhr. Und das einst etwas schmuddelig anmutende Disco-Center Reds präsentiert sich nun mit allerlei einladenden Nightlife-Spots – teilweise sogar bis 5 Uhr morgens, und großem Park- oder treffender Präsentierplatz… für die Luxuskarossen der Szene-Gänger. Das Ende 2016 eröffnete Street Café (auf Facebook) zum Beispiel besticht mit einem Innen- und Außenbereich bzw. Mix aus Restaurant, Café und Bar – bestückt mit Antiquitäten und Oldtimern, die teilweise sogar zum Verkauf stehen…

Dennoch präsentiert sich das nach weiteren 100 km erreichte Udon Thani als wesentlich angenehmeres Reiseziel. Die mit 250.000 Einwohnern offiziell viertgrößte Stadt Thailands wird wegen ihres Flughafens gern als Sprungbrett nach Laos genutzt. Besonders stolz jedoch sind die Einwohner auf die attraktive Umgestaltung des Nong-Pra-Jak-Sees: Das Ufer wurde bereinigt und neu befestigt, das gesamte Areal bestückt mit weitläufigen Grünanlagen aus Rasen und Rabatten, Sträuchern und ganz unterschiedlichen Palmen, Fitness-Park, Kinderspielplätzen oder zwei lieblichen, weißen Golden Gates als Fußgängerbrücken… Nach wie vor verblüffend ist – wie vielerorts im Isaan, die Auswahl an extrem preiswerten Unterkünften. Etwas abgelegen, aber ansons­ten bestens aufgehoben ist man bei dem in Australien aufgewachsenen Joe im Ruy Suk Hotel (www.ruysukhotel.net). Lediglich 400 Baht nimmt er für seine blitzsauberen, 25 qm großen Wohlfühlzimmer.

Am Mekong

Um mit dem Mekong in Berührung zu kommen, der weite Teile des Nordostens prägt, bieten sich etliche Orte an – vor allem aber Nong Khai. Es gilt als einzige Isaan-Stadt mit einer Traveller-Szene und die tummelt sich besonders gern im Mut Mee Guesthouse (www.mutmee.com). Seit 1993 liegt der stilsichere wie stimmungsvolle Backpa­cker-Spot – benannt nach einer regionalen Webtechnik – mit 36 ganz unterschiedlich gestalteten Zimmern für 200 bis 1.400 Baht direkt am Fluss. Das lauschige Gartenrestaurant erbaut mit von Bäumen beschattetem Rasen, relaxendem Korbstuhlmobiliar und kreativen Spezialitäten wie „Marinate Pork Stew“. Nebenbei locken Yoga, Astrologie oder Reiki, Massagen, Mietfahrräder und stets lohnende Touren – all das stets perfekt wie passioniert arrangiert von Julian Wright. Ganz im Gegensatz zur Mehrzahl seiner Gäste, ist der Brite stets auffällig adrett gekleidet und begeistert nicht zuletzt durch seine herrlich singend-schwingende Stimme...

Aus dem rund 650 km von Bangkok am Ende des Friendship Highway liegenden Nong Khai bietet sich eine West- und eine Ostroute zur weiteren Erkundung des Nordostens an. Beide führen über weite Stre­cken direkt am Mekong entlang, der mit einem facettenreichen Erscheinungsbild als fließende Grenze zu Laos fungiert: Mancherorts wirkt er still wie ein See, andernorts schlängelt er sich bedächtig durch ein Labyrinth aus bizarren Felsinselchen oder kommt auch mal mit schäumenden Stromschnellen und Strudeln daher. Eine ideale Kulisse für Romantik, Magie und Mythen – besonders in den Vollmondnächten des Oktobers, wenn der Fluss zum Feuerball-Festival faszinierend zu leuchten beginnt. Ein Naturphänomen ist dafür verantwortlich und nicht ein Drache, wie der Volksglaube gern vermitteln möchte.

Immer mehr junge Leute ergreifen die Flucht vor dem Reisanbau – zumal sich dieser meist mit enormen körperlichen Strapazen verbindet…
Immer mehr junge Leute ergreifen die Flucht vor dem Reisanbau – zumal sich dieser meist mit enormen körperlichen Strapazen verbindet…

Denn das größte Lebewesen im Fluss und größter Süßwasserfisch der Welt bleibt der bis zu 300 kg schwere Pla Buek. Der legendäre Riesenwels muss sich die Aufmerksamkeit allerdings mit immer mehr Lebewesen teilen: Allein 2016 wurden in der Region des Mekong 115 unbekannte Arten entdeckt – darunter drei Säugetiere, zwei Fische, elf Reptilien und elf Amphibien sowie 88 neue Pflanzen. Ende Dezember erst stellte die Naturschutzorganisation WWF zum Beispiel die „Malayemys Isan“ vor. Der Wissenschaftler Montri Sumontha hatte die Schildkröte, die sich deutlich von den übrigen Spezies unterschied, ganz einfach auf einem Markt entdeckt und gerade noch rechtzeitig vor dem Kochtopf gerettet. Benannt wurde sie indes danach, was sie selbst am liebsten (fr)isst – als Schneckenfresser-Schildkröte.

Die Westroute

Die Westroute führt von Nong Khai über das besonders bei einheimischen Touristen angesagte Chiang Khan. Niemand scheint sich daran zu stören, dass der fast nur aus Holzbauten bestehende Ort in den vergangenen Jahren quasi komplett neu erschaffen worden ist. Immerhin ist dies ja auch im alten Stil geschehen. An die 20 Hotels und um 200 Homestays soll es hier nun schon geben – und dennoch werden es ständig mehr. Das Leben spielt sich vorwiegend an der langen Chai Khong Road, die allabendlich zur Fußgängerzone mutiert. Ebenso gern flaniert wird auf der neuen – wie in vielen Orten entlang des Mekong – üppig an das Fluss­ufer betonierten Promenade. Wer es authentischer mag, sollte sich auf den Weg in das 5 km südlich liegende Dorf Ban Na Pa Nat machen: Hier lebt eine aus Vietnam stammende Minderheit der Tai Dam (Schwarze Thai), die ihre Kultur in einer Art Freilichtmuseum aus betagten Holzhäusern mit traditionellem Hausrat, Werkzeugen und Transportmitteln präsentieren.

Traditionelle Zeremonien spielen eine wesentliche Rolle beim Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften des Nordostens – wie hier im abgelegenen Dorf Don Muan.
Traditionelle Zeremonien spielen eine wesentliche Rolle beim Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften des Nordostens – wie hier im abgelegenen Dorf Don Muan.

Als Zentrum der Region pulsiert Loei und mitten in der leicht entlegenen Provinzhauptstadt Chris Römer. Der seit 13 Jahren hier lebende, agile Bernkasteler betreibt den Saloon Loei (auf Facebook) als beliebten Ausländertreff. Es gibt harte Biker und kaltes Bier, dreimal wöchentlich Live-Rock und stets ultimative Insider-Infos – ggf. umrahmt von exotischer Kost wie griechischem Salat, Pasta mit Käse-Gratin, Knusperpizzas oder Steaks. Doch die Konkurrenz ist inzwischen dicht auf den Fersen, klingen die Namen der beiden neuen Restaurants Chef Waan Café & Steak (auf Facebook) und Mix & Wine by Chef Pan (auf Facebook) doch sicher nicht zu Unrecht so verheißungsvoll…

Ansonsten offenbart sich der Reiz von Loei vor allem in der Umgebung, wie die vom örtlichen Tourist Office herausgegebene Landkarte mit 38 bebilderten Zielen verheißt. der 14 km entfernte Huay Krathing-See zum Beispiel lockt zur Entspannung mit Bambusflößen und Badevergnügen. Getränke und lokale Leckereien werden nach dem Hissen eines Fähnchens per Boot herbeigebracht. Bedeutendstes Ziel bleibt jedoch der Phu-Kradung-Nationalpark – mit einem bis zu 1.316 m hohen, herzförmigen Plateau und extremen Temperaturschwankungen bis zu 40 °C die kühlste Region des Königreichs. Der Aufstieg zum Gipfel dauert mehrere Stunden, ist strapaziös und schweißtreibend. Ob die lange geplante, von Umweltschützern heftig kritisierte Seilbahn – 3,8 km lang und mit Sechser-Gondeln bestückt – eines Tages tatsächlich noch gebaut wird?

Die Ostroute

Wer sich für die Ostroute von Nong Khai über Bueng Khan, Nakhon Phanom und Mukdahan bis nach Ubon Ratchathani entscheidet, dürfte nicht vielen westlichen Reisenden begegnen. Doch auch hier locken etliche Sehenswürdigkeiten und Sensationen – wie das schwindelerregende Felsen-Heiligtum Wat Phu Tok, die spektakulären Mekong-Löcher Saam Pan Bok oder das Naturschauspiel Mae Nam Song Si bei Khong Chiam: Der Ort liegt auf einer idyllischen Halbinsel bzw. genau dort, wo sich sich das trübe Braun des Mekong mit den grünlichen Fluten des Moon mischen, was natürlich besonders zum Sonnenuntergang von besonderem Reiz ist. Doch mit den prähistorischen Felsmalereien im Pha Taem-Nationalpark oder imposanten Khmer-Ruinen wie Prasat Phanom Rung und Prasat Khao Phra Viharn (derzeit nicht zugänglich) reichlich Historie. Den Tempel Wat Phra That Phanom, der mit seiner 57 m hohen Stupa und einem geschätzten Alter von bis zu 1.500 Jahren als ältestes und wichtigstes Heiligtum des Nordostens gilt, möchte sich Thailand sogar als Weltkulturerbe anerkennen lassen.

Etwas bedroht hingegen scheint das berühmte Elefanten-Festival von Surin, bei denen die Dickhäuter alljährlich im November ihre Talente beweisen: Viele europäische Reiseveranstalter wollen die Rüsseltiere aus Gründen des Tierschutzes nicht mehr vermarkten – und sogar die thailändische Touristenbehörde TAT scheint sich mit der Bewerbung des illustren Events neuerdings zurückzuhalten… Derweil macht die benachbarte Provinzhauptstadt Buriram mit dem 4,5 km langen, von Hermann Tilke aus Aachen entworfenen Chang International Circuit (CIC) bzw. der ersten Rennstrecke Thailands auf sich aufmerksam. Und der Grenzort Aranyaprathet kann ebenso mit einem Zeichen der Neuzeit aufwarten: Das hippe The Velo`s Hotel (auf Facebook), bietet 90 durchgestylte Zimmer und Suiten ab 1.500 Baht, einen 25-Meter-Pool sowie sogar einen „BMX Pumptrack“ – auch für Nicht-Radler ein ultimatives Erlebnis…

Nostalgischer Nahverkehr

Kaum zu glauben, dass mitten im Herzen der geschäftigen Isaan-Metropole Korat noch anachronistisch anmutende Fahrrad-Rikschas auf Kundschaft lauern. Nach wie vor eine wesentliche Last des öffentlichen Personen-Nahverkehrs tragen landestypische Tuk-Tuks …und können durchaus auch als Farbtupfer im Straßenbild erfreuen. Fotos: vk / nip

Nostalgischer Nahverkehr

Im Isarn wimmelt es nur so vor neu zu entdeckenden Heiligtümern: Das rund 125 km nordwestlich von Udon Thani liegende Wat Paphukon besticht mit einer imposanten, modernen Tempelhalle – als Domizil für einen herrlich weißen, 20 m langen Buddha. Das rund 80 km nordöstlich der Metropole bzw. im winzigen Dorf Ban Dung liegende  Wat Kham Chanot indes zählt nun zu den landesweit angesagtesten Wallfahrtzielen, nachdem die Tempelanlage in einer populären TV-Serie Wunderwirkung entfaltet hatte...

Shopping-Center der Superlative

Einen derartigen Meilenstein wird es ab Herbst 2018 auch in Pattaya-Naklua zu bewundern geben – und in Korat kann man sich schon mal einen Eindruck davon verschaffen: Erst vor rund einem Jahr hat dort das avantgardistische, mit dem Flair eines Flughafens erschaffene Terminal 21 seine Pforten geöffnet (www.terminal21.co.th/korat, täglich 7.30 - 21.30 Uhr). Die rund 150 Millionen Euro teure, 240.000 qm weite Einkaufs- und Erlebnismeile birgt unzählige Geschäfte, Restaurants, Cafés und Servicebetriebe. Die Etagen sind nach populären Weltstädten benannt und entsprechend thematisch dekoriert – wie z.B. mit einem 22 m hohen Nachbau des Eifelturms. Als weitere Magnete fungieren acht moderne  Kinosäle, allerlei Kinder-Spielzonen, die längste Rolltreppe Thailands oder auch der 110 m hohe Skydeck Tower, der einen phantastischen Ausblick  auf die Stadt ermöglicht. Und wer sein Geschäft gern mal mithilfe von japanischen Toiletten verrichtet möchte, kann hier überall gratis in den Genuss der berühmt-berüchtigten Vollautomaten kommen…

Grandiose Aussichten

Obwohl ein paar Meter mehr gewiss nicht hätten schaden können, erfreut sich der 2016 eröffnete, 85 km südwestlich von Nong Khai liegende Skywalk größerer Beliebtheit: In U-Form und rund 16 m lang ragt er als verglaste Plattform über einen Abhang am Wat Pha Tak Suea hinaus, um Weitblick über den Mekong zu bieten. Wesentlich mehr Mut und Abenteuerlust ist erforderlich für die Besteigung des geheimnisvollen Felsens  Wat Phu Tok, der 185 km östlich von Nong Khai in den Himmel ragt – und nur mithilfe von schwindellerregenden Treppen, Pfaden und Leitern zu erklimmen ist. Gewiss werden die Strapazen mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Nostalgie und Retro

Das 1968 in Korat eröffnete Sri Pattana Hotel ist nur eine von etlichen Bettenburgen aus Zeiten des Vietnam-Kriegs, die im Isaan bis heute überlebt haben – obwohl man ihnen ihr betagtes Alter nicht unbedingt immer gleich ansieht… Andere Touristenspots wiederum werden ganz bewusst auf alt bzw. retro getrimmt – wie z.B. das neue, verlockende Street Café in Khon Khaen, dessen Interieur inklusive Oldtimer allerdings fast schon wie das eines Museums oder Trödelladens anmutet – und nicht wie das eines angesagten Szene-Treffs. 

Schlemmen ohne Ende

Wer den Nordosten bereist, hat stets die Qual der Wahl – zwischen den kulinarischen Spezialitäten der Region, wie sie z.B. allerorts auf szenischen Essensmärkten angeboten werden oder der ebenso unwiderstehlichen Hausmannskost, die europäische Aussteiger in ihren angesagten Restaurants brutzeln (lassen). Die sensationelle „Schlachteplatte“ bei Chez Andy in Korat zum Beispiel sprengt alle Rekorde, kann für lediglich 1.800 Baht bis zu zehn Gäste satt machen – und zwar nachhaltig…

Reise-Infos

Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder als Selbstfahrer per Auto und Motorrad: Kaum eine Region Thailands lässt sich so einfach und angenehm auf eigene Faust erkunden wie der Nordosten! Das Busnetz ist flächendeckend, wobei sich für längere Stre­cken natürlich die geniale VIP-Kategorie empfiehlt. Auch die Flugverbindungen haben sich verdichtet, der Schienenverkehr scheint folgen zu wollen – wie mit dem Bau einer Strecke bis nach Kambodscha. Selbstfahrer indes dürften sich vor allem an den gut ausgebauten Fernstraßen freuen oder eben auch an wenig befahrenen Nebenstrecken. Wer dennoch lieber auf professionelle Hilfe vertraut, ist bestens aufgehoben bei der Reise-Agentur Isan Explorer (www.isanexplorer.com) des Amerikaners Tim Bewer und seiner ebenso sympathischen Gattin Suttawan, die sogar eine Magisterarbeit über die Mekong-Region verfasst hat.

40 Jahre Loose-Edition: 
Es begann mit Thailand

Ist es eigentlich noch die zweite oder gar schon die dritte Generation von Lesern, die mit den orangefarbenen „Südostasien-Bibeln“ der Stefan Loose-Edition unterwegs ist…? Fest steht, dass die populäre Buchreihe – mittlerweile über 40 Titel und auch etliche Länder in Amerika oder Afrika umfassend – nun ihr 40-jähriges Jubiläum zelebrieren kann, was u.a. Anfang Juni mit einer großen Party in Berlin gewürdigt werden soll.

Die Erfolgsgeschichte begann mit dem Thailand-Handbuch – von Gründer Stefan Loose einst noch mühselig in die Schreibmaschine getippt, als die Region unter den Nachwehen des Vietnamkriegs litt bzw. sich die Nachbarländer des Königreichs mit einem Bambusvorhang abgeschottet hatten. Seitdem fungiert das Werk – zusammen mit der Küstenausgabe „Thailand, der Süden“ – als Flaggschiff der gesamten Reihe.

Die Neuauflage des alle zwei Jahre aktualisierten Werks wird Ende Januar in den Handel kommen und von einem Straßenküchen-Motiv geziert. Sollte damit gar ein Zeichen gesetzt werden gen die leidig-lästigen Streetfood-Behinderungen der Behörden? Mit seinen 1.000 Seiten hat das Buch aus dem MairDuMont-Verlag heute glattweg das Format eines Ziegelsteins erreicht… Diesen jedoch schleppen die meisten Urlauber gern im Reisegepäck herum, führt er sie doch denkbar zuverlässig auf den Pfaden ultimativer Insider durch das Land – ggf. natürlich auch als E-Version oder mit den aktuellen Updates und Foren der Homepage www.stefan-loose.de.

Das 26,99 Euro (Österreich: 28,99 Euro, Schweiz: 37,90 Franken) teure Loose-Handbuch gilt als meistverkaufter deutschsprachiger Reiseführer für das Königreich – und wer glaubt, dass sich Druckwerke im Digital-Zeitalter überholt haben könnten, irrt: Nicht wenige Leser/innen kehren sogar aus dem Internet zum papiernen Buch der stets akribisch recherchierenden, engagierten Autoren zurück, weil sie sich z.B. durch die massenhaften, zuweilen ja auch fingierten Bewertungen von Unterkünften oder Restaurants auf den Portalen der Neuzeit reichlich überfordert fühlen…


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