Smog-Problem nachhaltig lösen

Foto: Greenpeace
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CHIANG RAI: Ein stärkerer politischer Wille sei erforderlich, um gegen den Anbau von Mais sowohl in Thailand als auch in den Nachbarländern vorzugehen. Andernfalls werde das Problem des grenzüberschreitenden dichten Dunstes in Nordthailand nie gelöst werden, warnen Umweltexperten.

Laut Greenpeace sollte die gefährliche Luftverschmutzung in Mae Sai der Provinz Chiang Rai den Behörden und politischen Entscheidungsträgern in der Mekong-Unterregion als Weckruf dienen. Sie sollten das Problem ernst nehmen und bei der Lösung des Problems zusammenarbeiten. Es seien strengere Vorschriften erforderlich, um die transnationale Lebensmittelindustrie daran zu hindern, nicht nachhaltige Monokulturen wie Mais auszubauen. Die Lieferkette der Lebensmittelindustrie sollte nachhaltiger gestaltet werden.

Nach Angaben der Behörde für die Kontrolle der Umweltverschmutzung (PCD) war die nördliche Stadt Mae Sai im letzten Monat an jedem Tag mit extrem hohen PM2,5-Werten belastet (Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern). An keinem Tag wurde ein PM2.5-Wert unter 90 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Der 30-Tage-Durchschnitt lag bei 169 mcg und der höchste Wertbetrug 452. Der Grenzwert von PM2,5 liegt in Thailand bei 50mcg, während der der Weltgesundheitsorganisation 25mcg beträgt.

„Die Smog-Krise in Mae Sai spiegelt deutlich das Versagen unserer Regierung wider, die grenzüberschreitende Dunstfrei-Roadmap wirksam umzusetzen und mit Nachbarländern in der Mekong-Unterregion zusammenzuarbeiten, um Waldbrände und die Verbrennung im Freien zu kontrollieren", sagt Tara Buakamsri, Direktor von Greenpeace Thailand. Laut Tara glauben viele Wissenschaftler und Experten, dass der Monokultur-Maisanbau einer der Hauptgründe für den saisonalen Smog in diesem Teil der Mekong-Unterregion ist. Landwirte in Thailand, Myanmar und Laos seien in die Wälder eingedrungen, um ihre landwirtschaftlichen Betriebe für den Vertragsanbau von Mais auszubauen. Und sie verwendeten weiter die Brandrodungstechnik.

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Siam Fan 19/04/2019 16:03
Höherer Mindestlohn
Ob Mais oder Zucker, wenn der Mindestlohn hochgesetzt wird, wird weniger abgefackelt. In TH gibt es KEINE modernen Müllverbrennungsanlagen und es ist wohl auch keine geplant! Um die importierte RDF-Plastikmengen und die in TH selbst aussortierten Mengen, wird ein großes Geheimnis gemacht. Klar muß sein, das wird alles in ungeeigneten Industrieanlagen, ohne entsprechende Filteranlagen verbrannt. In TH gibt es immer noch ein sehr großes Braunkohlekraftwerk. Die anderen wurden abgebaut und meist nahe der Grenze in Burma wieder aufgebaut. Ungeklärt ist, ob die Braunkohle dafür immer noch in TH im Tagebau abgebaut und auf dem Landweg nach Burma transportiert wird. Die Jahresproduktion von Mais in TH finde ich nicht, ist aber eher nachrangig. Asbest -Faser-Zement ist wohl immer noch sehr verbreitet. Die eigentliche Zementherstellung erzeugt sicher auch viel Feinstaub. Ganz vorne ansiedeln muß man aber auch die ständigen Wiederaufwirbelungen im Straßenverkehr (Reifen-, Bremsen-, Straßen-, ... -abrieb)
Martin Reinhart Berger 18/04/2019 19:07
Smogproblem..
Man hört nichts mehr vom Ziel von höchster Stelle ausgegeben, das Problem binnen einer Woche zu lösen. Wenn es denn so einfach wäre. Andereseits zeigt es die Naivität, mit der solche Probleme angegangen werden, eigentlich erschreckend, da Thailand ja Fachleute hat, die sich auch äussern, man müsste sie nur mal wahrnehmen. Das ist nicht mal nur so ein wenig dicke Luft, das ist ein dickes Problem, länderübergreifend und kann so natürlich wohl auch nur in länderübergreifender Zusammenarbeit gelöst werden. Diese Werte, die da regelmässig gemessen werden, sind keiner Bevölkerung zuzumuten. Das ist schon fast kriminell, denn es geht letztendlich wahrscheinlich auch um Todesfälle, die daraus resultieren , aber nie damit in Zusammenhang gebracht werden. Wenn man da die Feinstaudiskussion in Deutschland sieht, kann man die eigentliche Dimension hier erahnen. Tut was!!
Ingo Kerp 18/04/2019 19:02
Aha, der Mais ist schuld. Na, da hat man endliche den Schuldigen gefunden und hoffentlich dingfest gemacht. Der unbedarfte Leser hatte nach dem Lesen der Infos immer angenommen, die durch Menschenhand in Brand gesetzten Felder wären die Ursache der Luftverschmutzung. So kann man sich täuschen.