Aufruf zu Mehr-Parteien-Gesprächen

Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Foto: epa/Clemens Bilan
Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Foto: epa/Clemens Bilan

MOSKAU (dpa) - Russland hat nach dem historischen Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu Mehr-Parteien-Gesprächen aufgerufen.

«Es ist klar, dass diese Probleme in einem bilateralen Format nicht vollständig lösbar sind», sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Moskau. Der Chefdiplomat verwies auf das traditionelle Sechs-Parteien-Format bestehend aus Russland, China, den USA, Japan und den beiden Koreas. Die Sechs-Parteien-Gespräche waren Anfang der 2000er Jahre etabliert worden, liegen aber seit Jahren auf Eis.

Trump und Kim hatten sich am Dienstag in Singapur getroffen. Es war der erste Gipfel zwischen einem US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber. Der Korea-Krieg der 1950er Jahre ist offiziell noch nicht beendet. Trump hatte Kim überraschend ein Ende der US-Manöver mit dem Verbündeten Südkorea in Aussicht gestellt. Zudem sprachen beide über eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Die Einigung enthält aber keine konkreten Schritte.

Lawrow betonte der Agentur Interfax zufolge, dass die Lösung von Detailfragen für eine atomare Abrüstung viel Zeit benötige. «Ich hoffe, dass die Unterhändler geduldig sind», sagte er.

Der Kreml begrüßte das Treffen von Trump und Kim. Doch auch Sprecher Dmitri Peskow warnte vor zu hohen Erwartungen. Der Korea-Konflikt könne nicht mit einem kurzen Gespräch beendet werden, sagte er.

Präsident Wladimir Putin trifft am Donnerstag den nordkoreanischen Parlamentsvorsitzenden Kim Yong Nam in Moskau. Ende Mai hatte Machthaber Kim Außenminister Lawrow in Pjöngjang empfangen. Gespräche von Putin und Kim in den kommenden Monaten sind nicht ausgeschlossen.

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Ingo Kerp 15/06/2018 14:17
Kim hatte angekündigt, das er sich auch mit Putin treffen wolle. Er hätte dann mit RUS und CHN 2 starke Partner hinter und neben sich. Wenn es noch zu einem Friedensvertrag mit S.Korea kommt und es eine Annäherung an Japan geben sollte, kann er das Trump Papier in die Tonne treten. Trump wird spätestens nach den Novemberwahlen einen Grund finden, die Vereinbarungen zu kippen und dieses dem Kim anlasten.