Neulich, am Strand: Weihnachtsvorbereitungen für alle!

Liebe Leser, der Weihnachtsmann ist bei seiner letztjährigen Auslieferungstour über den USA beinahe von der US Air force abgeschossen worden. Da sein fliegender Schlitten keine Transponder-Signale ausgesendet hat, ist er von den Luftüberwachungsbehörden als ein UFO klassifiziert worden. „Boden-Luftraketen flogen mir nur so um die Ohren. FA-18 haben mich verfolgt, aber haben gegen meine Rentiere und den Esel natürlich keine Chance gehabt“, grinst er verschmitzt, nicht ohne Stolz, es den Amimilitärs den Meister gezeigt zu haben.

„Den Esel?“, wundert sich die Redaktion. „Ja, eines der Rentiere hat über Pattaya die Orientierung verloren und ist in irgendeinen Schuppen in der Soi 6 verschwunden. Seither ist es nie mehr gesichtet worden. Der Streuner wird sich wieder volllaufen lassen und mit den Mädels vergnügen, anstatt zu arbeiten. Warts nur ab, bis du wieder nach Hause kommst, mein Lieber…“ Der Weihnachtsmann schwenkt die flache Hand bedrohlich. „Der kommt nicht mehr wieder. Wenn der nun schon ein Jahr am Saufen ist?“, wirft ein Redaktor ein. „Da habe ich beim Nikolaus den Esel kurz ausgeliehen. Das war aber ein Fehler, wie es sich gezeigt hat.“ „Warum?“, wollten wir wissen. „Bei den ersten Knallern der „Patriot“-Raketen blieb das Grauvieh erschrocken bockstill stehen. Und das im vollen Tempo. Den Schlitten mit den Geschenken hat es herumgerissen und mich fast vom Bock geschmissen. Ein Glück bin ich nicht in einem Luftloch gelandet. Dabei ist mir sogar ein Paket heruntergefallen. Genau dieses für das Weiße Haus in Washington DC. für den mit der toten Katze auf dem Kopf, der seit zwei Jahren da residiert.“ „Mit dem haben wir auch schon so unser Geschenk“, nicken wir zustimmend zu. „Was war denn drin, im Paket?“, fragt einer nach. „Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Aber ich glaube, es war ein neues Hirn“, mutmaßt der Weihnachtsmann.

„In Deutschland bin ich geblitzt worden und als der Beamte meine Ausweise sehen wollte, hatte ich natürlich keine dabei. Da wurde ich gleich als papierloser Flüchtling willkommen geheißen. Immerhin haben sie mir meine Viecher als Familie akzeptiert. Doch ich musste für jedes Rentier einen separaten Fütterungsantrag in dreifacher Ausführung stellen. Dieser werde im Januar bearbeitet, wurde mir mitgeteilt, wenn es denn auch gleich geht, sonst halt später. „Ja, Himmi-Herrgott-Saggra-Mento-mi-leckts-am-Arsch-des-Scheissglump-verrreggts, bis dahin sind wir ja alle verhungert!“, protestierte ich. „Dann müsse ich das Reklamationsformular und das Beschleunigungsantragsformular, dreifach, einreichen, beglaubigt von einer gewissen „Mutti“. Die soll dafür zuständig sein. Da hat es mir meine Mütze fast weggeblasen und ich bin nach der letzten Unterstützungszahlung abgehauen“, erzählt er zu Ende.

Geschenkeantrag in dreifacher Ausführung

Mit langen Gesichtern haben wir zugehört. Wir stimmen dem Weihnachtsmann zu, dass sich etwas ändern muss. „Also, so geht das nicht weiter. Es gibt so viele Idioten auf der Welt. Ein Graus! Wer Geschenke haben will, der soll bei mir einen Antrag in dreifacher Ausführung einreichen“, meint er bestimmt. Ein Redaktor schlägt eine länderspezifische Lösung vor. „Es reicht doch aus, für Thailand eine Lösung zu haben“, stellt er fest. „Du meinst so etwas, was es wieder nur in Thailand gibt. Nur in Thailand, nirgendwo sonst auf der Welt etwas Vergleichbares?“ „Ja, genau! Damit auch der letzte Trottel merkt, hier ist Thailand. Wir machen hier es so, wie wir es wollen! Ist es OK für dich, dann bist du „good guy“, wenn nicht, hau ab.“ „Ich bin ja so froh, dass ihr mir helft. Mit eurer deutschen Mentalität und eurem Thailandverständnis bekommen wir das sicher hin“, ist der Weihnachtmann erleichtert. Und tatsächlich: Nach kurzer Zeit liegt das Ergebnis vor. Ein einfaches Prozedere, das dem Weihnachtsmann die Arbeit erheblich erleichtern wird.

Sie marschieren zur Immigration oder thailändischen Botschaft ihres Landes und reichen Ihr Formular TM-FA25/2018 zusammen mit ihrem neues­ten Fahndungsfoto ein. Falls Sie den Zusatztest über ihre Zurechnungsfähigkeit bestanden haben, händigt ihnen nun der überglückliche Beamte am speziellen Weihnachtsmannschalter einen auf Sie ausgestellten „Berechtigungsschein für den Erhalt von Weihnachtsgeschenken“ mit Kopie an den Weihnachtsmann aus. Diese Kopie senden sie bitte (mit ihrem vollen Namen und Adresse, Alter und Angaben über ihren IQ) an die Redaktion des FARANG zur Weiterleitung. Die Redaktion besorgt dann die restlichen Formalitäten. Wir weisen aber an dieser Stelle hin, dass wir keine Verantwortung übernehmen, wenn sie keine Geschenke erhalten.

Soweit unser Beitrag dafür, dass Sie dieses Jahr zu Ihrem Weihnachtsgeschenk kommen. Wir tun schließlich (fast) alles für unsere Leser!

Kleiner Nachtrag: Sollten Sie ein Paket mit einem vermodernden Gehirn finden, entsorgen Sie es bitte sofort. Es könnte sonst ja sein, dass gewisse Leute noch versuchen, trotz allem, was er schon verbockt hat, einen Neustart mit dem Herrn mit der toten Katze zu wagen. Nach dem Motto: Weg mit dem alten Hirn und, egal was kommt her damit, Hauptsache ein Neues.

Zweiter kleiner Nachtrag: Sollten sie auf Ihrer Sauftour in und durch Pattaya einem besoffenen Rentier mit einem Haufen Mädchen begegnen, wäre es vielleicht einmal angesagt, einen Tag alkoholfrei zu leben.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Comments

For independent topics please send a readers letter to us. General Comment Discussion

required fields
Wolf Pattayafreak 09/12/2018 14:58
Sehr schön aus den Fingern oder sonstwo gesogen!
Alles sehr nett geschrieben, aber auch wenn ich einem besoffenen Rentier mit nem Haufen Mädels begegnen sollte, das mit dem alkoholfreien Tag, lassen wir doch besser sein. Denn ich denke mal eigentlich haben wir hier in Thailand doch schon genug per Verordnung vorgeschriebene alkoholfreie Stunden und auch Tage! Ich warte nur noch darauf, dass per Verordnung vorgeschrieben wird wann ich wieviel rülpsen und / oder furzen darf. In diesem Sinne "Frohe Weihnachten"