Neues aus der Film-, Musik- und Promiwelt am Dienstag

Foto: Pixabay
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Ellen Page: Bin Transgender und heiße jetzt Elliot

NEW YORK: Der bisher als Ellen Page (33) bekannte kanadische Schauspielstar will von nun ab mit dem Namen Elliot Page leben.

Er sei Transgender und verwende nun männliche Pronomen, teilte Page am Dienstag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. «Ich fühle mich glücklich, dass ich das schreiben kann. Dass ich hier bin. Dass ich an diesem Platz in meinem Leben angekommen bin.» Page, 2007 mit dem Film «Juno» berühmt geworden, ist seit 2018 mit der kanadischen Tänzerin Emma Portner verheiratet.


Gericht befasst sich mit Cosby-Berufung - «Historischer Tag»

PHILADELPHIA: Rund zwei Jahre nach der Verurteilung von Bill Cosby hat sich das höchste Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania mit einem Berufungsantrag des US-Schauspielers befasst.

Das Verfahren sei ungerecht gewesen, weil Frauen, die nicht Teil der Anklage waren, dabei gegen Cosby aussagen durften, argumentierte Cosbys Verteidigerin Jennifer Bonjean bei der telefonischen Anhörung am Dienstag in Harrisburg laut US-Medienberichten. «Ein Verfahren über ein einziges Vergehen wurde zu einem Verfahren über seinen Charakter gemacht.»

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, Adrienne Jappe, widersprach: Man könne ein Vergehen nicht isoliert betrachten. Cosby bezeichnete den Vortrag seiner Verteidigerin in einer Mitteilung als «wunderschön». Es sei ein «historischer Tag» für ihn gewesen, teilte der 83-Jährige mit. Bis zu einer Entscheidung des höchsten Gerichts kann es allerdings noch mehrere Monate dauern.

Der Schauspieler und Comedian befindet sich seit 2018 wegen sexueller Nötigung im Gefängnis, wo er eine Strafe von mindestens drei und höchstens zehn Jahren Haft absitzen muss. Zahlreiche frühere Anträge auf Berufung und vorzeitige Haftentlassung waren abgelehnt worden.


Eilish-Bruder Finneas beendet Erfolgsjahr 2020 mit Weihnachtslied

BERLIN: Im globalen Hype um Grammy-Seriensiegerin Billie Eilish (18) blieb ihr Bruder etwas im Hintergrund - nun zeigt Finneas selbst erneut sein Talent als Sänger und Songschreiber. «Another Year» sei ein persönliches Weihnachtslied zum Beginn der besinnlichen Jahreszeit, teilte der US-Amerikaner am Dienstag mit.

Finneas O'Connell (23) hat seit 2014 mehrere Singles und ein Minialbum veröffentlicht, bekannt wurde er als Begleitmusiker für Billie Eilish. Bei den Grammy Awards 2020 teilte er sich drei Top-Auszeichnungen mit seiner Schwester und gewann zudem Preise als Produzent und für das bestabgemischte Album des Jahres.

«Ich schrieb diesen Song am letzten Weihnachtsfest, mit einem Jahr der Unsicherheit vor uns», sagte Finneas nun über «Another Year». Die Worte seien weiterhin aktuell. «Wo immer euch dieses Lied erreicht, soll es ein kleines bisschen Behaglichkeit bringen. Der Horizont ist hell, denke ich.»

Zuvor hatte der Musiker aus Los Angeles die Stücke «Where The Poison Is», «Can't Wait To Be Dead» und «What They'll Say About Us» herausgebracht. Vorige Woche erhielt Finneas drei weitere Grammy-Nominierungen - für seine Zusammenarbeit mit Billie Eilish bei «Everything I Wanted» (Song des Jahres, Aufnahme des Jahres) und «No Time To Die», dem Titelsong des kommenden James-Bond-Films. Nach Label-Angaben verzeichnet er rund 575 Millionen kombinierte Musikstreams, auf Instagram hat er 2,7 Millionen Abonnenten.


«Ein Gigant des Denkens»: Portugals Starphilosoph Lourenço ist tot

LISSABON: Portugal trauert um den bedeutendsten zeitgenössischen Denker des Landes: Der Philosoph, Essayist, Autor und Literaturwissenschaftler Eduardo Lourenço starb am Dienstag in Lissabon im Alter von 97 Jahren, wie das Präsidialamt mitteilte. Ministerpräsident António Costa rief für Mittwoch eine nationale Staatstrauer aus. «Morgen werden wir vom Professor Abschied nehmen», sagte der sozialistische Politiker in der portugiesischen Hauptstadt vor Journalisten. Die Zeitung «Público» würdigte Lourenço als «Giganten des Denkens».

Auch Präsident Marcelo Rebelo de Sousa bedauerte den Tod des Mannes, der am 23. Mai 1923 an der Grenze zu Spanien im kleinen Dorf São Pedro do Rio Seco (heute knapp 200 Einwohner) zur Welt kam. «Eduardo Lourenço war seit Beginn der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts unser bedeutendster Essayist und Kritiker, unser wichtigster öffentlicher Intellektueller», stellte das Staatsoberhaupt fest. Rebelo de Sousa betonte, der Starphilosoph habe «niemals die Debatten unserer Zeit gescheut, und auch nicht die Wechselfälle der Politik».

Lourenço galt unter anderem als einer der besten Kenner des portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa. Mitte der 1950er Jahre lehrte er portugiesische Kultur in Hamburg und Heidelberg. Danach arbeitete er als Professor im brasilianischen Bahia und anschließend an verschiedenen französischen Universitäten. Bis vor kurzem wohnte er noch in Vence an der Côte d'Azur. Lourenço wurde auch ins Deutsche übersetzt (u.a. «Mythologie der Saudade», ein Essay über die portugiesische Melancholie, 2001/Suhrkamp-Verlag) und erhielt viele Auszeichnungen, darunter 1996 den Prémio Camões, den wichtigsten Literaturpreis des portugiesischen Sprachraums.


Toni Kroos würde lieber Kommentator statt Trainer werden

BERLIN: Fußball-Ex-Weltmeister Toni Kroos (30) strebt keine Trainerkarriere an. Interessanter sei nach dem Ende seiner Profilaufbahn eher ein Wechsel ins Metier der Kommentatoren. «Was ich mir vorstellen könnte, wenn du da mal einen coolen Kommentator hast, da an der Seite zu sitzen, mit zu kommentieren, gewisse Sachen zu erklären. Das ist ja was anderes als ein Experte, der sitzt nach dem Spiel da und sagt, was schlecht oder was gut war», sagte der Mittelfeldspieler von Real Madrid im Interview mit Johannes B. Kerner für das MagentaTV-Format «Bestbesetzung», das am Freitag ausgestrahlt wird.


Spotify: Billie Eilish ist auch 2020 die Meistgestreamte

STOCKHOLM: Die amerikanische Singer-Songwriterin Billie Eilish (18) ist im zweiten Jahr in Folge die meistgestreamte Künstlerin weltweit beim Musikstreaming-Marktführer Spotify. Nummer eins bei den Männern und überhaupt ist international der Latin-Trap- und Reggaeton-Sänger Bad Bunny (26) aus Puerto Rico. Er sammelte mehr als 8,3 Milliarden Streams, wie aus dem Spotify-Jahresrückblick «Wrapped» vom Dienstag hervorgeht. Mit seiner Platte «YHLQMDLG» lieferte er auch mit etwa 3,3 Milliarden Streams das meistgestreamte Album 2020.


Wirbel um «The Crown» - zunehmend Kritik an Netflix-Serie

LONDON: Die jüngste Staffel der Netflix-Serie «The Crown» um die britische Königsfamilie steht zunehmend in der Kritik. Es gebe eine «moralische Verantwortung», den Zuschauern klar zu machen, dass es sich um ein Drama und nicht um historische Fakten handelt, räumte auch die Schauspielerin Helena Bonham Carter in einem Podcast ein. Sie verkörpert in der dritten und vierten Staffel Prinzessin Margaret, die Schwester von Königin Elizabeth II.. Es gebe Unterschiede zwischen «unserer Version» und der «wirklichen Version. «Das sind verschiedene Dinge», sagte die Schauspielerin in dem offiziellen Podcast. Sie lobte aber ausdrücklich die Arbeit und Recherchen des leitenden Drehbuchautors Peter Morgan, der die Drama-Serie entwickelte.


Song von Rammstein-Sänger Till Lindemann und Geiger David Garrett

BERLIN: Rammstein-Sänger Till Lindemann und der Geiger David Garrett haben gemeinsam einen Song eingespielt. Das Lied mit dem Titel «Alle Tage ist kein Sonntag» soll am 11. Dezember jeweils in limitierter Fassung als CD-Single und Vinyl erscheinen, wie Lindemanns Label Universal Music am Dienstag mitteilte. Der 57-Jährige hatte das Projekt am Montagabend noch ohne Hinweis auf Garrett über seine Social-Media-Accounts angekündigt.

Der Schlager «Alle Tage ist kein Sonntag» wurde 1922 von Carl Ferdinands und Carl Clewing geschrieben. Auf Basis des Liedes entstanden auch zwei gleichnamige Filme. Gesungen wurde das Stück unter anderem von Marlene Dietrich und Rudolf Schock. Die Liedzeilen «Alle Tage ist kein Sonntag / Alle Tag gibt's keinen Wein» hat Lindemann bereits im Song «Sauber» verwendet, den er 2018 für das Stück «Hänsel&Gretel» im Hamburger Thalia Theater geschrieben hat.

Neben der Berliner Rockband Rammstein, mit der er sich vor wenigen Wochen für Aufnahmen im Studio «La Fabrique» im französischen Saint-Rémy-de-Provence eingemietet hatte, hat Lindemann auch mit dem schwedischen Multiinstrumentalisten Peter Tägtgren unter dem Bandnamen Lindemann zusammengearbeitet.


Jenke von Wilmsdorff: Geteiltes Gesicht nach Schönheitsexperiment

BERLIN: Extrem-Reporter Jenke von Wilmsdorff sieht nach einem Schönheitsexperiment jetzt deutlich jünger aus, hat aber dafür ein geteiltes Gesicht. Für die neue ProSieben-Reihe «Jenke» ließ der Mittfünfziger die linke Hälfte drei Monate lang kosmetisch behandeln und die rechte Hälfte operativ straffen. Wie ein Mediziner in der Sendung am Montagabend erläuterte, lässt eine Messung der Falten den Schluss zu, dass die Haut links um rund acht Jahre verjüngt ist. Der OP-Eingriff an der rechten Hälfte habe elf Jahre Verjüngung gebracht.

Wilmsdorff dazu: «Ich hatte auf mehr gehofft, aber ich will nicht undankbar sein.» Er präsentierte das optische Ergebnis in seiner Sendereihe.


Fernsehkoch Alfons Schuhbeck rät zu geistiger Diät

AUGSBURG: Fernsehkoch Alfons Schuhbeck (71, «Die Küchenschlacht») plädiert angesichts der Corona-Krise für eine geistige Diät. «Rennt nicht herum wie die Wahnsinnigen und redet einen rechten Schmarrn, sondern ordnet eure Gedanken, speckt ab, was ihr nicht wirklich braucht, was nicht wirklich Sinn macht», schrieb er in einem Gastbeitrag für die «Augsburger Allgemeine» (Dienstag). «Corona lehrt uns, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren, und das Wichtigste, das bist nicht immer du allein. Wir sind alle zusammen in dieser Situation, und je ruhiger und vernünftiger wir uns verhalten, desto schneller finden wir alle zusammen zurück in die Normalität.» Ihm selbst helfe Kochen «bei diesem geistigen Selbstreinigungsprozess», schrieb der Oberbayer weiter. «Es hat für mich eine meditative, fast mystische Kraft.»


Otti Fischer als Passauer Bistumskolumnist - «Ein Heidenspaß»

PASSAU: Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer (67) lebt in Deutschlands Corona-Hotspot Passau und geht deswegen kaum noch vor die Tür. Langweilig sei ihm aber nicht, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Neuerdings schreibe er als Kolumnist für das Passauer Bistumsblatt und den Altöttinger Liebfrauenboten. «Das macht einen Heidenspaß.» Seine erste Kolumne mit dem Titel «Spötterdämmerung» sei bereits erschienen. Die Texte sollen durchaus kirchenkritisch sein, sagte der bekennende Katholik, der im Fernsehen als «Pfarrer Braun» einst ein Millionenpublikum hatte.


Ildikó von Kürthy: «Ich bin keine Social-Media-Fachfrau»

HAMBURG: Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy (52, «Hilde») sieht sich nicht als Social-Media-Fachfrau. Trotzdem reizt sie die Möglichkeit, über die sozialen Medien Verbindungen zu ihren Leserinnen herzustellen. «Ich hänge der romantischen Vorstellung an, dass über diese Kanäle eine Gemeinschaft und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstehen kann», sagte Kürthy der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Ich will vermitteln: Du bist nicht allein. Wir teilen unsere Sorgen, wir ringen gemeinsam um Antworten und wir halten zusammen, besonders jetzt, wo es ernst wird.»


«Wolfsland»-Star Catterfeld wäre gern einmal eine Spionin

GÖRLITZ/BERLIN: Yvonne Catterfeld ist als TV-Kommissarin mit der ARD-Krimireihe «Wolfsland» sehr erfolgreich. Regelmäßig schalten zwischen 4,5 Millionen und 5 Millionen Zuschauer donnerstags ein, wenn sie als Viola Delbrück rund um das sächsische Görlitz ermittelt. Seit vier Jahren klappt das gut. Welche andere Herausforderung sie einmal reizen würde? «Ich hätte mal richtig Lust auf die Rolle einer Spionin», sagt die Schauspielerin und Sängerin, die für «Wolfsland» auch gerade - unter Corona-Auflagen - vor der Kamera steht. Der Fall «Kein Entkommen» läuft an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr im Ersten.


George Clooney freut sich auf die Rückkehr in den Kinosaal

ROM: Hollywoodstar George Clooney hofft, dass das Kino die Corona-Krise gut überleben wird. Der 59-jährige Oscar-Gewinner («Argo») hat gerade den Science-Fiction-Thriller «The Midnight Sky» für die Internet-Plattform Netflix gedreht. Trotzdem möchte er auf echte Kino-Erlebnisse nicht verzichten. «Ich denke, das Kino ist nicht tot», sagte er in einem am Dienstag von der Zeitung «La Repubblica» in Italien veröffentlichten Interview. Damit sprach er die Nöte der Branche wegen der Schließungen an. «Wenn die Pandemie vorbei ist, können wir es doch kaum erwarten, alle wieder in die Kinosäle zurückzukehren.»


Neues Traumpaar bei «Sturm der Liebe»

GRÜNWALD: Der ARD-Dauerbrenner «Sturm der Liebe» bekommt ein neues Traumpaar. Voraussichtlich am 23. Dezember soll die neue Lovestory beginnen, wie der Sender am Dienstag mitteilte. Die neuen Liebenden heißen Maja von Thalheim und Florian Vogt und werden dargestellt von den Schauspielern Christina Arends und Arne Löber. Ihr Kennenlernen erinnert ein wenig an «Sissi»: Als Maja von Thalheim rund um das Hotel «Fürstenhof» durchs Unterholz streift, um ein gutes Fotomotiv zu finden, hält sie Förster Florian davon ab, ein Reh zu erlegen. Ganz ähnlich wie einst Romy Schneider als «Sissi» im Fernsehklassiker, die darin ebenfalls ein Wildtier vor ihrem Liebsten rettete.


Flucht als Teil der Menschheitsgeschichte

FRANKFURT: Millionen Menschen in Deutschland stammen von Flüchtlingen ab - auch wenn sie sich selbst als «Einheimische» fühlen. «Eine Menschheitsgeschichte» hat der Historiker Andreas Kossert sein Buch «Flucht» im Untertitel genannt. Er richtet den Schwerpunkt nicht allein auf das Schicksal der 14 Millionen deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auf Flucht und Vertreibung das davor und danach, bis hin in die Gegenwart. Etwa auf die gewaltsamen Umsiedlungen durch die Nationalsozialisten in den von Deutschland besetzten Gebieten.

Oft ist der Verweis auf Autor und Jahr eines Zitats nötig, so ähneln sich bei allen unterschiedlichen historischen Rahmenbedingungen die Gefühle, die zum Ausdruck kommen, wenn Menschen gezwungen sind, mit dem Allernötigsten, oft ohne Zeit zum Abschiednehmen, in eine ungewisse Zukunft aufbrechen müssen. Eben waren sie noch Einwohner, Nachbarn, Bauern oder örtliche Unternehmer. Und plötzlich sind sie nur noch Flüchtlinge, aus dem Alltag, aus der Sicherheit und aus allem Gewohnten gefallen.

Ausführlich geht es auch um die Gleichgültigkeit vieler Menschen gegenüber dem Schicksal entwurzelter Menschen. Die Willkommenskultur des Sommers 2015 erweist sich dabei als kurze Episode angesichts des Umgangs mit den Flüchtlingen auf Lesbos oder in der Türkei, dem Streit um die aus Seenot Geretteten, den vielen Namenlosen, die Jahr für Jahr im Mittelmeer ertrinken. «Flucht und Vertreibung als Geißel der Menschheit zu ächten, könnte bewirken, sie bereits im Entstehen zu unterbinden und ihre Ursachen zu bekämpfen, statt immer nur noch höhere Zäune und Mauern zu errichten», resümiert Kossert in seinem Buch, das auch eine globale Geschichte von Flucht und gewaltsamer Entwurzelung ist. Am «Umgang mit Flüchtlingen lässt sich ablesen, welche Welt wir anstreben».


Ein ungewöhnlicher Mittelster-Krimi: «Westwind»

BERLIN: In einem kleinen Dorf in der englischen Provinz lässt die Britin Samantha Harvey ihren Roman «Westwind» spielen. Im Jahr 1491 ist die ärmliche Siedlung praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten. Die einzige Brücke über einen reißenden Fluss ist eingestürzt, und der einzige Bewohner des Dorfes, der einen Wiederaufbau organisieren und finanzieren könnte, ist wohl in den Fluten ertrunken. Der örtliche Geistliche soll herausfinden, was passiert ist, und im Roman erzählt er von seinen Bemühungen. Dabei lässt Harvey ihn ein buntes und differenziertes Bild einer Gesellschaft zeichnen, die aus der Zeit gefallen scheint. Während ringsum die Moderne Einzug hält und ein Jahr später Christoph Kolumbus einen neuen Kontinent entdecken wird, herrscht im Dorf noch tiefstes Mittelalter. Der improvisierte Beichtstuhl wird zum wichtigsten Instrument des Kriminalisten, der sich immer wieder fragen muss, wer eigentlich welche Interessen im Dorf verfolgt. Zusätzlichen Reiz erhält die Erzählung dadurch, dass sie zeitlich rückwärts erzählt wird. Ungewöhnlich für eine Kriminalerzählung, aber interessant und gelungen.


BERLIN: Morde im amerikanischen Nordwesten: «Dunkle Wolken über Alberta»

Ein Polizist im Ruhestand muss in Thomas Kings Krimi «Dunkle Wolken über Alberta» seine kriminalistischen Fähigkeiten reaktivieren. Thumps DreadfulWater hat seinen Job als Polizist in Los Angeles aufgegeben, um in der Kleinstadt Chinook im US-Bundesstaat Montana, unmittelbar an der Grenze zur kanadischen Provinz Alberta, ein ruhiges Leben als Naturfotograf zu führen. Aber immer mal wieder braucht der örtliche Sheriff die Hilfe des Indianers. So auch, als ein Urlaub ansteht. Kaum ist DreadfulWater als amtierender Sheriff im Amt, taucht eine Leiche auf. Der Mann arbeitete für eine Firma, die an einer neuen Technik für die Erschließung von Grundwasser arbeitet. Viel Geld ist im Spiel, und es bleibt nicht bei einem Toten. DreadfulWater ermittelt eher unwillig, hat er doch genug private Probleme zu lösen, aber Thomas King legt es eher darauf an, ein Gefühl für den Lebensstil der Menschen in der schönen Natur zu vermitteln. Aber gelöst wird der Fall natürlich.


BTS feiern weiteren historischen Charterfolg in den USA

BERLIN: Die südkoreanische Boygroup BTS hat in den USA einen weiteren Charterfolg gefeiert. Ihre neue Single «Life Goes On» ist der erste Nummer-eins-Hit in der 62-jährigen Geschichte der US-Charts, der «überwiegend im Koreanischen» gesungen wird, wie das Branchenblatt «Billboard» am Montag (Ortszeit) berichtete. «Billboard» veröffentlicht jede Woche die US-Singlecharts. Erst im September hatte es BTS dem Magazin zufolge als erste südkoreanische Musikgruppe mit dem Lied «Dynamite» an die Spitze der US-Charts geschafft. Allerdings ist dieser in Englisch.


«Game of Thrones»-Star Peter Dinklage spielt radioaktiven Superhelden

BERLIN: US-Schauspieler Peter Dinklage, vor allem durch seine Rolle als Tyrion Lannister in dem Fantasy-Epos «Game of Thrones» bekannt, übernimmt Medienberichten zufolge die Hauptrolle in der Neuinterpretation des Action-Comedy-Films «Toxic Avenger». Der 51-Jährige soll in die Rolle von Toxie schlüpfen, der nach einem Giftmüll-Unfall als radioaktiver Superheld Bösewichte bekämpft, wie die Branchenblätter «Deadline» und «Variety» berichteten. Das Original (deutscher Titel: «Atomic Hero») erschien in den 80er Jahren und genießt Kultstatus. Für ein Remake des Films war vor einigen Jahren auch Arnold Schwarzenegger Gespräch.


Regisseur Rüping: Theater auch in Fußballstadien vorstellbar

BERLIN: Der Theaterregisseur Christopher Rüping kann sich vorstellen, während des Teil-Lockdowns andere Räume in der Öffentlichkeit zu bespielen. «Fußgängerzonen, Fußballstadien, Eishallen, Balkone... Theater braucht immer irgendeine Form der Bühne», sagte der 35-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Und wenn die Bühnen, die wir normalerweise hauptsächlich bespielen, gerade nicht zur Verfügung stehen, suchen wir uns eben andere: im analogen wie im digitalen Raum.»


Gegen Hass und Gewalt: Dragqueen bringt Rosenstolz-Song neu heraus

BERLIN: Gewalt und Intoleranz in der Gesellschaft nehmen aus Sicht von Travestiekünstler Marcel Kaupp, Gewinner der RTL-Show «Das Supertalent» aus dem Jahr 2014, wieder zu. «Auch hier in Deutschland - im Jahr 2020 - habe ich als 32-jähriger Mann ein ungutes Gefühl, wenn ich, selbst in einer sogenannten Hochburg wie Köln oder Berlin, Hand in Hand mit einem anderen Mann durch die Straße gehe», sagte Kaupp, der unter dem Künstlernamen Marcella Rockefeller als Dragqueen auftritt. «Es ist die Angst, Ablehnung, Hass oder Gewalt zu erfahren. Weil ich einfach nur liebe, wen ich liebe.» Gemeinsam mit Musiker Peter Plate (53) bringt Kaupp zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember) den im Jahr 2006 vom Duo Rosenstolz veröffentlichten Song «Ich hab genauso Angst wie du» in einer neuen Version heraus.

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