Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Mai-Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern

PARIS: In Frankreich haben mehrere tausend Menschen an den landesweiten Mai-Umzügen teilgenommen. Nach Angaben des Gewerkschaftsbunds CGT seien am Samstag mehr als 170.000 Menschen auf die Straße gegangen, davon 25.000 in Paris. Das französische Innenministerium sprach von mehr als 106.000 Teilnehmern, davon 17.000 in Paris.

Die Umzüge verliefen größtenteils friedlich. In Paris und Lyon kam es zu kurzen Zwischenfällen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des linksextremen «Schwarzen Blocks», bei denen auch Tränengas zum Einsatz kam. Insgesamt seien 56 Personen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden, davon 46 in Paris, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP mit Bezug auf das Innenministerium.


EU-Staaten verurteilen Russlands Einreiseverbot gegen EU-Vertreter

BRÜSSEL: Die EU-Staaten haben die jüngsten Einreiseverbote Russlands gegen acht hochrangige EU-Vertreter geschlossen verurteilt. Die Entscheidung sei inakzeptabel und ohne rechtliche Begründung, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Samstag im Namen aller 27 Länder. Sie richte sich direkt gegen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten. Der Schritt unterstreiche, dass Russland bislang den Weg der Konfrontation gewählt habe, anstatt sich darum zu bemühen, den negativen Verlauf der Beziehungen umzukehren.

Ähnlich hatten sich am Vortag bereits die Spitzen der EU-Kommission, des Europäischen Rats und des Europaparlaments, Ursula von der Leyen, Charles Michel und David Sassoli, geäußert. Russland hatte Sassoli, EU-Kommissionsvize Vera Jourova und sechs weitere Vertreter aus EU-Staaten am Freitag mit Einreiseverboten belegt. Moskau begründete den Schritt mit Sanktionen, die die EU zuvor wegen der Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny gegen ranghohe russische Staatsfunktionäre verhängt hatte.

Russlands Handeln werde die EU weder davon abhalten, weiter für Menschenrechte, Demokratie und internationales Recht einzutreten, noch davon, diejenigen, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich seien, zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Borrell.


Papst eröffnet Gebetsmarathon für Ende der Corona-Pandemie

ROM: Papst Franziskus hat einen weltweiten Gebetsmarathon für das Ende der Corona-Pandemie eingeläutet. Damit soll auch der Menschen gedacht werden, die schwer von der Krise getroffen wurden. Am Samstagabend hielt das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Kapelle des Petersdoms vor mehr als 150 Gläubigen die erste Rosenkranz-Andacht der für den gesamten Mai geplanten Initiative.

Jeden Tag soll an einem anderen Marienwallfahrtsort auf der Welt die Gebetsfeier abgehalten werden. Mit dabei ist nach Angaben des Heiligen Stuhls am 28. Mai nach derzeitigen Plänen auch die Gnadenkapelle im bayerischen Wallfahrtsort Altötting, allerdings ohne persönliche Teilnahme des Papstes. Am 31. Mai will der Pontifex in den Gärten des Vatikans den Gebetsmarathon abschließen.


Äthiopien: Zwei Widerstandsbewegungen als Terrorgruppen eingestuft

ADDIS ABEBA: Das äthiopische Kabinett hat als Antwort auf zunehmende Gewalt im Land zwei Widerstandsbewegungen als Terrorgruppen eingestuft. Es handelt sich dabei um die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) sowie die Oromo Liberation Army (OLA), wie am Samstag aus einer Mitteilung des Premierministers hervorging. Der Beschluss erfordert die Zustimmung des äthiopischen Parlaments.

Den beiden Gruppen wird vorgeworfen, sowohl unschuldige Zivilisten als auch staatliche Einrichtungen in den vergangenen drei Jahren immer wieder angegriffen zu haben. Durch die Gewalt seien Menschen umgekommen, verletzt und vertrieben sowie Eigentum zerstört worden, hieß es. Bislang standen auf der Terrorliste nur zwei ausländische islamistische Gruppierungen: Al-Kaida und Al-Shabaab.

Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es seit mehreren Jahren Konflikte zwischen unterschiedlichen Volksgruppen und der Zentralregierung. Sie haben unter dem seit 2018 regierenden Ministerpräsidenten Abiy Ahmed zugenommen.

Abiy hatte im November in der nördlichen Region Tigray eine brutale Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die dort bis dahin an der Macht war. Die Offensive wurde zwar für beendet erklärt, die Kämpfe gehen aber weiter. Auch die OLA, die nach eigenen Angaben für die Rechte der Oromo kämpft, wird für tödliche Angriffe auf die Zentralregierung wie auch auf andere Volksgruppen verantwortlich gemacht. Allerdings wird auch der äthiopischen Zentralregierung vorgeworfen, Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben.


Reporterin der Deutschen Welle von Polizei angegriffen

NAIROBI: Während einer Demonstration in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat die Polizei eine Reporterin der Deutschen Welle nach eigenen Angaben mit Tränengaspatronen angegriffen. Die Ostafrikakorrespondentin Mariel Müller war demnach mit ihrem Kameramann vor Ort, um am Samstag über eine Demonstration zu berichten.

Dazu hatten mehrere kenianische Organisationen aufgerufen, um auf zunehmende Polizeibrutalität und Arbeitsplatzverluste aufgrund des seit Ende März geltenden Lockdowns aufmerksam zu machen.

Sie sei zweimal von Tränengaspatronen getroffen worden, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. Das erste Mal habe die Patrone die Wade getroffen, das zweite mal habe man ihr direkt in den Oberschenkel geschossen, während sie ein Interview geführt habe. Dabei habe sie eine Verletzung davongetragen.

Der Intendant der Deutschen Welle, der Verein der in Ostafrika ansässigen Auslandskorrespondenten (FCAEA), und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Kenia verurteilten den Angriff auf Müller auf das Schärfste. Amnesty International rief die kenianischen Behörden dazu auf, den Vorfall zu untersuchen.


Patriarch Kirill warnt zu orthodoxem Ostern die Mächtigen vor Hochmut

MOSKAU: Kurz vor dem orthodoxen Osterfest hat Patriarch Kirill in ungewöhnlich deutlichen Worten die Mächtigen dieser Welt vor Hochmut und einem Abgleiten in Tyrannei gewarnt. Die Erfüllung von Befugnissen, die manchmal die Einschränkung von Freiheiten anderer erforderten, könne nicht mit Überheblichkeit und Selbstüberhebung einhergehen, sagte das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche in einer am Samstag von russischen Medien verbreiteten Predigt. «In diesem Fall wird Macht zur Tyrannei.»

Zudem gab der Patriarch zu bedenken: Wenn sich die Kirche mit einer politischen Kraft identifiziere und so zu einem Hebel im politischen Kampf werde, könne sie dann noch eine Autorität und spirituelle Mutter für alle sein? «Niemals», sagte Kirill. Kritiker werfen der orthodoxen Kirche eine zu große Nähe zum russischen Staat vor.

Die orthodoxe Kirche feiert an diesem Sonntag das Osterfest - gut einen Monat später als in vielen westlichen Ländern. Grund dafür ist der julianische Kalender, an dem sich die orthodoxe Kirche orientiert. In der Orthodoxie gilt die Auferstehung Jesu als das größte Fest des Jahres. Am Samstag ließen sich viele Gläubige in den Kirchen den traditionellen Osterkuchen (Kulitsch) segnen.


US-Klimabeauftragter Kerry hofft auf mehr Ambitionen Chinas

ROM: Der US-Klimabeauftragte John Kerry hofft beim Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) im Oktober in Rom auf weitere Verpflichtungen zum Klimaschutz. «Es wird die Gelegenheit sein, um zu kontrollieren, was die umweltschädlichsten Länder tun und darüber hinaus diejenigen, die nicht viel hinsichtlich neuer Ambitionen auf unserem Klimagipfel geboten haben», sagte Kerry im Interview der italienischen Zeitung «La Stampa» (Samstag). Das G20-Treffen sei daher ein sehr wichtiger Punkt auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz (COP26) in Glasgow im November.

Mit Blick auf China als klimaschädlichstes Land sagte der frühere US-Außenminister, dass die jüngsten Erklärungen der Volksrepublik erste positive Schritte gewesen seien. «Revolutionär» wäre es, wenn China die Finanzierung von Kohleprojekten außerhalb seiner Grenzen einstelle. «Ich hoffe, China erhöht seine Ambitionen vor Glasgow», erklärte er weiter. Außerdem wird es ihm zufolge wichtig sein, dass auf die vielen Ankündigungen letztlich auch die Umsetzung und Überprüfung folgt.


Rio de Janeiro privatisiert teilweise seine Wasserversorgung

RIO DE JANEIRO: Der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro hat seine Wasserversorgung und Abwasserentsorgung teilweise privatisiert. Damit werden die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung in rund 30 Gemeinden des Bundesstaats Rio de Janeiro mit etwa elf Millionen Einwohnern in die private Hand gegeben. Die Versteigerung von drei der vier Versorgungsgebiete brachte brasilianischen Medienberichten zufolge am Freitag 22,6 Milliarden Reais (3,5 Mrd Euro) ein.

Der Block, der keinen Käufer fand, umfasst Gemeinden in der Westzone Rios, in der Milizen besonders präsent sind. Milizen bestehen aus aktiven und ehemaligen Polizisten, Feuerwehrleuten und städtischen Beamten, die in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt sind und entscheiden, wer Strom, Gas und fließendes Wasser bekommt. Die Regierung kündigte eine neue Ausschreibung für dieses Versorgungsgebiet noch im laufenden Jahr an. Die Versteigerung der Wasserversorgung wird von der Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro als wichtige Infrastrukturmaßnahme gesehen.

Immer wieder klagen die Bewohner Rios über schlechtes Trinkwasser, ein Teil des Abwassers wird nicht angemessen geklärt. Sowohl die Versprechen zur UN-Umweltkonferenz 1992 wie auch zu den Olympischen Spielen 2016, die Wasserqualität der Guanabara-Bucht zu verbessern, wurden nicht eingehalten.


Taliban weisen Berichte über den Schutz von westlichen Basen zurück

KABUL: Die militant-islamistischen Taliban haben Berichte zurückgewiesen, wonach ihre Kämpfer westliche Militärbasen in Afghanistan schützen sollen. Demnach sollen die Islamisten seit über einem Jahr gemäß eines geheimen Anhangs zum USA-Taliban-Abkommen die internationalen Militärstützpunkte vor Angriffen rivalisierender oder abtrünniger islamistischer Gruppen abgeschirmt haben. Derartige Berichte seien «unbegründete Propaganda und nicht korrekt», schrieb der Sprecher des politischen Büros der Taliban in Doha, Mohammed Naeem, am Samstag auf Twitter.

Das USA-Taliban-Abkommen wurde im Februar 2020 noch unter US-Präsident Donald Trump nach mehr als eineinalb Jahren Verhandlungen im Golfemirat Katar unterzeichnet. Es sieht unter anderem den Abzug aller internationalen Truppen aus Afghanistan vor. Im Gegenzug garantieren die Taliban, dass afghanischer Boden nicht mehr für Angriffe auf die USA und ihre Verbündeten verwendet wird. Den Berichten zufolge hätten die Islamisten durch einen «Taliban-Schutzring» ebendies beweisen wollen.

Der afghanische Nationale Sicherheitsberater Hamdullah Mohib sagte in einer Pressekonferenz am Samstag, ihm sei nicht bekannt, dass Taliban Stützpunkte schützten. Man sei darüber nicht informiert worden.


Riesenseeadler aus NRW in Nationalpark in Ungarn entdeckt

REMSCHEID/ÖRSÉG: Der entflogene Riesenseeadler Grobi aus Remscheid (NRW)ist in dem rund 1000 Kilometer entfernten Nationalpark Örség in Ungarn, nahe der Grenze zu Österreich aufgetaucht. Das hat Falknerin Carola Schossow in Remscheid, wo der Adler seine Heimat hat, am Samstag auf Anfrage bestätigt. Zuvor hatte die «Rheinische Post» berichtet.

Die Falknerin, die den Vogel anhand von Fotos erkannt hat, zeigte sich überglücklich und besorgt zugleich. Sie sei sehr erleichtert, dass Grobi lebe und wohlauf sei. Doch könne sie derzeit aufgrund der Coronasituation noch nicht nach Ungarn reisen, um ihn nach Hause zu holen.

Das majestätische Tier war am 12. April aus der Falknerei Bergisch Land entflogen und hatte offenbar seinen Sender, den es um ein Bein trug, abgebissen. Am Mittwoch war Grobi Berichten zufolge in Österreich gesehen worden, bevor Ranger ihn am Freitag in Ungarn entdeckten und Carola Schossow informierten. Man habe den ausgehungerten Riesenseeadler zunächst mit einem Huhn gefüttert, berichtet die Falknerin. Nun hofft sie, dass er sich weiterhin zum Futterplatz locken lässt und dann auch «eingeholt» werden kann, wie es in der Fachsprache heißt.

Carola Schossow vermutet, dass der sechs Jahre alte Grobi die rund 1000 Kilometer bis Ungarn zumeist im Gleitflug absolvieren konnte, weil die Thermik während der vergangenen Wochen günstig war. Ansonsten wäre der weite Flug selbst für einen gut trainierten Adler sehr kräftezehrend gewesen.


England: 300 Tonnen schwerer Fettkloß in Kanalisation

BIRMINGHAM: In England stellt erneut ein gigantischer Fettkloß die Abwasserbetriebe vor Herausforderungen. Der in Birmingham neu entdeckte Koloss erstrecke sich über rund 1000 Meter und wiege mit rund 300 Tonnen etwa so viel wie 250 Familienwagen, teilte das Abwasserunternehmen Severn Trent am Samstag mit. Man arbeite zwar rund um die Uhr daran, die Blockade zu entfernen, werde aber trotzdem voraussichtlich bis Juni damit beschäftigt sein.

Der Fettberg, von den Betrieben selbst als «Monster» betitelt, ist mutmaßlich durch Abfälle entstanden, die von Anwohnern fälschlicherweise in den Abfluss entsorgt wurden - etwa Windeln, Kosmetiktücher oder überschüssiges Öl vom Kochen. Scott Burgin von Severn Trent rief die Bürger dazu auf, nur die «drei P's (pee, poo and paper)» (deutsch: Urin, Kot und Toilettenpapier) herunter zu spülen. «Diese kleinen Änderungen können einen großen Unterschied bewirken und hoffentlich zukünftige Fettberge verhindern.»

Die Abwasserbetriebe in England haben immer wieder mit ähnlichen Blockaden in der Kanalisation zu kämpfen. Für die Spezialisten in Birmingham ist der aktuelle Fettberg jedoch wohl der größte, mit dem sie es bisher zu tun hatten.


Bunte Punkte im Botanischen Garten: Kusama-Schau in New York

NEW YORK: Eingekleidete Bäume, tanzende Kürbisse und viele bunte Punkte: Werke der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama (92) sind seit kurzem im Botanischen Garten von New York zu sehen. Die eigentlich für 2020 geplante und wegen der Corona-Pandemie verschobene Schau in der Grünanlage in der Bronx zeigt - zwischen mehr als einer Million Pflanzen - zahlreiche Objekte und Installationen der Künstlerin, der derzeit auch eine Retrospektive im Berliner Gropius Bau gewidmet ist.

Kusama, die vor allem mit ihren «Polka Dots» genannten farbigen Punkten berühmt geworden ist, hat bereits auf der ganzen Welt ausgestellt und ist zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation geworden. In Tokio hat sie inzwischen ein eigenes Museum.

Der Botanische Garten in New York zeigt neben Pflanzen immer wieder auch Werke renommierter Künstler. 2018 waren es beispielsweise Bilder der US-Künstlerin Georgia O'Keeffe (1887-1986). 2019 war eine Schau über den brasilianischen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx (1909-1994) zu sehen. Die Kusama-Ausstellung soll noch bis zum 31. Oktober zu sehen sein.


Weitere Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet - Suche nach Hafen

ROM: Die Seenotretter der Organisation Sea-Watch haben im zentralen Mittelmeer weitere Bootsmigranten in Sicherheit gebracht. Die Crew der «Sea-Watch 4» habe am Freitag und in der Nacht zu Samstag in zwei weiteren Einsätzen knapp 190 Menschen an Bord geholt, teilte die in Berlin ansässige Organisation am Samstag mit. Am Samstagnachmittag bestätigte Sea-Watch eine weitere Aktion mit knapp 100 Geretteten. Damit seien nach fünf Einsätzen insgesamt etwa 400 Bootsmigranten an Bord des Schiffes. Sea-Watch habe nun einen sicheren Hafen in Italien und Malta angefragt.

Die «Ocean Viking» der Organisation SOS Mediterranee bekam unterdessen von den italienischen Behörden den Hafen in Augusta auf der Insel Sizilien zugewiesen, wie die Organisation am Samstag schrieb. An Bord des Schiffs befinden sich laut SOS Mediterranee 236 Menschen, darunter viele unbegleitete Minderjährige. Die Anlandung war demnach für den Samstag geplant.

Die beiden Organisationen kritisierten die libysche Küstenwache und die EU unter anderem dafür, dass immer wieder Migranten von den libyschen Behörden zurück in das Bürgerkriegsland gebracht würden. SOS Mediterranee forderte, dass ein europäisches Such- und Rettungsprogramm etabliert werde.

In Libyen drohen Migranten Menschenrechtsverletzungen. In Schlauchbooten versuchen viele Menschen immer wieder, Europa auf dem Seeweg über das zentrale Mittelmeer zu erreichen. Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr bislang knapp 490 Menschen auf dem Meer.


Zwei Männer bei Lawinenunglück gestorben

LYNGEN: Im Norden von Norwegen sind bei einem Lawinenunglück mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei junge Männer aus der Stadt Tromsø seien gestorben, wie die Zeitung VG unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern des Unglücks wurde am Nachmittag nach einigen Stunden eingestellt.

Experten warnten dem Sender NRK zufolge vor weiteren Erdrutschen. Da es viel Neuschnee gegeben habe, brauche es eine Weile, bis sich die Schneeschichten stabilisiert hätten. Man habe auf eine Saison ohne Lawinentote gehofft, sagte der Bürgermeister der Kommune Lyngen, Dan Håvard Johnsen, dem Bericht zufolge. Leider hätten aber in diesem Winter bereits neun Menschen ihr Leben durch Lawinenunglücke verloren.


Whitney Museum stellt neue Skulptur an das Ufer von Manhattan

NEW YORK: Die Umrisse eines längst abgerissenen Hafengebäudes am Ufer von Manhattan hat der US-Künstler David Hammons mit einer neuen Skulptur wieder auferstehen lassen. Die «Day's End» betitelte Stahl-Struktur soll von nun am permanent im Hudson River Park gegenüber des Whitney Museums zu sehen sein, wie das Museum mitteilte.

Inspiriert wurde Hammons von einem gleichnamigen Werk des Künstlers Gordon Matta-Clark (1943-1978). Der hatte 1975 für allerhand Wirbel in der Kunstwelt gesorgt: Er schnitt fünf Öffnungen in die Wände des Hafengebäudes «Pier 75», das damals wie einige benachbarte auch verlassen dalag und vor allem für illegale Parties genutzt wurde. Das Werk von Hammons zeichnet nun die Lage und Form des Hafengebäudes im Umriss exakt nach und kann jederzeit kostenlos besichtigt werden.

Direkt nebenan soll in den kommenden Wochen zudem «Little Island» eröffnen - ein Park mit zahlreichen Kultur-Angeboten auf einer künstlichen Insel im Hudson River.


Zahl der Toten nach Autobombe auf 24 gestiegen

KABUL: Die Zahl der Toten bei einem Anschlag mit einer Autobombe in der zentralafghanischen Provinz Logar ist auf 24 gestiegen. Das teilte ein Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Weitere 110 Menschen, darunter Frauen und Kinder, seien bei dem Angriff bei einem Gästehaus in der Provinzhauptstadt Pul-i Alam verletzt worden, hieß es weiter. Acht Menschen würden sich noch in kritischem Zustand befinden.

Der Anschlag ereignete sich am Freitagabend (Ortszeit) in einem Wohnviertel der Stadt und in der Nähe eines Krankenhauses, das ebenfalls zerstört wurde. Alle Opfer seien Zivilisten, der Großteil von ihnen Schüler, die für ein Eintrittsexamen für die Universität in die Provinzhauptstadt gekommen waren, sagten lokale Behördenvertreter. Warum der Ort Ziel des Anschlags war, blieb weiter unklar. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani machte die militant-islamistischen Taliban dafür verantwortlich.


US-Abzug aus Afghanistan: Experte warnt vor Wiederaufstieg Al-Kaidas

BERLIN/KABUL: Zehn Jahre nach dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden warnt der Terrorexperte Guido Steinberg vor einem möglichen Wiederaufstieg der Dschihadisten. Nach dem geplanten US-Abzug aus Afghanistan werde es schwer, die Extremisten dort zu bekämpfen, sagte der Mitarbeiter der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) der Deutschen Presse-Agentur. Zudem hätten die militant-islamistischen Taliban keinen Grund, ihr Bündnis mit Al-Kaida aufzugeben. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich die Taliban in Afghanistan durchsetzten. «Das könnte zu einem Weckruf für Dschihadisten weltweit werden.»

Eine US-Spezialeinheit hatte Osama bin Laden an diesem Sonntag vor zehn Jahren im pakistanischen Abbottabad getötet. Der Al-Kaida-Chef war der meistgesuchte Terrorist weltweit. So galt er als Kopf unter anderem der Anschläge in New York und Washington am 11. September 2001. Dschihadisten verehrten ihn als charismatischen Anführer.

Viele junge Dschihadisten seien heute orientierungslos, erklärte Steinberg. Wenn die Taliban sich in Afghanistan nach dem US-Abzug durchsetzen und das «klug» spielten, könnten sie in der Lage sein, Dschihadisten aus der ganzen Welt in das Land zu holen. US-Präsident Joe Biden hatte Mitte April angekündigt, die US-Truppen fast 20 Jahre nach Beginn des internationalen Einsatzes aus Afghanistan abzuziehen.


Erdbeben erschüttert Nordosten Japans - Keine Tsunami-Warnung

TOKYO: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hat am Samstag den Nordosten Japans erschüttert. Sein Zentrum lag vor der Küste der Präfektur Miyagi in einer Tiefe von 60 Kilometern, wie die Meteorologische Behörde mitteilte. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgesprochen. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht.

Vor zehn Jahren war dieselbe Region von einer Tsunami-Katastrophe mit Tausenden Toten heimgesucht worden. Die Erde hatte hier auch im März und Februar gebebt. Im Februar wurden rund 150 Menschen verletzt, im März gab es keine größeren Schäden oder Opfer.


«Let's Dance»-Männerpaar fliegt überraschend raus

BERLIN: Das erste Männerpaar in der «Let's Dance»-Geschichte ist überraschend aus der RTL-Tanzshow gewählt worden. Ex-«Prince Charming» Nicolas Puschmann (30) und sein Tanzpartner Vadim Garbuzov mussten nach dem Zuschauer-Voting am späten Freitagabend gehen. «Meine Damen und Herren, Sie sehen uns alle geschockt», meinte Moderator Daniel Hartwich nach der Verkündung. Nicht wenige hatten dem Duo das Finale zugetraut.

Die achte Ausgabe stand nach den Einzeltänzen im Zeichen eines Discofox-Marathons, in dem zunächst alle Paare gleichzeitig auf dem Parkett standen und Extrapunkte sammelten. Ballermann-Sänger Mickie Krause (50) präsentierte dazu ein Live-Medley mit Hits wie «Schatzi schenk mir ein Foto» oder «Reiß die Hütte ab».

Als «Discofox-Queen» ging Moderatorin Lola Weippert (25) mit ihrem Partner Christian Polanc vom Parkett, die auch die Jury-Wertung gewannen. Die sechs verbliebenen Paare erwarten kommende Woche ein Tanzduell und das Motto «Magic Moments».

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