Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

Telekom will Anteil an T-Mobile US aufstocken

BONN/BELLEVUE: Die Deutsche Telekom will ihren Anteil am US-Mobilfunker T-Mobile deutlich ausbauen. Die Bonner gaben am Montag nach US-Börsenschluss einen Deal mit dem japanischen Softbank-Konzern bekannt, der ihre Beteiligung von zuletzt rund 43 auf 51 Prozent erhöhen soll. Softbank könnte demnach insgesamt bis zu 198 Millionen Aktien von T-Mobile im Wert von rund 21 Milliarden Dollar (18,7 Mrd Euro) verkaufen. Die Telekom erhält Optionen für 101 Millionen davon, die bis Juni 2024 gezogen werden können. Bei vollständiger Ausübung würde der Anteil an T-Mobile US auf die genannten 51 Prozent steigen.

Softbank hatte als Mehrheitseigner des jüngst mit T-Mobile fusionierten US-Rivalen Sprint im Zuge des Zusammenschlusses einen Anteil von 24 Prozent am verschmolzenen Unternehmen erhalten. Nach dem nun geplanten Aktienverkauf soll dieser auf rund acht Prozent sinken. Die Japaner hatten sich mit gewagten Investitionen etwa in den strauchelnden Büroraum-Vermittler WeWork verspekuliert und brauchen dringend Geld. Der Mischkonzern, der zu den weltweit größten Tech-Investoren zählt, hatte deshalb bereits angekündigt, den Verkauf eines milliardenschweren T-Mobile-Aktienpakets zu erwägen.


US-Sonderbeauftragter: Abrüstungsgespräche mit Russland «positiv»

WIEN/WASHINGTON: Nach dem Ende der Gespräche mit Russland über die nukleare Abrüstung in Wien hat die US-Seite eine zweite Runde in Aussicht gestellt. Die Gespräche am Montag seien «sehr positiv» verlaufen und man habe sich grundsätzlich auf eine zweite Runde geeinigt, erklärte der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, am Abend auf Twitter. Es seien technische Arbeitsgruppen einberufen worden.

Die USA und Russland verhandeln über die Rettung ihres letzten großen atomaren Abrüstungsabkommens. Große Hoffnungen auf eine Einigung bestehen nicht. Die USA wollten auch China einbinden, allerdings lehnte Peking eine Einladung nach Wien ab.

Das bisherige Abkommen «New Start» läuft in acht Monaten am 5. Februar 2021 aus. Es sieht vor, die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Wird der Vertrag nicht verlängert oder kein neues Abkommen geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten keinen Vertrag mehr, der dem Lagerbestand an strategischen Atomwaffen Grenzen setzt.


EU-Staaten und Europaparlament einigen sich auf EU-weite Sammelklagen

BRÜSSEL: Verbraucher in der EU können ihre Rechte künftig besser gegen große Firmen durchsetzen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am späten Montagabend auf die EU-weite Einführung von Sammelklagen, wie mehrere Beteiligte mitteilten.

Die EU-Kommission hatte 2018 im Zuge des VW-Abgasskandals um manipulierte Abschalteinrichtungen von Fahrzeugen vorgeschlagen, europaweit Kollektivklagen zu erlauben. Die EU-Staaten müssen die neuen Regeln nun innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen.

Somit sind in Fällen mit vielen Geschädigten in mehreren EU-Staaten künftig Sammelklagen möglich. Qualifizierte Institutionen wie Verbraucherverbände könnten dann stellvertretend für die Geschädigten gegen Unternehmen auf Unterlassung und Schadenersatz klagen. In Deutschland gibt es mit der Musterfeststellungsklage bereits eine Möglichkeit für Kollektivklagen.


Kalifornien: Bayer muss nicht vor angeblichen Glyphosatrisiken warnen

SACRAMENTO: Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer muss im US-Bundesstaat Kalifornien nun doch nicht auf mögliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup hinweisen. In einer Entscheidung vom Montag gab ein Bundesrichter in Sacramento dem Antrag von Bayer statt, einer entsprechenden Auflage des Bundesstaates nicht nachkommen zu müssen.

Hintergrund der Forderung Kaliforniens war, dass die WHO-Krebsforschungsagentur IARC den Unkrautvernichter 2015 - im Gegensatz zu anderen Behörden - als «wahrscheinlich krebserregend» für Menschen eingestuft hatte. Bayer widerspricht dem und betont immer wieder, dass die Produkte bei vorschriftsgemäßer Anwendung ungefährlich seien.

Bayer hatte sich 2018 mit der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto Glyphosat - und damit auch viele Probleme - ins Haus geholt. Nach drei verlorenen Prozessen um angebliche Glyphosat-Krebsrisiken mit im Raum stehenden Millionenstrafen sind Zehntausende Klagen anhängig. Bayer geht zwar gegen die bisherigen Urteile vor, sondiert aber auch einen Vergleich. Analysten schätzen, dass dieser um die zehn Milliarden Euro kosten könnte. Allerdings wäre dann das Thema und damit auch die Belastung für den Aktienkurs vom Tisch, so die Hoffnung.


Zwei Tote und mehrere Verletzte bei spontanem Straßenfest in den USA

CHARLOTTE: Bei einem spontanen Straßenfest infolge des Gedenktags zum Ende der Sklaverei in den USA sind im Bundesstaat North Carolina zwei Menschen erschossen worden. Bei dem Zwischenfall in der Nacht zum Montag in Charlotte seien mehr als Hundert Schüsse in einer Menge von rund 400 Menschen abgegeben worden, sagte der stellvertretende Polizeichef Gerald Smith am Montag. Sieben Menschen seien durch Schüsse verletzt worden, mindestens drei von ihnen schwer. Fünf weitere zogen sich Verletzungen zu, weil sie von Autos angefahren worden waren, wie die Polizei auf Twitter erklärte.

Trotz der Vielzahl an Menschen, die am Ort des Geschehens gewesen seien, hätten sich keine Augenzeugen bei der Polizei gemeldet, erklärte Smith. Er bezeichnete den Vorfall als «sehr, sehr beunruhigend». Wer die Schüsse abgegeben hat, war zunächst unklar. Die Polizei schließt nicht aus, dass es mehrere Schützen gewesen sein könnten.

Seit Freitag, als in den USA der Gedenktag «Juneteenth» begangen wurde, hatten nach Polizeiangaben mehrere, teils unorganisierte Feierlichkeiten in Charlotte stattgefunden. An «Juneteenth» wird des Endes der Sklaverei gedacht. Der Gedenktag erhielt in diesem Jahr wegen der landesweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd auch über die USA hinaus viel Aufmerksamkeit.


Innenministerium sagt Vorstellung des Verfassungsschutzberichts ab

BERLIN: Das Bundesinnenministerium hat am Montagabend kurzfristig die Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2019 abgesagt. Innenminister Horst Seehofer (CSU) wollte den Bericht an diesem Dienstag zusammen mit Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang in Berlin präsentieren. Gründe für die Absage nannte das Ministerium nicht.

Seehofer war zuvor in die Kritik geraten, weil er eine Strafanzeige gegen eine «taz»-Journalistin wegen einer polizeikritischen Kolumne angekündigt hatte. Diese wollte er nach eigenen Angaben eigentlich am Montag stellen, bis zum Abend war dies aber nicht geschehen. «Die Entscheidung ist noch nicht gefallen», sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am späten Montagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.


Koalition: Corona-Krise zentrale Aufgabe der EU-Ratspräsidentschaft

BERLIN: Die schwarz-rote Koalition sieht die dauerhafte Überwindung der Corona-Pandemie und die wirtschaftliche Erholung als zentrale Aufgabe der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Das geht aus einem Papier der Koalitionsspitzen nach einem Treffen am Montagabend im Kanzleramt hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

«Mit der Covid-19-Pandemie steht die Europäische Union vor einer schicksalshaften Herausforderung», heißt es in dem knappen Beschluss. Deutschland werde sich während seiner Ratspräsidentschaft «mit ganzer Kraft dafür einsetzen, diese Aufgabe gemeinsam und zukunftsgerichtet zu meistern und Europa wieder stark zu machen».

«Leitgedanken» der deutschen Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt, sollen demnach außerdem sein: «ein stärkeres und innovativeres Europa, ein gerechtes Europa, ein nachhaltiges Europa, ein Europa der Sicherheit und der gemeinsamen Werte, ein starkes Europa in der Welt». Was das jeweils konkret bedeuten soll, geht aus dem Papier nicht hervor.


USA verschärfen Kontrolle chinesischer Staatsmedien

Washington (dpa) - Die USA verschärfen ihre Kontrolle chinesischer Staatsmedien in den Vereinigten Staaten. Das US-Außenministerium stufte am Montag vier weitere chinesische Medien als direkte Organe der kommunistischen Führung in Peking ein. Das Ministerium in Washington teilte mit, betroffen seien die US-Büros des Senders CCTV, der Nachrichtenagentur China News Service, der Zeitung «The People's Daily» und der Zeitung «Global Times». Aufgrund des neuen Rechtsstatus müssen sich die betroffenen Medien in den USA ähnlich einer Botschaft als ausländische Vertretung registrieren, was eine stärkere Kontrolle zur Folge haben wird.

Das Außenministerium teilte weiter mit, die Einstufung erfolge, weil die betroffenen Medien «im wesentlichen im Besitz oder effektiv unter der Kontrolle» einer ausländischen Regierung stünden - in diesem Fall der chinesischen. Die Einstufung schränke nicht ein, was die betroffenen Medien in den USA publizieren dürften.

Bereits im Februar hatte das US-Außenministerium die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, den Fernsehsender CGTN, China Radio sowie die Zeitung «China Daily» und die Muttergesellschaft von «The People's Daily», Hai Tian Development USA, entsprechend eingestuft. Damals hieß es aus dem Ministerium, diese Medien müssten nun melden, wer für sie arbeitet. Auch Abgänge und Neuzugänge müssten der US-Regierung mitgeteilt werden, so wie es für Botschaften Pflicht sei. Zudem müssten die Medienhäuser alle Miet- und Eigentumsverhältnisse in den USA offenlegen. Neue Verträge müssen dem Außenministerium zur Genehmigung vorgelegt werden.


Bruno Patino wird neuer Präsident von Arte France

STRAßBURG: Der bisherige Programmchef Bruno Patino wird neuer Präsident von Arte France. Der 55-Jährige trete Anfang Juli die Nachfolge von Véronique Cayla an, teilte der Sender am Montag mit. Der Aufsichtsrat dankte Cayla unter anderem für die digitale Weiterentwicklung des Senders. Die 69-Jährige verlässt den Posten aufgrund der Obergrenze für das Alter von Führungspersonen, das bei 70 Jahren liegt.

Der Politikwissenschaftler und Journalist Patino ist seit 2015 als Programmleiter für die Inhalte bei Arte France verantwortlich. Patino hatte zuvor Direktoren-Posten bei Télérama und France Culture inne. Außerdem ist er seit 2007 Direktor der Journalistenschule der Universität Sciences Po in Paris.


Enthüllungsbuch von John Bolton über Trump erscheint

WASHINGTON: Nach erbittertem Streit mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump erscheint am Dienstag das Enthüllungsbuch von dessen früherem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton. Die Regierung war vor Gericht damit gescheitert, die Veröffentlichung in letzter Minute noch zu stoppen. Sie wirft Bolton vor, geheime Informationen zu veröffentlichen und den vorgeschriebenen Weg der Freigabe durch das Weiße Haus nicht durchlaufen zu haben.

Das Buch mit dem Titel «The Room Where It Happened» (etwa: Der Raum, in dem es geschah) enthält explosive Verwürfe gegen Trump. Der Präsident hat angekündigt, Bolton werde «einen sehr hohen Preis» für die Veröffentlichung bezahlen.

In vorab bekannt gewordenen Passagen des Buches beschreibt Bolton Trump als einen Politiker, der seine eigenen Interessen über die des Landes stellt. Unter anderem soll der US-Präsident demnach den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Hilfe für seine Wiederwahl im November gebeten haben. Trump nannte das Buch eine «Zusammenstellung von Lügen und erfundenen Geschichten».


EU-Kommission prüft Refinitiv-Übernahme durch Londoner Börse

BRÜSSEL: Die EU-Wettbewerbshüter nehmen die geplante Übernahme des Finanzdatenanbieters Refinitiv durch die Londoner Börse genauer unter die Lupe. Wie die EU-Kommission am Montag mitteilte, sei eine eingehende Prüfung des Vorhabens eingeleitet worden. «Die Finanzmärkte spielen in der europäischen Wirtschaft eine ganz wesentliche Rolle», sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. «Wir werden genau prüfen, ob die geplante Übernahme (...) den Wettbewerb auf diesen Märkten beeinträchtigen würde.»

Die London Stock Exchange hatte im August vergangenen Jahres mitgeteilt, Refinitiv für 27 Milliarden Dollar (rund 24 Mrd Euro) übernehmen und damit unabhängiger vom Geschäft mit Aktien werden zu wollen. Am 13. Mai wurde der Zusammenschluss bei der EU-Kommission angemeldet. Auch die Deutsche Börse war an Teilen des Refinitiv-Devisenhandels interessiert.

Die EU-Kommission äußerte am Montag unter anderem Bedenken daran, dass das entstehende Unternehmen einen «sehr hohen Marktanteil im Bereich des elektronischen Handels mit europäischen Staatsanleihen» hätte. Für einen neuen Handelsplatz könne es schwierig sein, «ausreichend Kunden zu gewinnen und sich zu einer echten Alternative zu den etablierten Handelsplätzen zu entwickeln». Zudem bestehe die Sorge, dass Wettbewerber künftig von der Londoner Börse vom Zugang zu den Daten für konsolidierte Echtzeit-Datenfeeds und Desktop-Dienste ausgeschlossen werden könnten. Die EU-Kommission hat nun bis zum 27. Oktober Zeit, den Zusammenschluss zu prüfen.


Weitere Festnahmen nach schweren Ausschreitungen in Ostfrankreich

DIJON: Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Tschetschenen und einer weiteren Gruppe in Ostfrankreich haben Ermittler neun weitere Menschen festgenommen. Bei der Aktion am Montag im Großraum von Dijon seien unter anderem drei zerlegte Gewehre, Munition sowie Rauschgift sichergestellt worden, teilte der Staatsanwalt der burgundischen Stadt, Eric Mathais, mit.

Vor gut einer Woche war in einem Vorort Dijons die Gewalt eskaliert. Mitglieder einer tschetschenischen Gruppe und Vorort-Bewohner mit nordafrikanischen Wurzeln gerieten laut Polizei aneinander. Einsatzkräfte hätten es teilweise mit 50 bis 100 Menschen zu tun gehabt, die «mit Schlagstöcken, Sturmgewehren und Kriegswaffen» ausgerüstet gewesen seien, hatte der regionale Vorsitzende der Gewerkschaft der Nationalpolizei Alliance PN, Stéphane Ragonneau, der Nachrichtenplattform Franceinfo gesagt. Die für Dijon beispiellosen Ausschreitungen sorgten landesweit für Kritik und Empörung.

In der vergangenen Woche nahmen Ermittler bereits sechs Menschen fest - laut Medien handelte es sich um Tschetschenen. Nähere Angaben zu den Menschen, die nun festgenommen wurden, machte der Staatsanwalt nicht.


Libanesische Aktivistin wegen Spionage für Israel angeklagt

BEIRUT: Weil sie Israel besucht und für das verfeindete Nachbarland spioniert haben soll, ist eine libanesische Aktivistin vor einem Militärgericht angeklagt worden. Der zuständige Vertreter der Regierung habe zudem beantragt, dass gegen Kinda al-Chatib ein Haftbefehl ausgestellt werde, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Montag.

Der Libanon und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. Offiziell befinden sich die beiden Nachbarländer noch im Krieg. Libanesen sind jegliche Kontakte mit Israelis verboten. An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah.

Al-Chatib war in der vergangenen Woche festgenommen worden. Sie zählt zu den Unterstützern der Anti-Regierungs-Proteste, die im vergangenen Oktober ausgebrochen waren. Die Aktivistin ist bekannt für ihre Kritik an Präsident Michael Aoun und der Hisbollah. Demonstranten forderten am Montag nach Bekanntwerden der Anklage ihre Freilassung.


Russische Gericht verurteilt Wissenschaftler zu Haft im Straflager

MOSKAU: Ein russisches Gericht hat einen Wissenschaftler wegen Hochverrats zu sieben Jahren Straflager verurteilt. Er solle geheime Verschlusssachen an ein der Nato nahestehendes Forschungszentrum weitergegeben haben, meldete die Agentur Interfax am Montag nach dem Richterspruch. Dabei sei es um Angaben zum Bau neuer Waffen gegangen.

Bei dem Prozess in Moskau war die Öffentlichkeit wegen geheimer Informationen nicht zugelassen worden. Deshalb seien auch zentrale Punkte der Anklage nicht öffentlich geworden, hieß es.

Der Physiker habe erklärt, schon seit mehr als 20 Jahren keinen Zugang mehr zu Verschlusssachen gehabt zu haben, sagten seine Verteidiger. Der Wissenschaftler hatte für ein auf Maschinenbau spezialisiertes Forschungsinstitut in Russland gearbeitet. Er wurde vor einem Jahr festgenommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Polizei in Rio de Janeiro tötet fünf Menschen pro Tag

RIO DE JANEIRO: In der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro und dem gleichnamigen Bundesstaat werden jeden Tag durchschnittlich fast fünf Menschen von der Polizei getötet. In den ersten fünf Monaten des Jahres kamen 741 Menschen bei Einsätzen der Sicherheitskräfte ums Leben, wie das Nachrichtenportal G1 am Montag berichtete. Das war die höchste Zahl seit Beginn der systematischen Erhebung vor 22 Jahren. Die Daten hat der Medienkonzern Globo über eine Anfrage auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes vom Institut für öffentliche Sicherheit erhalten.

Die brasilianischen Sicherheitskräfte sind für ihr hartes Vorgehen bekannt. Wenn die schwerbewaffneten Spezialeinheiten der Polizei im Kampf gegen die Drogenbanden in die Elendsviertel einrücken, geraten auch immer wieder Unbeteiligte zwischen die Fronten. 78 Prozent der Opfer seien schwarz oder dunkelhäutig, berichtete G1.

Die Anzahl der von Sicherheitskräften getöteten Menschen stieg seit 2018 deutlich, als sich die Streitkräfte in Rio de Janeiro an Polizeieinsätzen beteiligte. Kritiker machen Rios Gouverneur Wilson Witzel für die Polizeigewalt verantwortlich, weil er mit harter Hand gegen die Kriminalität in den Armenvierteln vorgeht. Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro spricht sich dafür aus, dass Polizisten nicht juristisch belangt werden können, wenn sie im Einsatz Menschen töten.


Disneyland Paris öffnet im Juli wieder für Besucher

PARIS: Das Disneyland Paris wird nach einer coronabedingten Schließung kommenden Monat wieder für Besucher öffnen. Ab dem 15. Juli werde der Freizeitpark in Marne-la-Vallée vor den Toren der französischen Hauptstadt schrittweise wieder geöffnet, teilte der Betreiber am Montag mit. Die im Park erlaubte Besucherzahl werde reduziert, außerdem sei das Tragen einer Schutzmaske ab einem Alter von elf Jahren verpflichtend. Tickets müssten vor dem Besuch gekauft werden. Dafür wird demnach Anfang Juli ein neues Reservierungssystem eingeführt.

Auch die Mitarbeiter müssten Masken tragen, erklärte der Parkbetreiber. Einzelne Treffen mit Darstellern, die zum Beispiel als Mickey Mouse, Donald Duck oder Prinzessinnen aus Disney-Filmen verkleidet sind, seien zunächst nicht möglich. Auch Umarmungen oder andere enge Interaktionen mit den Schauspielern seien nicht erlaubt. Die Besucher hätten an neuen «Selfie-Spots» aber weiterhin die Möglichkeit, Fotos mit den Charakteren zu machen, so der Betreiber.

Das Disneyland im Westen von Paris ist nach eigenen Angaben eine der größten Tourismus-Attraktionen in ganz Europa. Es verzeichnete 2018 nach Angaben des Tourismusverbands der Hauptstadtregion rund 15,1 Millionen Besucher, rund drei Millionen mehr als die Kathedrale Notre-Dame. Der Freizeitpark empfang zuletzt am 13. März Besucher, wenige Tage später trat in Frankreich eine strenge Ausgangssperre in Kraft.


Rassismus-Debatte: Roosevelt-Statue in New York soll abgebaut werden

New York (dpa) - In der Rassismusdebatte in den Vereinigten Staaten soll nun auch eine Statue des früheren Präsidenten Theodore Roosevelt vor dem New Yorker Naturkundemuseum abgebaut werden. Dabei geht es nicht um die Person Roosevelts als solche, sondern um die Komposition des Denkmals, das eine «rassische Hierarchie» widerspiegele, teilte das Museum mit. Die Statue zeigt Medien zufolge das ehemalige Staatsoberhaupt auf einem Pferd, während neben ihm ein amerikanischer Ureinwohner und ein Afrikaner zu Fuß gehen. Bürgermeister Bill de Blasio stimmte einer Anfrage des Museums zur Entfernung zu. Um die Statue hat es schon jahrelang Diskussionen gegeben.

In den USA dauert momentan unter dem Eindruck von Protesten gegen Rassismus eine Debatte um die Erinnerungskultur an, darunter um Statuen und Denkmäler. US-Präsident Donald Trump hatte sich wiederholt zum Beispiel dagegen ausgesprochen, Militärbasen umzubenennen. Auch die Entfernung der New Yorker Statue kritisierte er: Der Präsident verlinkte am Montag einen Zeitungsartikel auf Twitter dazu und schrieb: «Lächerlich, macht es nicht!».


Neue Brücke in Genua soll Anfang August eröffnen

Genua (dpa) - Die Bauarbeiten für die neue Brücke in Genua gehen auf die Zielgerade. Man hoffe, das neue Viadukt zwischen dem 30. Juli und den ersten Augusttagen zu eröffnen, sagte die Sprecherin der Wiederaufbau-Kommission, Erika Falone, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zuletzt war schon für Anfang Juli die Eröffnung im Gespräch.

Am Montag fuhr der Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Webuild, Pietro Salini, mit einem Auto als einer der ersten über die Brücke. Zuvor waren dort nur Baufahrzeuge unterwegs. Die Fahrbahnen seien noch nicht fertig, betonte Falone. Es fehlten noch Asphaltierung, Beleuchtung und Leitplanken.

Die Morandi-Autobahnbrücke war im August 2018 in der italienischen Hafenstadt eingestürzt, 43 Menschen starben. Das neue Bauwerk hat Stararchitekt Renzo Piano, der aus Genua stammt, entworfen.


Iranischer Frachter mit Lebensmitteln erreicht Venezuela

CARACAS: Im Krisenstaat Venezuela ist ein Schiff mit Lebensmitteln aus dem Iran eingetroffen. Die «Golsan» habe das südamerikanische Land erreicht, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Montag. Mit den Waren solle der erste iranische Supermarkt in Caracas bestückt werden, teilte die iranische Botschaft in Venezuela mit. Der Verbündete Iran hatte zuletzt bereits fünf Tanker mit Benzin nach Venezuela geschickt.

Wegen Devisenmangels kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Zusätzlich werden Einfuhren durch die US-Sanktionen gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro erschwert. Der sozialistische Staatschef liefert sich seit Anfang 2019 einen erbitterten Machtkampf mit dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Wegen der humanitären und politischen Krise haben Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen.


Reihe von Erdbeben erschüttert Norden von Island

Reykjavik (dpa) - Auf Island kommt die Erde seit einigen Tagen nicht zur Ruhe: Seit zwei stärkeren Erdbeben am Samstag hat es im Norden der Nordatlantik-Insel Hunderte weitere Erschütterungen gegeben. Wie am Montagmorgen aus Daten des nationalen Wetteramtes hervorging, hatte die bislang kräftigste davon am Sonntagabend eine Stärke von 5,8. Dutzende andere wiesen eine Stärke von über 3,0 auf. Es wurde damit gerechnet, dass in den kommenden Tagen viele weitere Beben folgen werden. Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es zunächst nicht.

Die Beben traten alle entlang der Bruchzone Tjörnes nördlich von Siglufjördur im hohen Norden der Insel auf, also weit entfernt von Reykjavik, der Hauptstadt im Südwesten des Landes.


Wissenschaftler entdecken weitere Kreisstruktur nahe Stonehenge

ST. ANDREWS: Wissenschaftler haben in der Nähe des steinzeitlichen Monuments Stonehenge in England eine weitere kreisförmige Anlage entdeckt. Das teilte die Universität St. Andrews am Montag mit. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Schächten, die in einem Umkreis von zwei Kilometern um eine prähistorische Siedlung nahe der Ortschaft Durrington angeordnet waren. Die Schächte hätten einen Durchmesser von zehn Metern und seien bis zu fünf Meter tief gewesen, hieß es in der Mitteilung. Ausgehoben wurden sie vor rund 4500 Jahren, wie Untersuchungen ergaben.

Angenommen wird, dass die Schächte als Begrenzungen eines als heilig verehrten Bezirks mit einer Fläche von drei Quadratkilometern dienten, in dem sich auch das einst aus Holzpfosten bestehende Monument von Woodhenge befindet. Beides ist nur wenige Kilometer von den berühmten Steinkreisen von Stonehenge entfernt. Möglich gemacht worden sei die Entdeckung erst durch einen interdisziplinären Ansatz mit Fernerkundung und der vorsichtigen Entnahme von Proben, so der Dozent Richard Bates von der Universität St. Andrews.


Klimaschutz: Wissenschaftler fordern allgemeinen CO2-Preis

HALLE/BRÜSSEL: Im Kampf gegen den Klimawandel fordern die deutschen Wissenschaftsakademien einen einheitlichen Preis für Kohlendioxid in Europa. Eine allgemeiner CO2-Preis schaffe langfristig den richtigen Rahmen für die Energiewende, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt.

Verfasst wurde das Papier von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften. Wie EU-Kommission und Bundesregierung setzen die Wissenschaftler darauf, nach der Corona-Krise in großem Maßstab Investitionen in grüne Technologie voranzubringen.

Ein CO2-Preis macht Kohle, Öl und Gas teurer und damit erneuerbare Energien und Energiesparen attraktiver, heißt es in dem Papier. Ob dieser durch eine Ausweitung des Emissionshandels oder Steuern beziehungsweise Abgaben festgesetzt werde, sei zweitrangig. Wichtiger sei eine schnelle und möglichst einheitliche Einführung vor 2030. Die Akademien plädieren auch für einen CO2-Mindestpreis, also eine Art Haltelinie. Öl, Gas und Kohle sind in der Corona-Krise billiger geworden, damit schwindet der Investitionsanreiz.


Trump bezeichnet Briefwahl erneut als Mittel zum Wahlbetrug

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump hat eine Ausweitung der Briefwahl erneut als Einfallstor für massiven «Wahlbetrug» dargestellt - allerdings ohne konkrete Beweise dafür zu liefern. Zur Kongress- und Präsidentenwahl im November würden unter anderem «ausländische Staaten» Millionen Wahlunterlagen drucken lassen, behauptete Trump am Montag auf Twitter. «Es wird der Skandal unserer Zeit sein», schrieb er in Großbuchstaben weiter.

Der Republikaner Trump hat bereits mehrfach vor einer zunehmenden Nutzung der Briefwahl gewarnt. Beobachter sehen dies aber als einen politisch motivierten Schritt, weil Briefwähler tendenziell eher die Demokraten unterstützen. Infolge der Coronavirus-Pandemie, die einen persönlichen Urnengang riskanter machen könnte, prüfen mehrere US-Bundesstaaten eine Ausweitung der Briefwahlmöglichkeiten.

Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, hat die Befürchtung geäußert, dass Trump bei einer Wahlniederlage seine Vorwürfe gegen eine Abstimmung per Briefwahl nutzen wolle, um das Ergebnis anzufechten. Biden verwies darauf, dass es bislang keine stichhaltigen Beweise gebe, die eine Verbindung zwischen Briefwahl und Wahlbetrug belegten. Trump bewirbt sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit.


Vermutlich vier Menschen bei Hochwasser ertrunken

PRAG: Ein Kind und mindestens zwei Erwachsene sind am Wochenende in Tschechien ertrunken. Wie eine Polizeisprecherin am Montag der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, wird gegen den Vater einer verunglückten Achtjährigen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt. Der 46-Jährige war am Sonntag trotz Hochwassers mit seinen beiden Töchtern zum Rafting auf dem Fluss Moravka unterwegs. Als das Schlauchboot beim Zusammenfluss mit dem größeren Fluss Ostravice kenterte, konnten sich der Vater und die 15-jährige Tochter ans Ufer retten. Das jüngere Mädchen wurde vom Wasser mitgerissen und von Feuerwehrleuten an Land gezogen. Es starb im Krankenhaus.

Am Samstag zog die Feuerwehr die Leiche eines 60-Jährigen aus dem Fluss Osoblaha. Augenzeugen hatten auch seine Freundin leblos auf dem Wasser treiben sehen. Die vermutlich ebenfalls tote Frau verschwand dann aber in den Fluten. Nach CTK-Informationen könnte sie ins benachbarte Polen mitgerissen worden sein.

Ebenfalls am Wochenende ertrank ein 63-Jähriger unter zunächst nicht geklärten Umständen in einem Hochwasser führenden Bach im Dorf Lopenik in Südmähren. Seine Familie rief am Sonntag die Polizei, nachdem er Samstagnachmittag verschwunden war. Nach einer Suchaktion wurde er tot aus den Fluten gezogen.


Frankreich nimmt zehn Kinder von Dschihadisten aus Syrien auf

PARIS: Frankreich hat zehn Kinder von Dschihadisten aus Syrien aufgenommen. Die Kinder seien zuvor in Flüchtlingslagern im von Kurden kontrollierten Nordosten Syriens untergebracht gewesen, teilte das französische Außenministerium am Montagmorgen mit. Sie befänden sich nun in besonderer medizinischer Behandlung und würden von Sozialdiensten betreut, erklärte das Ministerium. Paris dankte den Verantwortlichen vor Ort, die die Rückführung möglich gemacht hätten. Die zurückgebrachten Kinder seien besonders schutzbedürftig gewesen, erklärte das Außenministerium.

Seit März 2019 habe Frankreich insgesamt 28 Kinder französischer Dschihadisten aus Syrien aufgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Die Angehörigen-Organisation «Collectif des Familles Unies», die Verwandte dieser Kinder in Frankreich zusammenbringt, kritisierte, dass einige der Kinder bis zu zwei Jahre hätten warten müssen. Alle Kinder in den Camps müssten unverzüglich mit ihren Müttern zurück nach Frankreich gebracht werden, schrieb die Organisation auf Twitter.


Acht Schulkinder ertrinken bei Rettungsversuch

PEKING: Im Südwesten Chinas sind acht Schulkinder nach einem fehlgeschlagenen Rettungsversuch an einem Fluss ertrunken.

Wie die staatliche Volkszeitung berichtete, spielten die Kinder am Sonntag an einem Fluss am Rande der südwestchinesischen Stadt Chongqing. Als eines der Kinder ins Wasser fiel, versuchten die anderen sieben Kinder, die im Grundschulalter gewesen sein sollen, zu helfen, ertranken aber ebenfalls. Nach einer Suchaktion wurden die Leichen aller acht Kinder im Wasser entdeckt. Nach Schätzung des chinesischen Gesundheitsministerium ertrinken in China jährlich über 50.000 Menschen. In einigen ländlichen Gemeinden Chinas lernen nur zehn Prozent der Kinder schwimmen.


Dutzende Baby-Krokodile aus Zuchtbetrieb verschwunden

SYDNEY: In Australien sind Dutzende Baby-Krokodile aus einer Zuchtanlage verschwunden. Wie die Boulevardzeitung «Northern Territory News» am Montag berichtete, wurden die 59 kleinen Krokodile vermutlich gestohlen. Die bis zu einem halben Meter großen Tiere befanden sich in Aufzuchtbecken in dem unter Touristen beliebten Crocodylus Park in Darwin im Norden des Landes. Die Tiere dienten dem Besitzer der Aufzuchtanlage unter anderem dazu, herauszufinden, wie ein Käfig am besten gebaut sein müsse, damit sich die Tiere nicht gegenseitig attackieren, wie das Blatt weiter berichtete.

Die Nahrungszufuhr für die Krokodile sei dabei genauestens überwacht worden, hieß es. Die Krokodile in dem betroffenen Zuchtbecken seien sehr schnell gewachsen, doch plötzlich hätten Dutzende Tiere gefehlt. Die Polizei ermittelt, doch habe man keine Informationen, wer hinter dem mutmaßlichen Diebstahl stecken könnte, hieß es am Montag dazu.


New Yorker Polizist nach Würgegriff-Vorfall suspendiert

NEW YORK: Ein New Yorker Polizist ist am Sonntag nach einem Würgegriff-Vorfall bei der Verhaftung eines Afroamerikaners vom Dienst suspendiert worden. Polizeichef Dermot Shea sprach in einem Tweet von einem «verstörenden» Vorfall. Die Untersuchung dauere noch an. Die Polizei veröffentlichte ein Bodycam-Video, zudem gab es Handy-Aufnahmen eines Passanten. Die Videos scheinen zu belegen, dass der Polizist bei dem auf dem Boden liegenden Mann einen illegalen Würgegriff anwendete.

Der 35-jährige Afroamerikaner sei bei der Festnahme am Sonntagmorgen (Ortszeit) im Bezirk Queens verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden, berichtete die «New York Times». Bei dem Vorfall waren mehrere Polizisten zugegen. Die Verhaftung erfolgte unter anderem wegen Verdacht auf Ruhestörung.

Die Stadt New York hatte vorige Woche ein Gesetz erlassen, das die Anwendung von Würgegriffen verbietet und unter Strafe stellt. Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis am 25. Mai ist es landesweit zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeibrutalität gekommen. Städte und Bezirke haben Polizeireformen angekündigt, etwa die Abschaffung umstrittener Praktiken wie Würgegriffe. Floyd war gestorben, nachdem ein weißer Polizeibeamter sein Knie minutenlang in dessen Nacken des 46-Jährigen gedrückt hatte.


Behörden: Hooligans für Unruhen in Den Haag verantwortlich

DEN HAAG: Für die Unruhen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Den Haag haben die Behörden gewaltbereite Fußball-Hooligans verantwortlich gemacht. Eine Gruppe habe bewusst die Konfrontation mit der Polizei gesucht, sagte der Vorsitzende der regionalen Sicherheitsinstanzen, Hubert Bruls, am Montag im niederländischen Radio. Die Demonstration am Sonntag gegen die Corona-Regeln war zunächst friedlich verlaufen. Nach Angaben der Polizei schlug dann die Stimmung um und mehrere hundert Fußball-Fans randalierten. Insgesamt waren am späten Abend rund 400 Personen festgenommen worden. Die meisten von ihnen kamen aber noch in der Nacht frei.

Die Demonstration der Aktionsgruppe «Virus-Wahnsinn» war zunächst aus Sicherheitsgründen verboten worden. Nachdem dennoch rund 1000 Menschen sich auf einem Feld beim Hauptbahnhof versammelt hatten, ließ der Bürgermeister einen begrenzten Protest zu. Als dann mehrere hundert Menschen, vorwiegend Hooligans, in die nahe gelegene City ziehen wollten, griff die Polizei ein. Das Feld beim Hauptbahnhof wurde geräumt.

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