Neuer «Lassie»-Film

kreuz und quer durch Deutschland

Nico Marischka als Flo in einer Szene des Films «Lassie - Eine abenteuerliche Reise». Foto: -/Warner Bros. Gmbh/dpa
Nico Marischka als Flo in einer Szene des Films «Lassie - Eine abenteuerliche Reise». Foto: -/Warner Bros. Gmbh/dpa

MÜNCHEN (dpa) - «Lassie» kennen heutige Kinder wohl nur aus der Zeichentrickserie. Viele Ältere denken dagegen an die Kultserie, von 1954 bis 1973 in Kalifornien gedreht. Nun kommt die Collie-Hündin ins Kino - auf einer Reise quer durch Deutschland.

Lassie dürfte wohl zu den berühmtesten Hunden der Filmbranche zählen. Sie hat sogar einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Kein Wunder, wurde ihre Geschichte doch unzählige Male verfilmt, fürs Kino ebenso wie fürs Fernsehen. Die «Lassie»-Serie, von 1954 bis 1973 in Kalifornien gedreht, erlangte Kultstatus. Nun kehrt die Collie-Hündin auf die Leinwand zurück. In «Lassie - Eine abenteuerliche Reise» durchquert sie Deutschland auf der Suche nach ihrem Herrchen, dem 12 Jahre alten Flo. Die deutsche Produktion von Regisseur Hanno Olderdissen ist prominent besetzt mit Darstellern wie Anna Maria Mühe, Sebastian Bezzel und Justus von Dohnányi.

Der Film bietet nette Familienunterhaltung, wenn auch mit einigen Schwächen. Flo lebt mit seinen Eltern im Bayerischen Wald. Doch die Vermieterin will die wilde Collie-Hündin nicht länger im Haus dulden. Lassie muss aufs Schloss umziehen, wo sich Priscilla, die Enkelin des Grafen von Sprengel, um sie kümmert. Als Priscilla und ihr Großvater an die Nordsee reisen, fährt Lassie mit. Eine verhängnisvolle Entscheidung, denn die Hündin reißt im hohen Norden aus und will Hunderte Kilometer zurück nach Bayern, zu Flo. Eine abenteuerliche Reise für Lassie und für die Kinder, die ihre Spur verfolgen.

Sehenswert sind vor allem die Kinder. Nico Marischka, Enkel des österreichischen Darstellers Georg Marischka, zeigt als Flo eine große Bandbreite - mal fröhlich und frech, dann wieder mutlos und traurig. Auch Bella Bading als Priscilla macht ihre Sache gut. Amüsant Justus von Dohnányi: Als gräflicher Butler legt er großen Wert auf Etikette und feinste Umgangsformen und übertreibt es damit immer wieder - zur Freude der Zuschauer. Star ist jedoch Bandit als Lassie, von der Tiertrainerin Renate Hiltl aus der Nähe von Freising.

Schade nur, dass das Drehbuch den Fokus stark auf familiäre Probleme legt. Von Sprengels Glasmanufaktur macht dicht und Flos Vater, ein Glasbläser, verliert seine Arbeit. Auch der Graf muss Einschnitte hinnehmen. Die Beziehung zwischen Flo und seinem Hund kommt dadurch viel zu kurz.

Hinzu kommen kleine Ungereimtheiten, über die das Drehbuch einfach so hinweggeht. Seltsam ist vor allem die Geografie. Von der Nordsee aus nimmt Lassie Kurs Richtung Süden und landet kurz darauf in den mächtigen Felsen der baden-württembergischen Region Neckaralb. Von dort aus geht es nach Nordosten, wo die Polizisten Brandenburger Wappen am Revers tragen, bevor es in Bayern zum Finale kommt.

Kinder dürfte dies alles wohl nicht stören. Sie haben ihre Freude an Lassie, seinem frechen Chihuahua-Freund Toots sowie Flo und Priscilla und ihren Abenteuern. Hundefreunde sollten ohnehin Taschentücher mitnehmen. Am Schluss wird es rührselig. Schnief!

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