Nachrichten aus der Wirtschaft am Montag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Kreise: EU-Minister einigen sich auf Ostsee-Fischfangquoten für 2021

LUXEMBURG: Die EU-Fischereiminister haben sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen auf Fischfangquoten für die Ostsee im kommenden Jahr geeinigt. Die für Deutschland wichtigen Heringsbestände in der westlichen Ostsee dürfen dem Kompromiss aus der Nacht vom Dienstag zufolge um 50 Prozent weniger befischt werden, wie es nach den Verhandlungen in Luxemburg hieß. Die Fangmengen für den westlichen Dorsch hingegen werden 2021 um fünf Prozent angehoben. Dorsch-Freizeitfischer sollen weiterhin fünf Exemplare am Tag aus dem Wasser ziehen dürfen. Von Mitte Mai bis Mitte August sollen es nur zwei sein.

Da Deutschland noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Verhandlungen mit ihren Kollegen.


Dax gerät im Verlauf unter Druck

FRANKFURT/MAIN: Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montagnachmittag ohne klare Richtung präsentiert. Der Dax konnte die anfangs übersprungene Marke von 13.000 Punkten nicht halten und notierte zuletzt 0,23 Prozent tiefer bei 12.879,16 Punkten. Der MDax gewann 0,07 Prozent auf 27.784,10 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,1 Prozent auf 3249 Punkte vor. Der Euro legte weiter zu und wurde zuletzt mit 1,1783 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1741 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite stabil bei minus 0,62 Prozent.


Umfrage: Bislang keine «zweite Welle» von Hamsterkäufen

BERLIN: Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit bundesweit kräftig steigen, gibt es bislang noch keine «zweite Welle» von Hamsterkäufen. Allerdings werden hier und da offenbar die ersten Verbraucher nervös. Das ergab am Montag eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den großen Handelsketten. Knapp jeder zehnte Verbraucher will sich laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den kommende Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Erste Berichte in den sozialen Medien über leergekaufte Regale in einzelnen Geschäften hatten in den vergangene Tagen für Aufsehen gesorgt. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gab jedoch am Montag Entwarnung. «Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden», betonte ein Sprecher des Verbandes.


EZB-Präsidentin deutet weitere Konjunkturhilfe an

FRANKFURT/MAIN: Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihre bereits sehr umfangreiche Konjunkturhilfe noch ausweiten. Darauf deuten Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde gegenüber der französischen Tageszeitung «Le Monde» hin. Das Interview wurde am Montag auf der Internetseite der EZB veröffentlicht. Zugleich plädiert die Französin für die Idee einer dauerhaften Konjunkturhilfe durch die EU-Staaten. Lagarde äußerte ihre Sorge, dass die konjunkturelle Erholung vom Corona-Einbruch im Frühjahr an Dynamik zu verlieren drohe. «Seit der Gegenbewegung, die wir im Sommer erlebt haben, war die Erholung ungleichmäßig, ungewiss und unvollständig und läuft jetzt Gefahr, an Schwung zu verlieren.» Die EZB werde die Entwicklung den Herbst über beobachten. Sollte sich die Lage eintrüben, könne die Notenbank gegensteuern. Die geldpolitischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. «Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun.»


Klöckner über EU-Agrarreform: «Sind zum Erfolg verpflichtet»

LUXEMBURG: Zum Auftakt der entscheidenden Verhandlungen über eine Reform der EU-Agrarpolitik hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die EU-Staaten zum Kompromiss aufgerufen. «Wir sind zum Erfolg verpflichtet», sagte die CDU-Politikerin am Montag in Luxemburg. Die Länder sollten nicht auf Maximalforderungen beharren, sondern bei dem zweitägigen Treffen zu einer Lösung zu finden. «Was uns jetzt nicht gelingt, wird uns sicher nicht an einem anderen Tag gelingen.» Zudem sei wegen steigender Corona-Infektionszahlen unklar, ob bei der nächsten Zusammenkunft der Landwirtschaftsminister im November noch ein physisches Treffen möglich sei. Zugleich stimmte Klöckner auf extrem schwierige Verhandlungen ein. «Es werden viele, viele Stunden Verhandlungen vor uns liegen bis tief in die Nacht und auch morgen noch.» Weil Deutschland noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitet Klöckner die Verhandlungen.


US-Ölkonzern ConocoPhillips will Ölschiefer-Firma Concho schlucken

HOUSTON: Der US-Ölkonzern ConocoPhillips will die Ölschiefer-Firma Concho Resources übernehmen. Dies wäre die größte Übernahme in der Ölschiefer-Branche in diesem Jahr. Den Aktionären von Concho werden für eine Aktie 1,46 ConocoPhillips-Aktien angeboten, wie ConocoPhillips am Montag mitteilte. Concho kommt so auf eine Unternehmensbewertung von 9,7 Milliarden US-Dollar. Das Concho-Management unterstützt den Deal. Der Aufschlag für die Concho-Anteilseigner liegt bei 15 Prozent - ausgehend vom Kurs des 13. Oktober.

Beide Firmen erwarten ab 2022 jährliche Einsparungen von 500 Millionen Dollar. Die geplante Übernahme muss noch von den Aktionären der Firmen und den Behörden genehmigt werden. Es wird mit einem Abschluss im ersten Quartal 2021 gerechnet.

Der US-Ölkonzern ConocoPhillips hat im zweiten Jahresviertel wie viele andere Ölfirmen auch den drastischen Ölpreisverfall im Zuge der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Ölkonzerne weltweit leiden unter einer schwachen Nachfrage nach Öl und Gas, da die Reisebranche und andere Geschäfte unter den Einschränkungen leiden. Experten sehen in diesem Umfeld einen hohen Druck in der Branche, die Konsolidierung voranzutreiben.


Technische Panne sorgt für Handelsausfall an Mehrländerbörse Euronext

AMSTERDAM/PARIS: Ein technisches Problem hat am Montag den Handel an der Mehrländerbörse Euronext über weite Strecken zum Erliegen gebracht. Gegen 10.00 Uhr am Morgen hatte der Börsentreiber mitgeteilt, dass der Handel mit Aktien und Derivaten wegen technischer Störungen gestoppt worden sei. Erst nach einer rund dreistündigen Unterbrechung liefen die Systeme gegen Mittag wieder. Betroffen waren unter anderem die Handelsplätze in Frankreich und den Niederlanden, aber auch in Portugal und Irland.

Die Panne reiht sich in eine Serie mehrerer ähnlicher Fälle anderer Anbieter ein. So hatte ein Software-Problem den Xetra-Handel der Deutschen Börse im Frühjahr und im Sommer zweimal für Stunden lahmgelegt. Anfang Oktober erlebte dann die Tokioter Börse eine peinliche Panne. Erstmals in der Geschichte des traditionsreichen Handelsplatzes konnten wegen eines Systemausfalls infolge von Hardware-Problemen keine Aktien gehandelt werden.

Aktuell steht die Euronext eigentlich wegen der geplanten Übernahme der italienischen Börse im Fokus. So wird die Londoner Börse (LSE) die Borsa Italiana zumindest dann an die Euronext veräußern, wenn die EU den Schritt zur Auflage für die geplante Übernahme des Finanzdatenanbieters Refinitiv durch die LSE machen sollte. Die Euronext würde sich die Borsa Italiana dann etwas mehr als 4,3 Milliarden Euro kosten lassen.


Euronext-Handel wegen technischer Störung gestoppt

AMSTERDAM/PARIS: Eine Störung hat am Montagvormittag den Handel an der Mehrländerbörse Euronext zum Erliegen gebracht.

Wegen technischer Probleme sei der Handel mit allen Euronext-Produkten gestoppt worden, teilte das Unternehmen mit. Betroffen seien Aktien wie auch Derivate. Es werde an der Lösung des Problems gearbeitet.


EZB-Chefin Lagarde: EU sollte über permanenten Aufbaufonds nachdenken

FRANKFURT/MAIN: Die Europäische Union sollte nach Meinung der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, über ein dauerhaftes Instrument zur Konjunkturstützung nachdenken. In einem Interview der Pariser Tageszeitung «Le Monde» verwies die Französin dabei auf den Corona-Aufbaufonds im Umfang von 750 Milliarden Euro.

Das Instrument sei zwar auf eine außergewöhnliche Lage zugeschnitten, sagte Lagarde. Sie fügte aber hinzu: «Wir sollten die Möglichkeit diskutieren, dass es im europäischen Instrumentenkasten verbleibt, damit es wieder verwendet werden kann, wenn ähnliche Umstände eintreten.» Darüber hinaus hoffe sie auf eine Debatte über ein gemeinsames Haushaltsinstrument für den Euroraum.

Schon seit längerem läuft eine Debatte, ob die erheblichen Finanzmittel aus dem Corona-Aufbaufonds einen Einstieg in eine gemeinsame europäische Finanzpolitik darstellen sollen. In Deutschland steht Bundesfinanzminister Olaf Scholz für diese Position. Die EZB hat sich in der Debatte bisher eher zurückgehalten. Sie tritt jedoch schon länger für gemeinsame Haushaltsmittel für den Euroraum ein. Die EZB veröffentlichte das Lagarde-Interview der «Monde» am Montag auf ihrer Internetseite.


EZB-Präsidentin Lagarde: Corona-Erholung droht sich abzuschwächen

FRANKFURT/MAIN: Die konjunkturelle Erholung des Euroraums vom Corona-Einbruch im Frühjahr droht nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an Dynamik zu verlieren. «Seit der Gegenbewegung, die wir im Sommer erlebt haben, war die Erholung ungleichmäßig, ungewiss und unvollständig und läuft jetzt Gefahr, an Schwung zu verlieren», sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde der französischen Tageszeitung «Le Monde». Die EZB veröffentlichte das Interview am Montag auf ihrer Internetseite.

Die EZB werde die Entwicklung den Herbst über beobachten, sagte Lagarde. Die Französin deutete an, dass die Notenbank gegensteuern könne, falls sich die Lage eintrüben sollte. Die geldpolitischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. «Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun.»

Die EZB hat auf die Corona-Pandemie vor allem mit zusätzlichen Wertpapierkäufen und extrem günstigen Langfristkrediten für die Banken reagiert. Letztere sollen den Kreditfluss in die Wirtschaft aufrecht halten. Beobachter gehen derzeit mehrheitlich davon aus, dass die EZB ihr billionenschweres Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP gegen Jahresende aufstocken wird.


Metro kauft portugiesischen Lebensmittellieferanten Aviludo

DÜSSELDORF/QUARTEIRA: Mit der Übernahme des Lebensmittellieferanten Aviludo baut der Großhandelskonzern Metro sein Geschäft in Portugal aus. Über den Kaufpreis machte Metro in der Erklärung vom Montagmorgen keine Angaben.

Das auf Gastgewerbe-Kunden spezialisierte Unternehmen mit Sitz in Quarteira an der Algarve soll laut Metro weitestgehend unabhängig bleiben und seine Marke fortführen. Demnach beliefert Aviludo mehr als 13.500 Kunden mit Fokus auf Gastronomen, Kantinen und Restaurantketten. 2019 erzielte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 152 Millionen Euro.

Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden, dann könnte sie in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Zum Metro-Konzern gehört bereits Makro Portugal mit zehn Märkten.


Japan: Talfahrt im Außenhandel schwächt sich weiter ab

TOKIO: Der japanische Außenhandel zeigt weiter Anzeichen einer sachten Erholung. Die Exporte der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft schrumpften im September zwar erneut. Der Rückgang verlangsamt sich aber zunehmend. Nach Regierungsdaten vom Montag nahmen die Ausfuhren des Landes gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,9 Prozent ab. Das ist der schwächste Rückgang seit etwas mehr als einem halben Jahr. Analysten hatten im Mittel jedoch einen geringeren Rückgang erwartet.

Für Unterstützung sorgten den Daten zufolge einerseits die Ausfuhren nach China, die so deutlich stiegen wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr. Auch die Exporte in die USA stiegen, und zwar erstmals seit gut einem Jahr. Die Einfuhren nach Japan sanken dagegen erneut deutlich. Allerdings bremst sich auch hier die Talfahrt ab. Gegenüber September 2019 fielen sie um 17,2 Prozent und damit weniger deutlich als im Vormonat.


Ölpreise geben zum Wochenstart leicht nach

SINGAPUR: Die Ölpreise haben am Montag im frühen Handel geringfügig nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 42,85 US-Dollar. Das waren acht Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um zehn Cent auf 41,02 Dollar.

Zum Start der vergangenen Woche war US-Öl im Zuge der ungewissen Nachfragesituation angesichts weltweit wieder rapide steigender Corona-Neuinfektionen kurzzeitig unter die Marke von 40 US-Dollar gerutscht. Trotz der leichten Preiserholung seither zeichneten Marktbeobachter zuletzt kein optimistisches Bild der Marktlage.

Aus Sicht von Warren Patterson, Rohstoffexperte der Bank ING, wird das Ölkartell Opec seine für das nächste Jahr geplante Lockerung bestehender Förderkürzungen wahrscheinlich auf Eis legen müssen. Diese waren Anfang des laufenden Jahres vereinbart worden, um die Marktpreise zu stützen.


Euro hält sich über 1,17 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Montag im frühen Handel über der Marke von 1,17 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1710 Dollar und damit etwas weniger als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1741 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenstart stehen sowohl in Europa als auch in den USA nur wenige Konjunkturdaten an, die an den Finanzmärkten Kursbewegungen auslösen könnten. Allerdings äußern sich zahlreiche hochrangige Notenbanker, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde und US-Notenbankchef Jerome Powell. Darüber hinaus treten EZB-Chefökonom Philip Lane und Powells Stellvertreter Richard Clarida an die Öffentlichkeit.


Chinas Wirtschaft legt im dritten Quartal um 4,9 Prozent zu

PEKING: Als Zeichen der anhaltenden Erholung nach dem Corona-Einbruch ist Chinas Wirtschaft im dritten Quartal erneut gewachsen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft legte im Vorjahresvergleich um 4,9 Prozent zu, wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte. Das ist zwar weniger, als viele Analysten erhofft hatten. Laut einer Umfrage des chinesischen Wirtschaftsmagazins Caixin war so im Durchschnitt mit einem Plus von 5,5 Prozent gerechnet worden. Jedoch reichte China das Ergebnis, um den vorangegangenen Einbruch im Frühjahr mehr als auszugleichen. So legte Chinas Wirtschaft laut der offiziellen Angaben in den ersten neun Monaten des Jahres um 0,7 Prozent zu. Zum ersten Mal seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen im Jahr 1992 hatte China im ersten Quartal ein negatives Wirtschaftswachstum von 6,8 Prozent verzeichnet.

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