Nachrichten aus der Wirtschaft

Kabinett bringt Gesetz für weniger Bürokratie auf den Weg

BERLIN (dpa) - Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für weniger Bürokratie auf den Weg gebracht. Der am Mittwoch beschlossene Entwurf sieht zahlreiche Maßnahmen vor.

So soll beispielsweise bei Krankmeldungen von Beschäftigten der «gelbe Schein» im Papierformat abgeschafft und durch eine digitale Bescheinigung ersetzt werden. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte: «Mit dem Abrufverfahren für eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung entlasten wir ab Jahresbeginn 2021 die Arbeitgeber um rund 550 Millionen Euro pro Jahr. Doch auch die Arbeitnehmer profitieren, denn sie sparen von da an jährlich Zeit und Mühe - geschätzt rund 19 Millionen Stunden und 77 Millionen Euro Versandkosten.»


Börsenflaute nagt am Geldvermögen der Menschen

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Vorläufiges Ende eines Booms: Erstmals seit der Finanzkrise 2008 ist das Vermögen der Menschen weltweit nach Berechnungen des Versicherungskonzerns Allianz gesunken.

Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte verringerte sich vor allem wegen des Kurseinbruchs an den Börsen um 0,1 Prozent auf umgerechnet 172,5 Billionen Euro, wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten «Global Wealth Report 2019» hervorgeht. In Deutschland gab es gegen den Trend einen Anstieg um 2,2 Prozent auf 6,2 Billionen Euro. Die Menschen sparten so viel wie in kaum einem anderen Land. Dadurch wurden die Verluste an den Aktienmärkten mehr als wett gemacht.


Bundesregierung beschließt Gesetz gegen Ausbeutung von Paketboten

BERLIN (dpa) - Paketboten sollen per Gesetz besser vor Ausbeutung geschützt werden.

Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch in Berlin das sogenannte Paketboten-Schutz-Gesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Versandunternehmen sollen auf diesem Weg dazu verpflichtet werden, Sozialbeiträge für säumige Subunternehmer nachzuzahlen. Das parlamentarische Verfahren soll bald anlaufen. Viele große Versandunternehmen lassen einen Teil ihrer Pakete oder sogar alle von Zustellern ausliefern, die bei Subunternehmen angestellt sind. Diese stehen in der Kritik, teils schlecht zu bezahlen oder gegen Arbeitsrecht zu verstoßen, etwa indem sie keine Sozialabgaben zahlen. Das betrifft nach Gewerkschaftsangaben vor allem Fahrer aus dem Ausland - etwa Ukrainer, Moldauer oder Weißrussen.


Mehrweg-Flaschen im Getränkeregal weiter auf dem Rückzug

BERLIN (dpa) - Der Anteil von Mehrwegflaschen bei Getränken geht weiter zurück.

Mit nur noch 42,2 Prozent hat er im Jahr 2017 einen neuen Tiefstand erreicht, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Mittwoch mitteilte. Dies bezog sich auf den Anteil bei den pfandpflichtigen Getränken. «Alle Supermärkte und Verkaufsstellen von Getränken sollten möglichst viele Getränke in Mehrwegflaschen anbieten und so dazu beitragen, weniger Abfälle zu erzeugen», forderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Der Anteil der Mehrweg-Flaschen im Getränkemarkt fällt seit Jahren. 2010 habe er noch bei 48 Prozent gelegt, teilte die Behörde mit, 2016 waren es noch 42,8 Prozent. Getränkeverpackungen insgesamt machen demnach mehr als ein Viertel der deutschen Verpackungsabfälle aus.


Alte Handys am Automaten ankaufen: MediaMarkt startet Test

MÜNCHEN (dpa) - Die Deutschen kaufen jedes Jahr gut 22 Millionen neue Smartphones. Viele ausgediente Altgeräte geraten in Schubladen und Schränken in Vergessenheit.

Im Internet bieten Ankäufer mitunter gutes Geld dafür - und seit Mittwoch bietet die Elektrohandelskette MediaMarkt den Ankauf per Automat an. Das funktioniert so einfach wie die Rückgabe der Pfandflasche im Supermarkt: Das alte Mobiltelefon im Automaten anstecken, bewerten lassen und den Gegenwert sofort als Einkaufsgutschein mitnehmen. «Eine praktische und vor allem nachhaltige Alternative, um alte Mobiltelefone bequem zu entsorgen», sagte MediaMarkt-Saturn-Managerin Sonja Moosburger bei der Vorstellung in München. Saturn testet ähnliche Handy-Ankauf-Automaten bereits seit einiger Zeit in sechs Berliner Filialen.


Weniger Filialen und Briefkästen - Post: Service trotzdem besser

BERLIN (dpa) - Die Zahl der Postfilialen in Deutschland ist in den vergangenen knapp 20 Jahren um mehr als 900 gesunken.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach gab es im Jahr 2000 noch 13 663 Filialen, im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es 12 744. Auch das Netz der Briefkästen wurde ausgedünnt. Die Linke kritisiert eine Verschlechterung der Versorgung für Bürger und fordert, dass die Post wieder verstaatlicht wird. Das Unternehmen widerspricht: Die Versorgung mit Postdienstleistungen sei heute besser denn je. Der Antwort der Bundesregierung zufolge gibt es noch rund 110 000 Briefkästen in Deutschland. Im Jahr 2002 - frühere Daten liegen laut Regierung nicht vor - waren es noch 130 000.


«Leuchtturm» Leipzig wird Standort der neuen Agentur für Innovationen

BERLIN (dpa) - Leipzig wird Standort einer neuen Agentur für Innovationen.

Die sächsische Stadt setzte sich gegen Potsdam und Karlsruhe durch. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, Leipzig sei heute bereits ein «innovationspolitischer Leuchtturm» mit einer starken Wissenschaftsorientierung und einer guten Verkehrsanbindung. Es habe ein «leichtes Übergewicht» der Argumente für Leipzig gegeben. Die neue «Agentur für Sprunginnovationen» soll bahnbrechenden Ideen «Made in Germany» zum Durchbruch verhelfen. Bisher dominieren vor allem US-Konzerne bei neuen technologischen Entwicklungen. Vorbild für die neue Agentur ist eine ähnliche Einrichtung in den USA. Ziel ist es, dass in Deutschland aus Ideen viel mehr als bisher auch erfolgreiche Produkte entstehen.


Dax vor Fed-Zinsentscheidung in ruhigem Fahrwasser

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Dax hat sich am Mittwoch vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed nur wenig bewegt.

Der deutsche Leitindex rückte am Nachmittag um 0,16 Prozent vor auf 12 391,98 Punkte. Ein ähnliches Plus von 0,15 Prozent auf 25 996,32 Punkte verbuchte der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte. Auch für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,13 Prozent hoch. Der Euro gab vor den wichtigen geldpolitischen Entscheidungen der Fed nach und kostete zuletzt 1,1057 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1026 Dollar festgesetzt.

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