Nachrichten aus der Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft startet nach Flaute schwungvoll ins Jahr 2019

WIESBADEN (dpa) - Europas Konjunkturlokomotive nimmt nach einem Schwächeanfall im vergangenen Jahr wieder Fahrt auf.

Getragen vom Bauboom und der Konsumfreude der Verbraucher wuchs die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Nach Einschätzung von Ökonomen könnte sich der kräftige Jahresstart 2019 allerdings als Strohfeuer erweisen. Vor allem die Eskalation von Handelskonflikten trübt das Bild. Das Bundeswirtschaftsministerium dämpfte am Mittwoch ebenfalls die Erwartungen. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft habe mit dem guten Einstieg in das Jahr ihre Schwächephase noch nicht überwunden, teilte das Ministerium mit. «Dies dürfte erst nachhaltig erfolgen, wenn sich das außenwirtschaftliche Umfeld wieder etwas aufhellt und die Verunsicherung, verursacht insbesondere durch die Handelskonflikte, abnimmt.»


Razzia gegen Steuerhinterzieher nach Auswertung der «Panama Papers»

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Razzia gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher von Sylt bis München: Ermittler haben am Mittwoch Wohn- und Geschäftsräume an bundesweit 15 Orten durchsucht.

Justiz und Steuerbehörden beschuldigen acht Privatleute, über eine frühere Tochtergesellschaft der Deutschen Bank Briefkastenfirmen in Steueroasen gegründet und so Geld am deutschen Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Um welche Summe es geht, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt zunächst nicht mit. Auf die Spur der mutmaßlichen Steuerhinterzieher kamen die Fahnder über die vor drei Jahren ans Licht gebrachten «Panama Papers».


Post rechnet mit etwas weniger Briefen wegen Portoerhöhung

BONN (dpa) - Die Deutsche Post rechnet aufgrund der für den 1. Juli geplanten Portoerhöhung mit einem leichten Rückgang des Briefaufkommens.

Erfahrungsgemäß würden einige Kunden auf die Preisanhebung reagieren und auf Sendungen verzichten, sagte Post-Chef Frank Appel auf der Hauptversammlung des Logistikriesen in Bonn. «Aber aus der Historie wissen wir, dass das relativ überschaubar ist.» Der ohnehin aufgrund des Siegeszuges der E-Mail und Textnachrichten zu erwartende jährliche Rückgang des Briefvolumens um zwei bis drei Prozent werde sich dadurch nicht nennenswert beschleunigen, prognostizierte der Manager. Ein Aktionärsvertreter hatte zuvor gewarnt, die Post beschreite mit der Portoerhöhung einen nicht unproblematischen Weg und laufe Gefahr, Kunden zu vergraulen.


Kunden warten immer länger auf Handwerker

BERLIN (dpa) - Das Rohr ist verstopft, die Waschmaschine kaputt, der Wasserhahn tropft - doch bis ein Handwerker kommt, kann es dauern.

Kunden müssen immer länger auf einen Termin warten. Im Durchschnitt dauert es im Gesamthandwerk inzwischen fast 10 Wochen, bis ein Auftrag erfüllt werden kann. Das geht aus dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hervor. Noch länger sind die Wartezeiten in den Bau- und Ausbauhandwerken - dort müssen die Kunden sogar 14,5 beziehungsweise fast 11 Wochen warten. Der Grund ist die hohe Auslastung der Betriebe von mehr als 80 Prozent. Die Auftragsbestände seien weiter hoch und es gebe kaum noch freie Kapazitäten, heißt es. Das werde auch in den kommenden Monaten so bleiben. Zugleich fehlten Fachkräfte.


RWE verdient dank robustem Handelsgeschäft mehr

ESSEN (dpa) - Der Energiekonzern RWE hat auf dem angepeilten Weg zu einem der führenden Ökostrom-Produzenten deutlich mehr verdient und von einem überraschend guten Handelsgeschäft profitiert.

Bei der Umsetzung des Milliardendeals mit Eon sieht sich RWE weiter «voll im Zeitplan». Man komme Schritt für Schritt voran, sagte Finanzvorstand Markus Krebber am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Die «neue RWE» sei in Sicht. RWE steigt nach Abschluss der Transaktion mit Eon nach früheren Angaben zur Nummer drei bei den erneuerbaren Energien in Europa auf und weltweit zur Nummer zwei bei Windkraft auf See. Derzeit ist das Geschäft von RWE aber noch stark Kohle-basiert. Hier geht die Stromproduktion zurück.


Whistleblowing-Studie: Missstände in 40 Prozent der Unternehmen

MÜNCHEN (dpa) - Gesetzes- und Regelverstöße am Arbeitsplatz kommen laut einer Erhebung sehr häufig vor:

In knapp vierzig Prozent der Betriebe in vier europäischen Ländern haben Mitarbeiter im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten gemeldet - darunter Steuerverstöße, Geldwäsche und sexuelle Belästigung. Das hat eine Befragung von knapp 1400 privaten und öffentlichen Unternehmen mit je mehr als 20 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz ergeben. Die im schweizerischen Chur ansässige Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und die EQS-Gruppe veröffentlichten den «Whistleblowing-Report» am Mittwoch in München. «Whistleblower» ist der mittlerweile auch im deutschen Sprachraum übliche Begriff für Mitarbeiter, die Verstöße von Kollegen und Vorgesetzten publik machen - und dafür häufig angefeindet werden.


Eingetrübte Konjunktur trifft Chemie - Umsatzrückgang zu Jahresbeginn

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die nachlassende Weltwirtschaft macht der deutschen Chemie- und Pharmabranche zu schaffen.

Nach einem kräftigen Umsatzrückgang zu Jahresbeginn rechnet sie zunächst nicht mit einer Belebung des Geschäfts, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. «Wir erwarten weiter ein schwieriges Jahr für die Chemie», erklärte Präsident Hans Van Bylen. Im ersten Quartal litt die drittgrößte deutsche Industriebranche mit gut 462 000 Beschäftigten unter der schwachen Nachfrage der deutschen Wirtschaft. Auf dem Heimatmarkt hielten sich wichtige Kunden wie Autobauer mit Bestellungen zurück. Im Ausland, etwa auf dem bedeutenden europäischen Markt, schlug die eingetrübte Weltkonjunktur durch. «Es gibt wenig Dynamik», erklärte der VCI. Von Januar bis März sank der Umsatz gemessen am starken Vorjahresquartal um 3,8 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro.


Sonnenenergie-Branche erwartet glänzende Geschäfte

MÜNCHEN (dpa) - Nach schwierigen Jahren erwartet die Solarbranche einen neuerlichen Boom des Sonnenstroms in der Bundesrepublik.

Auslöser sind die lahmenden Fortschritte bei der Erreichung der deutschen CO2-Einsparziele und die stark gesunkenen Produktionskosten für Solarstrom. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müsste es nach Berechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft einen jährlichen Zubau von etwa zehn Gigawatt Photovoltaik im Jahr geben. «Wir werden die jährlich installierte Leistung etwa vervierfachen müssen», sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig vor Beginn der Münchner Fachmessen «Smarter E Europe» am Mittwoch. Die Solarbranche geht davon aus, dass die Bundesregierung das Ausbauziel für Sonnenenergie heraufsetzen wird. Bislang lag es bei 2,5 Gigawatt im Jahr.


Dax verliert wieder den Kontakt zur 12000-Punkte-Marke

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Dax hat am Mittwochnachmittag den Kontakt zur runden Marke von 12 000 Punkten wieder abreißen lassen.

Im frühen Handel hatte der Leitindex noch zeitweise darüber gestanden. Zuletzt verlor der Dax 0,85 Prozent auf 11 890,12 Punkte. Der MDax für die mittelgroßen deutschen Unternehmen sank am Mittwoch um 0,59 Prozent auf 25 266,66 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor 0,75 Prozent. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,13 Prozent am Vortag auf minus 0,17 Prozent. Der Euro gab nach und kostete zuletzt 1,1183 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1226 (Montag: 1,1245) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8908 (0,8893) Euro gekostet.

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