Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Alexander Becher
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Stillstand in Berlin - Verdi droht mit neuem Warnstreik im Nahverkehr

BERLIN (dpa) - Ein Warnstreik hat am Freitag große Teile des Berliner Nahverkehrs lahmgelegt.

Busse und Straßenbahnen blieben am frühen Morgen in den Depots, U-Bahnhöfe verschlossen. Hunderttausende stiegen auf die S-Bahn, Autos und Fahrräder um oder gingen zu Fuß. Es gab Staus und volle Züge, aber kein größeres Chaos. Die Gewerkschaft Verdi will mehr Geld und Freizeit für die 14.000 Beschäftigten herausholen. Weitere Warnstreiks sind möglich: In der nächsten Runde der Tarifverhandlungen müsse ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber auf den Tisch, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt. «Sonst müssen wir die nächsten Schritte machen.»

USA und China brauchen für Handelsgespräche länger

China und die USA werden ihren Handelsstreit nicht innerhalb der selbst gesetzten Frist bis zum 1. März beilegen.

«Beide Seiten werden weiter an allen offenen Fragen arbeiten, über die Frist zum 1. März 2019 für die Erhöhung der Zehn-Prozent-Zölle auf bestimmte aus China eingeführte Waren hinaus», hieß es am Freitag in einer Stellungnahme von Sarah Sanders, der Sprecherin des Weißen Hauses. Die größten Volkswirtschaften der Welt vereinbarten weitere Gespräche in der kommenden Woche. US-Finanzminister Steven Mnuchin, unter dessen Leitung die US-Delegation verhandelt, sprach nach einer zweitägigen Verhandlungsrunde am Freitag von «produktiven» Unterredungen. Chinas Präsident Xi Jinping betonte, es habe «wichtige Fortschritte» gegeben.

Der Fluch WLTP: Neue Abgastests belasten Autobauer seit Monaten

WOLFSBURG (dpa) - Die monatelange Durststrecke wegen neuer Regeln für Abgastests hält an - aber nicht bei allen Autobauern: Die Kernmarke des Autokonzerns Volkswagen hat die Umstellung auf den Prüfstandard WLTP nach eigener Einschätzung bewältigt, Audi jedoch kämpft noch immer.

Daimler konnte den Kunden zeitweise nicht alle Modelle anbieten. BMW bewältigte die Umstellung nach Unternehmensangaben schon 2018, allerdings wurde die Fertigung mehrerer Benziner-Modelle zwischenzeitlich gestoppt. WLTP steht für «Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure». Dabei geht es um ein Messverfahren, das für realistischere Werte bei den Schadstoffemissionen und beim Verbrauch sorgen soll. Seit September 2018 dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen Prüfstandard durchlaufen haben.

Allianz-Chef Bäte will Klassenprimus werden

MÜNCHEN (dpa) - Nach einem starken Jahr 2018 verordnet sich Europas größter Versicherer Allianz Vorsicht und Ehrgeiz zugleich: Der Münchner Konzern peilt angesichts der ungewissen Lage in der Weltpolitik und auf den Finanzmärkten in diesem Jahr einen operativen Gewinn zwischen 11 und 12 Milliarden Euro an - der Mittelwert würde mit 11,5 Milliarden exakt dem Ergebnis des vergangenen Jahres entsprechen.

«Das ist konservativ und vorsichtig», sagte Vorstandschef Oliver Bäte am Freitag bei der Vorlage der Unternehmensbilanz 2018. Weit weniger konservativ ist der Manager bei seinen mittelfristigen Zielen: «Wir wollen die Besten im Markt schlagen.» Das Traditionsunternehmen soll künftig bei wesentlichen Kennziffern besser abschneiden als die Konkurrenz.

Bundesrat für Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen

BERLIN (dpa) - Der Bundesrat hat sich für eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen ausgesprochen.

Die Länderkammer stimmte am Freitag einem entsprechenden Antrag Bayerns zu. Darin wird die Bundesregierung gebeten, den verpflichtenden Meisterbrief in allen Handwerken wieder einzuführen, bei denen es fachlich geboten und europarechtlich möglich sei. 2004 war in mehr als 50 Handwerksberufen die Meisterpflicht weggefallen, darunter in Berufen wie Fliesenleger, Parkettleger, Rollladen- und Jalousienbauer, Gold- und Silberschmied und Orgelbauer. Der Zentralverband des Handwerks will dies seit langem wieder ändern.

Dürfen Feriengäste ins Haus? Urteil im Eigentümer-Streit im April

KARLSRUHE (dpa) - Ein Streit unter Wohnungseigentümern im Emsland wegen der Vermietung an Feriengäste stellt den Bundesgerichtshof (BGH) vor eine grundsätzliche Frage.

Die Richter haben zu klären, wann die übrigen Eigentümer gegen den Willen des Betroffenen etwas zu seinem Nachteil beschließen dürfen und wann das zu weit geht, wie sich in der Verhandlung in Karlsruhe am Freitag abzeichnete. Sein Urteil will der Senat am 12. April verkünden. (Az. V ZR 112/18) In Papenburg will eine Frau ihre Wohnung als Ferienwohnung nutzen. Die Eigentümer der übrigen sieben Wohnungen sind dagegen, sie fühlen sich durch die Wechsel im Haus gestört. Solange es keine andere Vereinbarung gibt, ist Kurzzeit-Vermietung nach einem BGH-Urteil von 2010 grundsätzlich zulässig. Im aktuellen Fall stand die Erlaubnis sogar ausdrücklich in der Teilungserklärung, die die Grundsätze des Miteinanders in einer Eigentümergemeinschaft regelt. Aber die Ferienwohnungsgegner änderten dies 2017 über den Kopf der Betroffenen hinweg in der Eigentümerversammlung mit Dreiviertelmehrheit.

Dax profitiert von Fortschritten in den Handelsgesprächen

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen haben den Dax am Freitagnachmittag vorangebracht.

Der Dax notierte zuletzt mit 11.282,90 Punkten rund 1,7 Prozent im Plus und stand damit auf Wochensicht mehr als 3 Prozent höher. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen legte um 1,58 Prozent auf 24.307,37 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ähnlich deutlich hinauf. Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Vortag bei 0 Prozent. Der Euro sank und wurde mit 1,1240 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,1268 Dollar festgesetzt.

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