Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Frank May
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EZB will Anleihenkäufe beenden - Zinserhöhung aber erst 2019

FRANKFURT/RIGA (dpa) - Nach Jahren im Krisenmodus peilt die Europäische Zentralbank (EZB) ein Ende ihrer umstrittenen Anleihenkäufe zum Jahresende 2018 an.

Sparer müssen allerdings noch bis mindestens Sommer 2019 mit dem Zinstief leben. Das machten die Währungshüter nach ihrer auswärtigen Sitzung am Donnerstag in der lettischen Hauptstadt Riga deutlich. Zunächst will die EZB die Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen vorsichtig abschmelzen. Derzeit pumpt die Notenbank pro Monat 30 Milliarden Euro in den Markt. Dabei soll es bis einschließlich September bleiben. Sollte sich die Inflation weiterhin wie zuletzt entwickeln, will die Notenbank von Oktober bis einschließlich Dezember monatlich noch 15 Milliarden Euro in Wertpapiere stecken.

Radwegeausbau oder mehr Richter? VW-Milliarde beflügelt Fantasie

HANNOVER (dpa) - Die in der Dieselaffäre gegen Volkswagen verhängte Milliarden-Buße spült Niedersachsen einen unverhofften Geldsegen in die Kasse.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Braunschweig beschert Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) eine Milliarde Euro an zusätzlichen Einnahmen. «Zur Verwendung der Mittel wird die Landesregierung im zeitlichen Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen einen Vorschlag unterbreiten», betonte die Staatskanzlei am Donnerstag. Sowohl Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sind Vertreter der Landesregierung im VW-Aufsichtsrat. Sie begrüßten die Anerkennung der Geldbuße durch Volkswagen und betonten, der Konzern bekenne sich damit zu seiner Verantwortung.

Handelsstreit: China erneuert Warnung an Washington

PEKING (dpa) - Einen Tag vor der möglichen Bekanntgabe neuer Strafzölle durch das Weiße Haus hat China eine Warnung gegen die USA erneuert.

Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden nicht zustandekommen, wenn die USA Strafzölle verhängten, sagte Geng Shuang, Sprecher des Pekinger Außenministeriums, am Donnerstag. Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Gespräche geführt hatten, kündigte das Weiße Haus Ende Mai überraschend an, am Freitag (15. Juni) doch eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) vorlegen zu wollen, auf die Zölle von 25 Prozent erhoben werden sollen.

Comcast grätscht Disney mit 65-Milliarden-Angebot für Fox dazwischen

PHILADELPHIA (dpa) - Der US-Kabelkonzern Comcast hat eine verbesserte Offerte für große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox abgegeben und damit einen möglichen Bieterkampf mit dem Unterhaltungsriesen Disney eröffnet.

Das neue Angebot beträgt 35 Dollar je Fox-Aktie, wie Comcast am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit würde sich eine Gesamtbewertung von rund 65 Milliarden Dollar (55 Mrd Euro) ergeben. Eigentlich hatte sich Disney schon mit Fox auf einen Kaufpreis von 52 Milliarden Dollar geeinigt. Dafür sollte der Großteil des Film- und Fernsehgeschäfts des Murdoch-Konzerns den Besitzer wechseln. Der Medienmogul will nur sein Nachrichten-Flaggschiff Fox News und den größten Sportsender behalten, beide sollen vom Rest des Unternehmens in eine neue Gesellschaft abgespalten werden.

EU treibt Energiewende voran: 2030 fast ein Drittel Ökoenergie

BRÜSSEL (dpa) - Für den Klimaschutz drückt Europa beim Ausbau der erneuerbaren Energien aufs Tempo: Statt 27 Prozent soll Ökoenergie 2030 schon 32 Prozent des gesamten Bedarfs decken.

Dabei sollen neue Regeln es Bürgern leichter machen, Strom vom eigenen Dach ins Netz einzuspeisen. Auf das Kompromisspaket einigten sich Unterhändler aller EU-Institutionen in der Nacht zum Donnerstag. Das Echo war überwiegend positiv. Umweltschützern ist das Ausbauziel aber nicht ehrgeizig genug. Es liegt über der Marke von 30 Prozent, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier angestrebt hatte. Auch soll es 2023 noch einmal überprüft und möglicherweise nachgeschärft werden. EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete lobte die Vereinbarung.

Foodwatch fordert «Signal» von Verbraucherschutzministern

SAARBRÜCKEN (dpa) - Im Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung fordert die Verbraucherorganisation Foodwatch dringend Maßnahmen auch gegen die Lebensmittelwirtschaft.

Dazu gehörten eine Herstellerabgabe für zuckergesüßte Getränke und Werbeeinschränkungen für ungesunde Lebensmittel, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch, Martin Rücker, der Deutschen Presse-Agentur. Von den Verbraucherschutzministern, die bis Freitag in Saarbrücken tagen, müsse ein «Signal» ausgehen: «Das Signal, das verstanden wurde, freiwillige Maßnahmen helfen nichts. Die Maxime muss jetzt heißen: handeln statt kuschen.» Seit 15 Jahren gebe es auf verschiedenen politischen Ebenen Gespräche darüber, was gegen Fettleibigkeit und Folgeerkrankungen getan werden könne. «Und seit 15 Jahren ist eigentlich nichts passiert», sagte Rücker.

Experten sehen wachsende Kluft auf Immobilienmarkt

BERLIN (dpa) - Steigende Mieten und Wohnungsnot in Städten, Stagnation und Leerstand auf dem Land: Für Mieter, Käufer und Immobilienbesitzer klafft das Angebot in Deutschland laut Studien immer stärker auseinander.

«Sie haben Märkte, die haben seit 2010 Preissteigerungen von 80 und 90 Prozent und sie haben Märkte, da ist praktisch gar nichts passiert», sagte Franz Eilers, Immobilienexperte von Pfandbriefbanken und Volks- und Raiffeisenbanken, am Donnerstag in Berlin. Berücksichtige man die steigenden Verbraucherpreise, haben nach seiner Analyse auf dem Land viele Häuser und Wohnungen in den vergangenen Jahren preisbereinigt an Wert verloren.

Dax springt nach EZB-Entscheidung über 13.000 Punkte

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) über das weitere geldpolitische Vorgehen haben die Anleger am Donnerstag erleichtert.

Der Dax drehte am Nachmittag in die Gewinnzone und übersprang wieder die Hürde von 13.000 Punkten. Zuletzt legte er um 0,96 Prozent auf 13.014,97 Punkte zu. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, machte ebenfalls eine Kehrtwende und stieg in ähnlicher Größenordnung wie der Dax. Die deutschen Nebenwerte-Indizes machten ebenfalls einen Sprung nach oben: Der MDax gewann 0,61 Prozent auf 27.013,14 Zähler. Der TecDax stieg um 0,68 Prozent auf 2.923,22 Punkte. Der Euro sackte nach den Aussagen der EZB kräftig ab und fiel sogar wieder unter 1,17 US-Dollar. Zuletzt wurde er zu 1,1687 Dollar gehandelt. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1767 Dollar festgesetzt.

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