Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Srdjan Suki
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IMK-Forscher warnen vor Rezessions-Gefahr

NEUSS (dpa) - Das Risiko einer Rezession der deutschen Wirtschaft in den kommenden drei Monaten ist Ökonomen zufolge deutlich gestiegen.

Wesentlicher Grund sei die durch die US-amerikanische Handelspolitik ausgelöste Verunsicherung in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten, teilte die Hans-Böckler-Stiftung am Montag mit. Der Indikator des stiftungseigenen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung zeige für den Zeitraum April bis Ende Juni eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 32,4 Prozent an. Im Vormonat habe das Risiko noch bei knapp 7 Prozent gelegen. Auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform sprach von ersten «ernsthaften Gefahren für die hiesige Konjunktur».

Bericht: Weniger Wachstum wegen Fachkräftemangel

BERLIN (dpa) - Der Mangel an Fachkräften verringert einem Bericht zufolge das deutsche Wirtschaftswachstum um jährlich fast ein Prozent.

Das geht aus einer der «Rheinischen Post» (Montag) vorliegenden noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach fehlen etwa 440.000 Fachkräfte. «Wenn deutsche Unternehmen diesen Fachkräftebedarf decken könnten, würde die Wirtschaftsleistung in Deutschland um bis zu 0,9 Prozent oder rund 30 Milliarden Euro höher ausfallen», heißt es. Die Engpässe bei Fachkräften seien ein wichtiger Grund für niedrige Unternehmensinvestitionen und überlastete Kapazitäten.

Traditionsunternehmen MAN wird aufgespalten

MÜNCHEN (dpa) - Der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern MAN soll in den nächsten zwölf Monaten zerschlagen werden.

Die VW-Lastwagensparte Truck & Bus mit den Marken MAN und Scania solle in einem Jahr börsenfähig sein, und zwar ohne die MAN-Sparte Diesel & Turbo, sagte VW-Truck & Bus-Chef Andreas Renschler am Montag in München. Der Maschinenbauer würde nicht in die Börsenpläne der Lastwagensparte passen. Bis 2025 hat VW für den MAN-Konzern insgesamt eine Standort- und Beschäftigungsgarantie gegeben. MAN Diesel & Turbo mit Hauptsitz in Augsburg stellt Schiffsmotoren und Kompressoren für die Industrie her und beschäftigt 15.000 Mitarbeiter. Dieser Unternehmensteil werde demnächst in den VW-Konzern eingegliedert, sagte Renschler. Über die weitere Zukunft muss dann der Autokonzern entscheiden.

EZB lässt Deutsche Bank Investmentbanking-Abwicklung durchrechnen

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) will von der Deutschen Bank wissen, was eine Abwicklung ihres Investmentbankings kosten würde.

Dazu liefen bereits seit Monaten Berechnungen, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (Montag). Es sei das erste Mal, dass die Aufsichtsbehörde eine entsprechende Simulationsrechnung für eine Großbank beschlossen habe. Später sollten weitere Geldhäuser folgen. Die Deutsche Bank teilte mit, sie berechne für Regulatoren routinemäßig «die Konsequenzen einer geordneten Abwicklung von Positionen in unseren Handelsbüchern»: «Das ist übliche Praxis in der Finanzindustrie.»

Altmaier fordert Kurswechsel in der Autoindustrie

BERLIN (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat der Autoindustrie Fehler vorgeworfen und die Branche zu einem grundlegenden Kurswechsel aufgefordert.

Die Konzerne müssten ihr «Fehlverhalten ausbügeln und ihre Geschäftsmodelle an die ökologische und digitale Zukunft anpassen», sagte Altmaier der «Bild»-Zeitung (Montag). «Auch die Elektro-Autos der Zukunft müssen hier gebaut werden, da haben die Auto-Konzerne unverständlich lange gezögert.» Um den Anschluss an internationale Konkurrenz nicht zu verpassen, müssten die Konzerne auf diesem Sektor hohe zweistellige Milliardenbeträge investieren.

Schaeffler einigt sich mit Arbeitnehmern

HERZOGENAURACH (dpa) - Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat sich mit den Arbeitnehmervertretern über die Ausgestaltung seines Konzernumbaus verständigt.

Mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall sei eine Zukunftsvereinbarung unterzeichnet worden, teilte Schaeffler am Montag in Herzogenaurach mit. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet, in Weiterbildung investiert und die deutschen Standorte sollen gestärkt werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien erst zulässig, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Schaeffler hatte angekündigt, sein Umbauprogramm in diesem Jahr zu beschleunigen.

Anleger zaudern nach Dax-Erholung - Syrien im Fokus

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Dem Dax ist am Montag nach seiner Erholung der vergangenen Wochen die Luft ausgegangen.

Nach anfänglichen Gewinnen fiel der Dax bis zum Nachmittag um 0,09 Prozent auf 12 430,85 Punkte.Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax fiel zum Wochenstart um 0,27 Prozent auf 25 561,75 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,31 Prozent auf 2612,05 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank ebenfalls moderat.

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