Mindestens 27 Sicherheitskräfte bei Angriffen getötet

Der stellvertretende Gouverneur von Kabul wurde bei einer IED-Explosion in Kabul getötet. Foto: epa/Str
Der stellvertretende Gouverneur von Kabul wurde bei einer IED-Explosion in Kabul getötet. Foto: epa/Str

KABUL: Vor Monaten wurden die afghanischen Friedensgespräche aufgenommen. Doch der erhoffte Waffenstillstand ist nicht in Sicht. Nicht nur in den schwer umkämpften Provinzen geht der Konflikt weiter.

Bei landesweiten Angriffen in Afghanistan sind mindestens 27 Sicherheitskräfte getötet worden. Kämpfer der militant-islamistischen Taliban hätten über Nacht mindestens 20 Soldaten in der nördlichen Provinz Kundus getötet, sagte Provinzratschef Jusuf Ajubi am Dienstag. In den Provinzen Baghlan, Badachschan, Helmand und Farah wurden mindestens sechs weitere Polizisten getötet, wie Provinzräte berichteten.

Der gewaltsame Konflikt zwischen den Taliban und Afghanistans Regierung wird vor allem bei Gefechten in den Provinzen ausgetragen. Doch auch in der Hauptstadt Kabul kommt es seit Monaten immer wieder zu gezielten Tötungen und Anschlägen mit Haftminen. Alleine am Montag wurden drei gezielte Bombenanschläge auf Polizisten und Politiker verübt. Experten sehen dahinter den Versuch, Afghanistans Zivilgesellschaft einzuschüchtern und zu schwächen.

Zwischen der afghanischen Republik und den Taliban laufen seit Mitte September 2020 Friedensgespräche in Doha. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiterhin ab. Die USA hatten Ende Februar 2020 ein Abkommen mit den Taliban unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Kurz vor Ende der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wurden die Truppen in Afghanistan nach Angaben aus Washington auf 2500 Soldaten reduziert. Das ist der niedrigste Stand seit 2001.

Die Taliban wollen wieder an der Macht beteiligt werden. Sie hatten Afghanistan zwischen 1996 und 2001 regiert. Eine von den USA angeführte Militärintervention nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA setzte ihrer Herrschaft ein Ende.

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Ingo Kerp 20/01/2021 12:22
Die Taliban verhalten sich bei dem Friedensabkommen mit Trump so, wie dieser es auch mit Vereinbarungen gehalten hat = sie brechen es einfach. Glaubt tatsächlich noch irgend ein Mensch an Friedensverhandlungen? Das Schießen hoert auf, wenn die Taliban den Schariastaat errichtet haben und alles unter ihre Knute gebracht haben.