Mindestens 13 Tote nach Sturmtief «Gloria»

Foto: epa/David Borat
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MADRID (dpa) - «Gloria» lässt Spanien nicht zur Ruhe kommen. Das Sturmtief tobt schon seit Tagen auf der iberischen Halbinsel. Die Zahl der Toten steigt.

Das Sturmtief «Gloria» hat in Spanien mindestens 13 Menschen das Leben gekostet und große Schäden hinterlassen. Seit dem Wochenende tobte die Kaltfront mit heftigen Winden, riesigen Wellen und viel Regen und Schnee vor allem im Osten und Nordosten des Landes. Zahlreiche Flüsse und Bäche - speziell in der Region Katalonien - führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser, teilweise kam es zu starken Überschwemmungen. Mehrere Menschen wurden von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Die Zeitung «ABC» sprach von einer «absoluten Katastrophe».

Obwohl sich das Wetter in den meisten Landesteilen inzwischen beruhigte, war die Lage am Donnerstagnachmittag vor allem in Girona knapp hundert Kilometer nordöstlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona noch angespannt. Dort wurden unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, weil der Fluss Ter über die Ufer trat. Zudem gab es große Probleme mit dem Trinkwasser. Aufgrund eines vom Unwetter verursachten Defekts seien mehrere Stadtgebiete ohne jede Versorgung, sagte Bürgermeisterin Marta Madrenas. Man werde erstmals nach langer Zeit auf die Reserven zurückgreifen. Die Betroffenen würden am Donnerstag zunächst nur zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr und dann am Freitag zwischen 7.00 und 9.00 Uhr morgens Wasser haben.

Die Wassermassen zerstörten mehrere Brücken, Straßen waren zeitweise gesperrt. Für viele Schüler fiel der Unterricht aus. Wie groß die Schäden insgesamt sind, ist noch unklar. Regierungschef Pedro Sánchez sagte auf Mallorca bei einem Besuch des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Badeortes Cala Rajada im Nordosten der Insel, es werde schnelle Hilfe für alle Betroffenen geben. «Wir werden keine Mittel scheuen», sagte Sánchez, der sich zuvor auch in Katalonien selbst ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen gemacht hatte. Er sei ob der Verwüstung «erschüttert.»

Die Zahl der Todesopfer stieg am Donnerstag von neun auf 13. Die vier hinzugekommenen Toten wurden alle in Katalonien geborgen. Ein Angler sei in der Küstengemeinde Calafat von einer Riesenwelle überrascht und in den Tod gerissen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. In den Gemeinden Cabacés und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Autos vermutlich von den Wassermassen mitgerissen worden waren. Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona wurde eine mutmaßlich ertrunkene Frau tot aufgefunden.

Noch mindestens drei Menschen wurden am Donnerstagabend in Barcelona vermisst. Auf Mallorca gab es ebenfalls mindestens drei Vermisste, auf Ibiza zwei, darunter einen jungen Briten.

Aus Málaga meldete der spanische Wetterdienst einen heftigen Hagelsturm. In den Straßen der andalusischen Stadt lag eine Schicht weißer Hagelkörner. In Alcañiz in der Provinz Teruel mussten Dutzende Menschen wegen eines Erdrutsches ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Auch in Tordera bei Barcelona wurden zahlreiche Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr evakuiert.

Ein ungewohntes Bild bot sich wegen «Gloria» im Seebad Tossa de Mar und anderen Gemeinden an der Costa Brava: Dort stand Meeresschaum meterhoch in den Straßen, weil der Ozean vom Sturm so heftig aufgewirbelt worden war. Der Schaum bedeckte auch die Hausfassaden.

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