Messer-Attentäter von Melbourne von Terrormiliz IS inspiriert

Foto: epa/James Ross
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MELBOURNE (dpa) - Der Messer-Attentäter von Melbourne ist nach Angaben der australischen Polizei durch die Terrormiliz Islamischer Staat zu seiner Tat angeregt worden. Allerdings habe der 30-Jährige keinen direkten Kontakt zu den Terroristen gehabt, teilte die Polizei am Samstag mit. Am Freitag hatte der in Somalia geborene Mann in der Innenstadt der australischen Millionen-Metropole einen 74-Jährigen getötet und zwei weitere Menschen verletzt, bevor er selbst erschossen wurde. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte den Messerangriff für sich reklamiert. Das Bekennerschreiben konnte aber nicht unabhängig auf Echtheit überprüft werden.

Die australische Polizei teilte mit, im Zusammenhang mit der Attacke seien einige Immobilien in Melbourne durchsucht worden. Der Täter habe sein mit Gasflaschen beladenes Auto zu Schrott gefahren, bevor er mit dem Messer auf die Menschen losgegangen sei. Er habe beabsichtigt, das Auto durch Entzünden der Gasflaschen zum Explodieren zu bringen. Das Auto habe zwar Feuer gefangen, die Gasflaschen seien aber nicht explodiert. Der Täter sei der Polizei und dem Geheimdienst bekannt gewesen, aber er sei nicht aktiv beobachtet worden sei. Der Bruder des mutmaßlichen Täters sei Ende vergangenen Jahres festgenommen worden, weil er verdächtigt worden sei, einen Terrorangriff an Silvester durchzuführen.

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Heinz 11/11/2018 17:04
Fehlgeleiteter Gottekrieger in Melbourne, Victoria
Ein sinnloseres Abenteuer, als mit Gewalt die böse Welt vor sich selbst retten zu wollen, gibt es wohl nicht. Der 30 jährige Somalier hatte zu jeder Zeit die Freiheit, zurück in sein Heimatland zu emigrieren. Vielleicht hätte er dort (wieder-) gefunden, nach dem er sich so sehr sehnte. Mord, Totschlag, Gesetzlosigkeit und ein Chaos ohne Ende prägen das Land am Horn von Afrika. Es ist nicht zu fassen. Da gibt es Menschen, die in der friedlichen Welt des Gastlandes das installieren wollen, vor dem sie selbst einmal geflüchtet sind. Solche Minderheiten schaden dem grossen Mehr der friedlichen Muslime, die wirklich zu uns gehören.