Menschenrechtler kritisieren Pläne für Rückführung von Rohingya

Archivbild: epa/K M Asad
Archivbild: epa/K M Asad

RANGUN (dpa) - Die geplante Rückführung von mehreren Tausend muslimischen Flüchtlingen aus Bangladesch ins Nachbarland Myanmar stößt bei Menschenrechtlern auf harte Kritik.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) forderte beide Staaten am Mittwoch auf, die Pläne fallenzulassen. In Myanmar - dem früheren Birma - würden Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya immer noch «systematisch verfolgt». «Flüchtlinge haben allen Grund, bei einer Rückkehr um ihre Sicherheit zu fürchten.»

Die Rückführung soll an diesem Donnerstag beginnen. In einem ersten Schritt sollen 3.450 Rohingya zurück. In Myanmar ist die große Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens. Aus Furcht vor Gewalt und Verfolgung durch das Militär sind in den vergangenen beiden Jahren mehr als 740.000 Rohingya ins mehrheitlich muslimische Bangladesch geflohen. UN-Ermittler sprechen von einem «anhaltenden Völkermord» mit mindestens 10.000 Toten. Muslime werden in Myanmar seit Jahrzehnten diskriminiert.

Mehrere Dutzend Rohingya protestierten in den Flüchtlingslagern auf der anderen Seite der Grenze gegen die Vereinbarungen. HRW zitierte einen von ihnen mit den Worten: «Wir wollen nicht zurück nach Myanmar, wo so viele umgebracht wurden und dann nicht einmal eine Beerdigung bekamen, sondern jetzt in Massengräbern liegen.» Myanmar und Bangladesch hatten schon früher ähnliche Vereinbarungen getroffen, die dann aber stets scheiterten.

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TheO Swisshai 23/08/2019 13:22
@Detlev Neufert / Muslimische Länder
Bangladesch ist ein muslimisches Land. Andere Krisengebiete? Meinen Sie Palästina, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien und evtl. bald der Iran ? Die Antwort würde Ihnen nicht gefallen.
Detlev Neufert 23/08/2019 06:59
Noch eins: welches Interesse haben eigentlich Flüchtlingsorganisationen an der Fortsetzung eines Konflikts? Und wer steckt hinter diesen Organisationen? Ist schon etwas her, aber nie richtig geklärt worden. Quelle Wikipedia: Mitte Juli 2009 berichtete Jeffrey Goldberg in dem Magazin The Atlantic über den Autor David Bernstein, der behauptet habe, dass eine Gruppe von HRW-Funktionären unter der Leitung der Chefin für den Bereich Nahen und Mittleren Osten, Sarah Leah Whitson, nach Saudi-Arabien gereist sei, „um Geld von wohlhabenden Saudis zu sammeln, indem HRWs Dämonisierung Israels hervorgehoben“ werde; eine Anprangerung der desaströsen Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien sei nur ein sekundäres Ziel der Reise gewesen
Detlev Neufert 23/08/2019 06:59
Und was wollen sie? Warum nehmen die muslimischen Länder sie nicht auf. Da gibt es dann bessere 'Beerdigungen'? Auch hier gilt: die Flüchtlinge werden instrumentalisiert. Von wem? Einfach mal ein bisschen nachdenken, wer Interesse an einer Weiterführung des Konfliktes hat. Gilt übrigens auch für andere Krisengebiete.